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Weltfinanzsystem soll stabiler werden

G20-Gipfel in London

Sarah und Gordon Brown empfangen Michelle und Barack Obama in der Downing Street No. 10. (AP)
Sarah und Gordon Brown empfangen Michelle und Barack Obama in der Downing Street No. 10. (AP)

In London beginnt heute der zweitägige Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer. Ziel der Staats- und Regierungschefs ist es, die internationalen Finanzmärkte durch schärfere Regeln und eine strengere Aufsicht weniger krisenanfällig zu machen.

Das Treffen wird am Abend mit einem Empfang bei Königin Elisabeth II. eröffnet. US-Präsident Barack Obama traf bereits gestern Abend in London ein. Er wird dort noch vor Beginn des Gipfels erstmals mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew sprechen.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy erklärte in Paris, die Welt erwarte von der G20-Konferenz ein entschlossenes Handeln, um eine neue Form des Kapitalismus zu schaffen. Er drohte mit seiner vorzeitigen Abreise, sollten keine konkreten Ergebnisse zustande kommen.

In der Londoner Innenstadt protestierten rund 4.000 Menschen gegen den Weltwirtschaftsgipfel. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Einige Randalierer drangen in die Royal Bank of Scotland ein, Hunderte versuchten die Absperrungen vor der britischen Notenbank zu durchbrechen. Klimawandel, Armut und soziale Ungerechtigkeit sollten nach Ansicht der Aktivisten wichtige Themen auf dem Gipfel sein. Sie haben für morgen weitere Proteste angekündigt.

Bob Geldof: G20 müssen arme Länder berücksichtigen

Der Musiker Bob Geldof, bekannt als Organisator der Live-Aid-Konzerte von 1985 und 2005, hält die Ausgrenzung der Entwicklungsländer in globalen Finanzfragen für falsch. Auf deren Produktivität und Dynamik dürfe die Gruppe der G20-Länder nicht verzichten, so Geldof.

Michael Sommer, Bundesvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und stellvertretender Präsident des internationalen Gewerkschaftsbundes, fordert die G20-Staaten auf, beim Weltfinanzgipfel in London die Gewerkschaften mehr zu beteiligen.

Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel geht davon aus, dass die Teilnehmer des G20-Gipfels die Finanzmärkte umfassend regulieren werden. Der Teufel stecke aber im Detail, so Eichel: Wie viel Regulierung es geben werde und in welchen Bereichen, das werde davon abhängen, ob die Amerikaner und die Kontinentaleuropäer an einem Strang ziehen, sagte Eichel.

Russland und Deutschland wollen an einem Strang ziehen

Russlands Präsident Dmitri Medwedew war gestern in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengekommen. Eindringlich hatten beide Politiker im Anschluss vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt. Beim G20-Gipfel gehe es vor allem darum, künftig schwerwiegende Krisen zu verhindern, erklärten Merkel und Medwedew nach einem Gespräch. Medwedew unterstützte ausdrücklich Merkels Vorschlag für eine weltweite Charta für nachhaltiges Wirtschaften.

Vertreter der wichtigsten europäischen Wirtschaftsnationen hatten sich bereits im Februar auf eine gemeinsame Position für den Weltfinanzgipfel in London verständigt. Durch eine neue Finanzarchitektur sollen Banken, Hedgefonds und Ratingagenturen stärker kontrolliert werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr

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