Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wer bekommt die Bären?

In Berlin gehen am Abend die Internationalen Filmfestspiele zu Ende

Berlinale-Organisator Dieter Kosslick und Moderatorin Anke Engelke bei der Schlussfeier der Berlinale 2013
Berlinale-Organisator Dieter Kosslick und Moderatorin Anke Engelke bei der Schlussfeier der Berlinale 2013 (picture alliance / dpa - Michael Kappeler)

Die Jury hatte die Qual der Wahl: Insgesamt 19 Filme waren ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären gegangen. Am Samstagabend werden die Bären nun verliehen.

Neben dem "Goldenen Bären" und dem "Großen Preis der Jury" werden mehrere "Silberne Bären" in folgenden Kategorien vergeben: Beste Regie, Beste Darstellerin, Bester Darsteller, Bestes Drehbuch sowie für "eine herausragende künstlerische Leistung aus den Kategorien Kamera, Schnitt, Musik, Kostüm oder Set-Design".

Wir haben unsere Kritiker Hannelore Heider, Katja Nicodemus, Christiane Peitz, Bernd Sobolla, Jörg Taszman und Waltraud Tschirner gefragt, wer ihre Favoriten sind.

Die Favoriten auf einen Bären


Die polnische Regisseurin Malgosia SzumowskaDie polnische Regisseurin Malgosia Szumowska (AP)"W Imie..." - "Im Namen des..."
Polen, Regie: Malgoska Szumowska
Unsere Kritiker sind sich einig, Favorit auf einen Goldenen Bären ist in diesem Jahr der polnische Film "W Imie..." ("Im Namen des..."). Es geht um einen jungen katholischen Priester, der mit seiner eigenen Homosexualität kämpft. Im Gespräch erklärt Regisseurin Malgoska Szumowska, dass sie keine Klischees, sondern Liebe auf die Leinwand bringen wollte.



Der rumänische Regisseur Calin Peter Netzer auf der Berlinale 2013Calin Peter Netzer (Deutschlandradio / Thomas Otto)"Pozitia Copilului" - "Kinderpose"
Rumänien, Regie: Calin Peter Netzer
Auch ganz hoch im Kurs steht bei unseren Kritikern der rumänische Film "Pozitia Copilului" ("Kinderpose"): Barbu fährt viel zu schnell und überfährt einen kleinen Jungen. Seine Mutter versucht mit allen Mitteln, das Problem aus der Welt zu schaffen - auch mit Geld. Regisseur Calin Peter Netzer beschreibt im Interview die pathologische Beziehung zwischen Mutter und Sohn.


"Gloria"
Chile/Spanien, Regie: Sebastián Lelio
Hoffnungen auf einen Silbernen Bären für die beste Darstellerin kann sich Paulina Garcia machen. Sie spielt die 58-jährige Gloria, die sich in der gleichnamigen Tragikkomödie verliebt und in einen Strudel widerstreitender Gefühle gerät. Unsere Kritikerin Christiane Peitz ist von Paulina Garcia begeistert.


Weitere Filme im Wettbewerb


Regisseur Gus van Sant bei der PK zum Film "Promised Land" auf der 63. Berlinale 2013Regisseur Gus van Sant bei der PK zum Film "Promised Land" auf der 63. Berlinale 2013 (Deutschlandradio / Thomas Otto)"Promised Land" - "Gelobtes Land"
USA, Regie: Gus van Sant
In Gus Van Sants "Promised Land" arbeitet Matt Damon für einen Energiekonzern und soll die Bewohner einer US-Kleinstadt von der umstrittenen Gasfördertechnik Fracking überzeugen."Fracking ist eine Risikotechnologie", sagt der Energie-Experte Oliver Krischer (Grüne) über den Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "Promised Land".



Ulrich Seidl in CannesDer österreichische Regisseur Ulrich Seidl (picture alliance / dpa / Stephane Reix)"Paradies: Hoffnung"
Österreich/Frankreich/Deutschland, Regie: Ulrich Seidl
Ulrich Seidl beschließt mit diesem Film seine Paradies-Trilogie. Diesmal schickt er die 13-jährige Melanie in ein Diätcamp und lässt sie sich in den Arzt und Campleiter verlieben.

Unsere Kritikerin Hannelore Heider über die Wettbewerbsfilme "In the name of...", "Promised land" und "Paradies: Hoffnung"


"Gold"
Deutschland, Regie: Thomas Arslan
Bei dem deutschen Film im Wettbewerb hat Thomas Arslan Regie geführt. Sieben Auswanderer aus Deutschland zieht es 1898 in die USA, wo sie dem Ruf des Goldes folgen und sich durch bedrohliche Wildnis kämpfen.

Der bosnische Regisseur Danis TanoviæDer bosnische Regisseur Danis Tanoviæ (Deutschlandradio / Thomas Otto)"An Episode in the Life of an Iron Picker"
Bosnien und Herzegowina/Frankreich/Slowenien, Regie: Danis Tanovic
Eine Roma-Familie und ihr täglicher Kampf ums Überleben. Regisseur Danis Tanovic lässt die beiden Hauptdarsteller seines Berlinale-Beitrags ihre eigene Geschichte spielen. Im Interview sagt er: "Wir hatten kein Skript, nichts, und wir haben einfach dann neun bis zehn Tage gedreht und eben den Film fertig gemacht".


"Prince Avalanche"
USA, Regie: David Gordon Green
Ein philosophisches Roadmovie über Alvin und Lance, die den Sommer über in einem einsamen Waldgebiet arbeiten und Fahrbahnmarkierungen erneuern. Mit Regisseur David Gordon Green haben wir über den Film und das amerikanische Independent-Kino gesprochen.


"Night Train to Lisbon"
Deutschland, Schweiz, Portugal, Regie: Bille August
Lateinlehrer Gregorius stößt auf ein Buch des portugiesischen Dichters und Arztes Amadeu de Prado. Daraufhin reist er per Nachtzug nach Lissabon und versucht dort, das Puzzle von Amadeus' Leben wieder zusammenzusetzen.

Unsere Kritikerin Hannelore Heider berichtet über "An Episode in the Life of an Iron Picker", "Prince Avalanche" und "Night Train to Lisbon"

Der Regisseur Steven Soderbergh im Porträt.Der Regisseur Steven Soderbergh stellt auf der Berlinale 2013 seinen Film "Side Effects" vor. (picture alliance / dpa /Ekaterina Chesnokova)"Side Effects"
USA, Regie: Steven Soderbergh
Steven Soderbergh beschäftigt sich mit den Machenschaften großer Pharmakonzerne und schildert das Schicksal einer jungen Frau unter Medikamenteneinfluss. Susanne Burg fasst den Film mit Risiken und Nebenwirkungen zusammen.





Iranischer Filmemacher Dschafar PanahiDer iranische Filmemacher Jafar Panahi (picture alliance / dpa)"Pardé" - "Closed Curtain"
Iran, Regie: Jafar Panahi, Kamboziya Partovi
Iran: Ein Mann, der trotz Verbotes einen Hund besitzt und eine Frau, die an einer verbotenen Feier teilgenommen hat, verbarrikadieren sich in einer abgelegenen Villa und verhängen die Fenster.
Jörg-Christian Schillmöller hat den Film für uns gesehen.



"Camille Claudel 1915"
Frankreich, Regie: Bruno Dumont
Camille Claudel, gespielt von Juliette Binoche, fühlt sich von ihren Neidern und ihrem ehemaligen Liebhaber verfolgt. Von ihrer Familie wurde sie deshalb in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.
Unser Kritiker Jörg Taszman hat sich Pardé, Side Effects und Camille Claudel 1915 angesehen.

"La Religieuse" - "Die Nonne"
Frankreich/Deutschland/Belgien, Regie: Guillaume Nicloux
Suzanne Simonin wird als junge Frau von ihren Eltern in ein Kloster geschickt und sieht sich Repressalien, Demütigungen und religiösem Fanatismus ausgesetzt.

Der kanadische Filmemacher Denis Cote auf der Berlinale 2013Der kanadische Filmemacher Denis Cote auf der Berlinale 2013 (Deutschlandradio / Thomas Otto)"Vic und Flo haben einen Bären gesehen"
Kanada, Regie: Denis Côté
Vic wird aus dem Gefängnis entlassen und sucht mit ihrer Freundin Flo die Ruhe in einer Hütte im kanadischen Wald. Die finden sie dort allerdings nicht.

Kritikerin Christiane Peitz mit ihren Eindrücken der Wettbewerbsfilme "Gloria", "La Religieuse" und "Vic und Flo haben einen Bären gesehen".


"Layla Fourie"
Deutschland/Südafrika/Frankreich/Niederlande, Regie: Pia Marrais
In dem Thriller Layla Fourie verfolgt Regisseurin Pia Marrais die Spuren der Apartheid und beschreibt die heutigen Rassenkonflikte in Südafrika. Mit uns hat sie über ihren Blick auf Südafrika gesprochen.

Unsere Kritikerin Hannelore Heider über die Wettbewerbsfilme "Kinderpose", "Before Midnight" und "Layla Fourie".

"Ein langes und glückliches Leben"
Russland, Regie: Boris Khlebnikov
Sascha bewirtschaftet eine ehemalige Kolchose auf der russischen Halbinsel Kola. Korrupte Beamte wollen ihn dazu bringen, seine Wirtschaft aufzugeben. Wir haben mit dem Regisseur Boris Khlebnikov gesprochen.


Mehr bei dradio.de

Der Berlinale-Ehrenpreisträger Claude Lanzmann, unsere Kritiken vom Tag und Jugend und Gewalt im Kino: Unser Berlinale-Programm von Donnerstag und Freitag und der Überblick über unsere gesamte Berichterstattung.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:15 Uhr DLF - Zeitzeugen im Gespräch

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Zum Tod Harun Farockis"Großer europäischer Intellektueller"

Der deutsche Filmkünstler Harun Farocki in seiner Ausstellung "Spiel und Spielregeln"  im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst in Oldenburg, April 2013

Bekannt wurde Harun Farocki nicht zuletzt durch seine Drehbuch-Kooperationen mit dem Regisseur Christian Petzold. Gestern starb er im Alter von 70 Jahren. Alexander Horwath, Direktor des Wiener Filmmuseums, würdigt den Künstler.

Drohende Staatspleite"Eine inszenierte Schlacht"

Demonstranten tun ihre Unterstützung für Präsidentin Kirchner kund.

Die Leiterin des Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Buenos Aires, Kristin Wesemann, hält Argentinien nicht für zahlungsunfähig. Das Land fürchte eine Klageflut von Gläubigern der Staatskrise 2001.

MedienDie Weltmeisterreporter

Während sich die Weltmeister von der Fußball-WM erholen, bleiben wir neugierig: Was war nötig, damit ARD und ZDF alle 64 Spiele im TV, Radio und Online übertragen konnten? Reporter Dirk Walsdorff kehrt vielen Eindrücken aus Brasilien zurück.

Der Fall LitwinenkoPolonium-Mord wird neu aufgerollt

Die Witwe Alexander Litwinenkos, Marina Litwinenko.

2006 wurde der KGB-Offizier Alexander Litwinenko in London mittels einer radioaktiv verseuchten Tasse Tee ermordet. Der Verdacht fiel auf den Kreml. Jetzt wird der Fall dank der Hartnäckigkeit seiner Witwe wieder untersucht.

ErbkrankheitenEin Baby mit drei Eltern

Wenn einem Baby eine Erbkrankheit droht, kann eine neue Methode helfen: Zum Sperma des Vaters und der Eizelle der Mutter kommt noch eine weitere Eizelle einer Spenderin. In Großbritannien wird diese Methode jetzt erstmals legalisiert.

Louis de FunèsNein?! Doch! Oh!

Der französische Komiker Louis de Funes in seiner Paraderolle als Gendarm von St. Tropez in dem Film "Louis und seine verrückten Politessen" aus dem Jahr 1983.

Im Prinzip spielte er immer den cholerischen Kleinbürger, der nach oben buckelt und nach unten tritt. Doch diese Rolle perfektionierte Louis de Funès in zahlreichen Variationen und mit faszinierendem Grimassieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nahost:  Amos fordert tägliche Feuerpause | mehr

Kulturnachrichten

Filmemacher, Drehbuchautor und Künstler  Harun Farocki ist tot | mehr

Wissensnachrichten

Gratis-Zugang  Facebook startet kostenloses Internet-Projekt für Handy-Nutzer in Sambia | mehr