Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wende mit Knirschen

Verbraucherschützer und Energieexperten kritisieren Gesetz zu Offshore-Windparks

Streitpunkt Offshore-Windparks: Wer soll für Ausfallrisiken haften? (Danish Wind Industry Association)
Streitpunkt Offshore-Windparks: Wer soll für Ausfallrisiken haften? (Danish Wind Industry Association)

Wirtschaft, Politik und Verbraucher ringen darum, wer welche Kosten der Energiewende tragen soll. Immer mehr Unternehmen beantragen Ausnahmeregelungen, um die Kosten zu begrenzen. Neuster Streitpunkt: Die Haftung für Offshore-Windparks.

<p>Der Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, kritisiert den von der Regierung gebilligten Gesetzentwurf zum Ausbau von Windpark-Anlagen auf hoher See.<br /><br />Die Haftungsregelung soll Investitionen der Betreiber von Offshore-Windparks finanziell absichern, wenn diese zum Beispiel wegen Lieferproblemen bei notwendigen Anschlusskabeln oder anderen Verzögerungen beim Netzanschluss keinen Strom liefern können. Zur Finanzierung sollen Privathaushalte eine zusätzliche Umlage in Höhe von 0,25 Cent pro Kilowattstunde zahlen.<br /><br />Der Entwurf sei eine Einladung zur Geldmacherei auf dem Rücken der Verbraucher, sagte Billen der "Bild"-Zeitung. Jetzt müsse das Parlament die Kabinetts-Entscheidung stoppen.<br /><br /></p><p><strong>Energieexperte: "Verbraucher zahlt doppelt"</strong></p><p>Manuel Frondel, Energieexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, sagte dem Blatt: "Der Verbraucher zahlt doppelt: Zum einen mit dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) für den Ausbau von Öko-Strom, zum anderen mit der Haftungsumlage."<br /> <br /></p><p><strong>Mehr Wirtschaftsunternehmen wollen Ermäßigung</strong></p><p>Die EEG-Umlage - der Aufschlag auf den Strompreis, mit dem die Umstellung der deutschen Energieversorgung von Atom-, Kohle- und Gasenergie hin zu regenerativen Energien bezahlt wird - soll im nächsten Jahr voraussichtlich von jetzt 3,59 auf bis zu fünf Cent je Kilowattstunde angehoben werden.<br /><br />Die Wirtschaft will die Energiewende jedenfalls nur begrenzt mittragen. Angesichts steigender Strompreise stellten immer mehr Firmen einen Antrag auf die ermäßigte Ökostrom-Umlage für energie-intensive Unternehmen, <papaya:link href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/oekostrom-umlage-rekordzahl-an-firmen-will-von-energiewende-kosten-befreit-werden-1.1453971" text="Artikel &quot;Süddeutsche Zeitung&quot;" title="Artikel &quot;Süddeutsche Zeitung&quot;" target="_blank" />berichtet die "Süddeutsche Zeitung".</LE_84337>Artikel "Süddeutsche Zeitung"</LE_84337> Mehr als 2000 Unternehmen hätten bereits einen Antrag gestellt - mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Textilwirtschaft hat bereits ihren <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="218913" text="Komplett-Boykott der EEG-Umlage" alternative_text="Komplett-Boykott der EEG-Umlage" /> angekündigt.<br /><br />Das Umweltbundesamt fordert nun Nachbesserungen, um diesen Trend zu stoppen. Der Präsident der Behörde, Jochen Flasbarth, sagte im Deutschlandfunk, die Bundesregierung müsse die Regelungen für energie-intensive Unternehmen präziser fassen. Ausnahmen müssten enger <a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/30/dlf_20120830_0717_87f724a1.mp3" title=" Interview Jochen Flasbarth, Präsident Umweltbundesamt, zur Energiewende&lt;br /&gt; (MP3-Audio)"> an eigene Anstrengungen zum Energiesparen geknüpft </a>werden. Außerdem sollten nur solche Firmen begünstigt werden, die im internationalen Wettbewerb stünden. <br /><br />Zugleich wies Flasbarth die Kritik der Verbraucherschützer an der Windkraft-Umlage für Stromkunden zurück. Die Belastung für die Verbraucher sei moderat. Wichtig sei, dass man die bisherige Blockade des Ausbaus von Windkraft-Anlagen auf hoher See überwunden habe.</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:05 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:30 Uhr Vollbild

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Digitalpolitik im WahlkampfViele Ideen, wenig Gemeinsamkeiten

Im Vordergrund ein Router für das Internet, im Hintergrund Kühe auf einer Weide, aufgenommen bei Bücheloh. Der Ausbau der Breitbandversorgung auf dem Land läuft nur schleppend. Schnelles Internet ist oft nur in Ballungsgebieten verfügbar. (picture alliance / dpa / Michael Reichel)

Cyberabwehr, Digitalministerium, Breitbandausbau: Nur einige Stichworte, mit denen die großen Parteien im Bundestagswahlkampf punkten wollen. Inzwischen haben alle ihre Vorschläge zur Digitalpolitik vorgelegt. Dabei liegen die Ideen der Parteien weit auseinander und sind häufig recht vage.

Michael Haller über die Rolle der MedienUnkritische Übernahme von Positionen

Eine Frau und ein Mann mit einem Regenschirm mit der Aufschrift "Refugees welcome" nehmen in der Innenstadt in Hamburg an einer Demonstration für die Rechte von Flüchtlingen teil. (Daniel Bockwoldt, dpa picture-alliance)

Als 2015 immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kamen, hätten die Medien in ihrer Berichterstattung die "Position der Bundesregierung" weitgehend übernommen und andere Meinungen ausgeblendet, sagt Kommunikationswissenschaftler Michael Haller. Er hat eine Studie zum Thema geleitet.

Die Schriftstellerin Jane AustenVerführung, Stolz und Sinnlichkeit

Ein Porträt von Jane Austen. (imago stock & people)

Anfang des 19. Jahrhunderts war es für unvermögende Frauen noch aussichtslos, ein selbstbestimmtes, glückliches Leben zu führen, wenn sie nicht eine gute Partie machten. Da schuf Jane Austen (1775 - 1817) in ihrem Roman "Stolz und Vorurteil" mit eines der berühmtesten Liebespaare der englischen Literatur.

Britische LiteraturZu Besuch bei Graham Swift

Graham Swift in einer Aufnahme vom Juni 2016. (imago/Leemage)

Graham Swift ist einer großen britischen Gegenwartsautoren. Sein aktueller Roman "Mothering Sunday - in der deutschen Ausgabe "Ein Festtag" - wurde gerade mit einem der renommiertesten britischen Literaturpreise ausgezeichnet. Ein Besuch bei Swift in London.

Wassermusik-FestivalGänsehautmomente an der Spree

Die Musikerin Oumou Sangaré aus Mali bei einem Auftritt in London im Juli 2017 (Bild: imago stock&people)  (imago stock&people)

Zum zehnjährigen Jubiläum von Wassermusik, dem Weltmusik-Festival aus Berlin, kommen Bands, die entweder noch nie dabei sein konnten oder nachhaltig Eindruck gemacht haben. "Eigentlich würde ich gerne das Doppelte an Künstlern einladen", sagte Detlef Diederichsen vom Haus der Kulturen der Welt im Corsogespräch.

Jüdische Einwanderung nach PalästinaWarum aus Akademikern Landwirte wurden

Ein jüdischer Landwirt auf einer Fotografie aus den Dreißigern (imago / United Archives)

Mit wenig mehr als ein paar Habseligkeiten und der Hoffnung auf ein besseres Leben, erreichten in den 1930er Jahren die sogenannten Jeckes, deutschsprachige Juden, Palästina. Aus Akademikern wurden Landwirte, die versuchten den kargen Wüstenboden fruchtbar zu machen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Türkei  EU-Kommissar unterstützt deutschen Kurs | mehr

Kulturnachrichten

Kritik am neuen Volksbühnen- Programm  | mehr

 

| mehr