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Welternährungsgipfel ohne konkrete Hilfszusagen

Kurswechsel: Landwirtschaft fördern statt Lebensmittelexport

Papst Benedikt XVI. und FAO-Chef Jacques Diouf in Rom (AP)
Papst Benedikt XVI. und FAO-Chef Jacques Diouf in Rom (AP)

Gleich zu Beginn des Welternährungsgipfels in Rom haben die Teilnehmer in ihrer Abschlusserklärung verstärkte Maßnahmen gegen den Hunger angekündigt. Konkrete Zahlen und Maßnahmen werden zwar nicht genannt, dafür aber ein Strategiewechsel angekündigt: Jetzt soll die landwirtschaftliche Entwicklung in Drittwelt-Ländern nachhaltig gefördert werden.

Auf der Konferenz der UN-Ernährungsorganisation FAO in Rom verpflichteten sich die Vertreter der 192 Mitgliedsstaaten darauf, Gelder für Entwicklungshilfe stärker in länderspezifische Projekte zu investieren. Insbesondere sollen Kleinbauern gefördert werden und ihnen Zugang zu Technologie und Kapital ermöglicht werden.

Obwohl kein konkreter Zeitplan festgelegt wurde, bezeichnet Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) den Gipfel dennoch als großen Erfolg, weil alle Teilnehmer erstmals das Recht auf Nahrung bestätigt hätten. Die etablierte weltweite Partnerschaft nehme alle Regierungen stärker in die Pflicht, meinte die CSU-Politikerin in Rom. Nach Aussagen Aigners will auch Deutschland künftig mehr Mittel zur Bekämpfung des Welthungers bereitstellen. Sie setze zudem auf eine globale Partnerschaft für Landwirtschaft und Ernährungssicherung, sagte Aigner im Deutschlandfunk.

Mehr als eine Milliarde Menschen hungern

Derzeit hungern erstmals mehr als eine Milliarde Menschen. Zwar hatten die Staaten zur Jahrtausendwende noch versprochen, die Zahl der Hungernden bis 2015 von 840 auf 420 Millionen Menschen zu halbieren. Die Entwicklung verlief allerdings gegenläufig.

FAO-Generaldirektor Jacques Diouf forderte die G8-Staaten auf, ihre beim Gipfel von L'Aquila gemachten Zusagen einzuhalten. "Alle fünf Minuten stirbt ein Kind an Hunger", mahnte Diouf und nannte als notwendige Summe zur Bekämpfung des Hungers 44 Milliarden Dollar pro Jahr. Die sei im Vergleich zu den Agrarsubventionen der Industrieländer eine geringe Summe.

Thilo Bode, Geschäftsführer der Nichtregierungsorganisation Foodwatch, hält eine Erhöhung der Mittel für die Welternährungsorganisation für den falschen Ansatz: Das Hunger-Problem sei nicht mit Geld zu lösen, sagte er im Deutschlandfunk.

Papst Benedikt XVI. appellierte an die Industriestaaten, Exportsubventionen abzuschaffen. Diese machten es armen Ländern schwer, ihre Produkte im Ausland abzusetzen, so der Papst.

Auch Menschenrechtsorganisationen machen sich für ein Umdenken bei der europäischen Freihandelspolitik mit den Entwicklungsländern stark.

Die von der FAO organisierte Welternährungskonferenz findet nach 1996 und 2002 bereits zum dritten Mal statt. Mit Ausnahme von Gastgeberland Italien und dessen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wird kein Regierungschef der G8-Staaten, den reichsten Industrieländern, zugegen sein.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:34 Uhr

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