Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Weitgehend friedliche Wahlen im Kongo

Beobachter sprechen von hoher Beteiligung

In Mbuji-Mayi wurden unter Polizeischutz die Wahlunterlagen geliefert (AP)
In Mbuji-Mayi wurden unter Polizeischutz die Wahlunterlagen geliefert (AP)

Die ersten freien Wahlen seit mehr als 40 Jahren in der Demokratischen Republik Kongo sind ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Die Soldaten der UNO-Mission sowie der EU-Truppe mussten nicht eingesetzt werden. Die UNO sprach von einem Festtag für das ganze Land. Auch die 280 Soldaten der Bundeswehr, die im Rahmen einer EU-Eingreiftruppe in der Hauptstadt Kinshasa stationiert sind, blieben den ganzen Tag in ihrem Lager.

Nur in einigen Städten kam es zu Ausschreitungen. In der Stadt Mbuji-Mayi zündeten Oppositionelle Wahllokale in Brand und plünderten Lastwagen mit Wahlunterlagen. Da die Opposition zu einem Boykott des Urnenganges aufgerufen hatte, wurde die Wahl um einen Tag verlängert. Auch in der Hauptstadt Kinshasa kam es zu Zwischenfällen. Eine aufgebrachte Menge ging gegen Anhänger von Präsident Joseph Kabila vor, weil er angeblich Wähler bestochen habe.

Eine Frau in der kongolesischen Stadt Bunia gibt ihren Wahlzettel ab. (AP)Eine Frau in der kongolesischen Stadt Bunia gibt ihren Wahlzettel ab. (AP)Insgesamt wird die Beteiligung an den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen als hoch bezeichnet. 25 Millionen Bürger waren zur Abstimmung aufgerufen. Sollte keiner der 33 Präsidentschaftskandidaten in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreichen, findet im Herbst eine Stichwahl statt. Um die 500 Sitze des Parlaments bewarben sich landesweit etwa 9000 Kandidaten.

Die Wahlkommission will das Ergebnis am 20. August verkünden. Beobachter rechnen damit, dass es nach der Bekanntgabe zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommen kann. Während des Wahlkampfs in den vergangenen Wochen waren mehrere Menschen getötet worden.

Conze: Ein "Festtag" für den Kongo

Der politische Direktor der UN-Mission im Kongo Albrecht Conze, bezeichnete die weitgehend friedlichen Wahlen als Festtag für das afrikanische Land. Zugleich mahnte Conze im Deutschlandradio Kultur zu Wachsamkeit für die Phase der Stimmauszählung. In den zwei bis drei Wochen der Wahlauswertung könnten Einige die Gelegenheit nutzen, sich vorschnell als Wahlsieger auszurufen, warnte der Diplomat. Da die Ungeduld der Wähler nun groß sei, trete der Kongo jetzt in eine schwierige Phase ein.

Der Europaparlamentarier Jürgen Schröder zeigte sich zuversichtlich, dass nach dem friedlichen Wahltag im Kongo auch die Auszählung der Stimmen ohne größere Zwischenfälle bleibt. Allerdings müsse die internationale Gemeinschaft wachsam bleiben und dürfe das Land in den nächsten Wochen nicht sich selbst überlassen, sagte Schröder im Deutschlandfunk. Der CDU-Politiker beobachtet die Abstimmung im Auftrag des Europaparlaments.

Auch die Bundesregierung zog eine positive Bilanz. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte, der friedliche Verlauf sei eine Bestätigung für den Kurs der internationalen Gemeinschaft. Der Urnengang sei aber nur ein Schritt unter mehreren. Auch das Verteidigungsministerium mahnt dazu, die weitere Entwicklung während der Stimmauszählung abzuwarten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:18 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Doppelpass-Beschluss der CDU"Man kann den Menschen eine Entscheidung abverlangen"

Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, spricht am 14.10.2016 in Paderborn (Nordrhein-Westfalen) auf dem Deutschlandtag der Jungen Union. (dpa / picture alliance / Guido Kirchner)

Vor der Bundestagswahl würde das nichts mehr. Aber in der kommenden Legislaturperiode müsse die CDU den Doppelpass-Beschluss des Essener Parteitages umsetzen, fordert der Chef der Jungen Union. Dann solle es die doppelte Staatsbürgerschaft nur noch in absoluten Ausnahmefällen geben, sagte Paul Ziemiak.

Erhard Eppler SPD-Urgestein und Vordenker wird 90

Der frühere Bundesminister Erhard Eppler (SPD) nimmt am 15.05.2015 in Stuttgart (Baden-Württemberg) an der Verleihung des Theodor-Heuss-Preises 2015 teil. (picture alliance / dpa / Daniel Naupold)

Der SPD-Politiker Erhard Eppler wird am Freitag 90 Jahre alt. Wir gratulieren - und sprachen mit dem früheren Entwicklungsminister über Ideale in der Politik, deren Umsetzung und was Kanzlerin Merkel diesbezüglich lernen musste.

DATENRISIKOVorsicht beim WLAN der Bahn

Die Deutsche Bahn will ab dem 1. Januar kostenloses WLAN für alle einführen. Also jetzt auch in den Waggons der Zweiten Klasse. Derzeit werden die rund 250 ICEs mit der entsprechenden Technik ausgestattet. Doch schon vor dem Jahreswechsel können sich viele Bahnkunden in das Netz einbuchen. Denn das System wird schon in zahlreichen Zügen getestet.

Mordfall in Freiburg"Solche Taten werden durch Flüchtlingspolitik nicht wahrscheinlicher"

Blumen und Trauerschmuck hängen am 05.12.2016 in Freiburg (Baden-Württemberg) an einem Baum an der Dreisam. Ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling wird verdächtigt, dort eine 19 Jahre alte Studentin umgebracht zu haben.  (dpa / picture-alliance / Patrick Seeger)

Nach dem Mord an einer Studentin in Freiburg habe sich seine Einstellung zur Flüchtlingspolitik nicht verändert, sagte der Student Tobias Crone im DLF. Er ist Sprecher des Wohnheims, in dem auch das Opfer lebte. Diskussionen im politischen Gemeinwesen hätten schon immer jenseits von Fakten funktioniert. Deswegen glaube er nicht, dass es ein neues postfaktisches Zeitalter gebe.

Merkel beim HandwerkZDH-Präsident: Fachkräftemangel "ganzheitlich angehen"

Der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Handwerk, Hans Peter Wollseifer, spricht bei einer Pressekonferenz. (pa/dpa/Pedersen)

Die Auftragsbücher sind voll, die Geschäfte laufen gut - und doch sieht beim Handwerk nicht alles rosig aus. Es fehlen Fachkräfte, es mangelt an Nachwuchs, sagte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks im DLF. Die Politik müsse jetzt handeln, damit es der Branche auch künftig noch gut gehe.

Regisseur Andreas DresenFilmbildung soll Schulfach werden

Regisseur Andreas Dresen hält lachend ein Megafon vor das Gesicht. (Foto: Peter Hartwig)

Kinder müssen lernen, wie man Filme "liest", sagt der Regisseur Andreas Dresen. Nur so verstünden sie, wie Filme funktionieren und ob diese sie manipulieren wollen. Deshalb sollten Film und Filmgeschichte in der Schule gelehrt werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

FDP  Politikerin Hamm-Brücher mit 95 Jahren gestorben | mehr

Kulturnachrichten

Paul Verhoeven wird Jury-Präsident der 67. Berlinale  | mehr

Wissensnachrichten

Bernsteinfund  Schwanz ab, Dino tot | mehr