Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Weltweite Proteste gegen die Macht der Banken

Amerikanische Occupy-Bewegung als Vorbild

Demonstranten protestieren in Berlin gegen das globale Finanzsystem. (picture alliance / dpa /  Hannibal Hanschke)
Demonstranten protestieren in Berlin gegen das globale Finanzsystem. (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)

Weltweit haben heute in knapp 1000 Städten Protestaktionen für ein gerechteres Finanzsystem stattgefunden. Auch in Deutschland gab es in vielen Städten Veranstaltungen - nach Frankfurt und Berlin kamen je 5000 Menschen. Attac sprach gar von 40.000 Demonstranten in Deutschland.

Das Finanzsystem soll gerechter werden und die Menschen nicht weiter in die Armut treiben. Dafür sind weltweit Tausende Menschen auf die Straße gegangen. Vorbild sind die Proteste in den USA, wo Kritiker seit Wochen unter dem Motto "Occupy: Wall Street" gegen die Macht der Banken protestieren.

Demonstrationen in über 40 Städten deutschen Städten

Zwei Demonstranten nehmen am Samstag (15.10.2011) auf dem Chlodwigplatz in Köln an einer Kundgebung von "Occupy Wall Street" teil. (picture alliance / dpa /  Rolf Vennenbernd)Zwei Demonstranten in Köln. (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)

Demonstrationen in über 40 Städten deutschen Städten geplant

Etwa 5000 Demonstranten zogen in Frankfurt vor die Europäische Zentralbank. In Berlin versammelten sich ebenfalls 5000 Menschen vorm Kanzleramt und in Köln trafen sich 1500 Demonstranten am Chlodwigplatz. Attac meldete 40.000 Demonstranten in Deutschland.

In Deutschland gebe es Potenzial für solche Proteste. Von der Bankenkrise könnten ja alle Gesellschaftsmitglieder betroffen sein, wenn der Staat die enormen Summen auszahlen müsste, sagte der Bielefelder Soziologe Martin Diewald im Deutschlandfunk.

Der 15. Oktober, so hofften die Aktivisten, soll zum Startschuss werden für eine neue globale Bewegung. "Wir sind die 99 Prozent!" - das ist mittlerweile so etwas wie der inoffizielle Schlachtruf der "Occupy-Proteste", und das soll heißen: Wir lassen nicht länger zu, dass 99 Prozent der Bevölkerung unter den Folgen der Finanzkrise leiden, während sich ein Prozent - die Reichen - die Taschen vollmacht. Und immer wieder heißt das Schlagwort: Empört euch!

Wurzel des Übels wird in Börsenspekulationen gesehen

Weltweit wird gegen die Folgen der Finanzmakrtkrise demonstriert. (AP)Auch in Soeul wird protestiert. (AP)"Die Krise wird von den kleinen Leuten bezahlt", sagte Attac-Aktivist Detlev von Larcher. Es sei absurd, dass die Banken, die mit Staatsgeldern gerettet wurden, der Politik den Vorwurf machen, sie hätten Schulden angehäuft. Die Wurzel des Übels sei die Riesenspekulation auf den Finanzmärkten. Das Geld für die Bankenrettung müsse sich die Politik von den Profiteuren holen, fordert das ehemalige SPD-Mitglied.

Auch Steffen Stierle von der Organisation Attac ist der Ansicht, dass die deutsche Demokratie derzeit nicht funktioniert. Die Protestbewegung werde auch hierzulande noch reichlich Zuwachs bekommen wird.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Feature

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

"March for our lives"Das Gesicht des Protests

Emma Gonzalez, Schülerin der Marjory Stoneman Douglas High School und Überlebende des Amoklaufs von Parkland. Beim "March for our Lives" am 24. März wollen sie nach Washington marschieren und schärfere Waffengesetze fordern.  (AFP / Rhona Wise)

Nicht nur Trauer, auch immer mehr Wut bricht sich Bahn: über die laschen Waffengesetze und Politiker, die sich von der Waffenlobby schmieren lassen. "Schämt Euch!", das ist die Botschaft von Emma Gonzalez, die das Massaker mit 17 Toten in Florida überlebt hat. Jetzt ruft sie zum Marsch auf Washington.

Ex-Generalsinspekteur"Die Bundeswehr wird ganz gezielt von der Politik vernachlässigt"

Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. (imago / Jürgen Heinrich)

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, fordert eine Kurskorrektur bei der Ausstattung der Truppe. Für das Material der Bundeswehr müsse deutlich mehr Geld ausgegeben werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe völlig falsche Akzente gesetzt, sagte Kujat im Dlf.

SPD-MitgliederentscheidMein Nein zur GroKo

SPD-Anhänger halten am 21.01.2018 ein Schild mit der Aufschrift "#NoGroko" bei einer Demonstration vor dem WCCB beim außerordentlichen SPD-Parteitag in Bonn (Nordrhein-Westfalen). (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Soll die SPD erneut in eine Koalition mit der Union eintreten? Darüber dürfen ab heute die Parteimitglieder entscheiden. Auch Nicol Ljubic darf abstimmen und für ihn ist klar: Eine Neuauflage der GroKo muss verhindert werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Berichte  Rechte Aktivisten manipulierten Netzdiskussionen zur Wahl | mehr

Kulturnachrichten

Schauspieler und Sprecher Christian Rode gestorben | mehr

 

| mehr