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Wer folgt auf Papst Benedikt?

Bis Ostern soll ein neuer Papst bestimmt werden

Papst Benedikt XVI. bei der Christmette im Petersdom (picture alliance / dpa / Claudio Peri)
Papst Benedikt XVI. bei der Christmette im Petersdom (picture alliance / dpa / Claudio Peri)

Die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. hat die Welt überrascht. Am Tag danach wird vor allem spekuliert, wer sein schweres Erbe als Oberhaupt der katholischen Kirche antreten könnte. Deutsche Bischöfe plädieren für einen Nachfolger, der sich an Benedikt XVI. und Johannes Paul II. orientiert.

Bis Ostern soll der neue Papst feststehen. Schon am Montag setzten erste Spekulationen über mögliche Nachfolger ein. Ein irischer Buchmacher setzte auf Kardinal Marc Ouellet aus dem kanadischen Quebec. Auch zwei Afrikaner werden genannt: Peter Turkson aus Ghana und Francis Arinze aus Nigeria. Aus Lateinamerika wird vor allem der Erzbischof von Sao Paulo, Kardinal Odilo Scherer, als einer der Favoriten gehandelt. Erneut sind auch zwei Italiener im Gespräch: Der Mailänder Erzbischof Angelo Scola hätte Chancen, heißt es, aber auch Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone.

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann nannte die Herkunft des neuen Papstes im Deutschlandfunk unerheblich. Wichtig sei nur seine Eignung, sagte Ackermann mit Blick auf mögliche Kandidaten aus Afrika und Amerika.

Deutsche Bischhöfe wünschen sich Kontinuität

Im Wahlgremium haben noch immer die Europäer die Mehrheit. Etwa die Hälfte der Kardinäle, die an der Papst-Wahl teilnehmen können, stammt aus Europa. In der Vergangenheit kamen die katholischen Kirchenoberhäupter in der Regel aus Italien, auch wenn die "Tradition" zuletzt mit dem Polen Johannes Paul II. und eben mit Benedikt XVI. gebrochen wurde.

Nach der Rücktrittsankündigung des Papstes hoffen deutsche katholische Bischöfe, dass das nächste Kirchenoberhaupt in der Tradition seiner Vorgänger stehen wird. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, sagte der Tageszeitung «Die Welt» wichtig sei, dass der neue heilige Vater seinen Dienst in der Kontinuität von Benedikt XVI. und Johannes Paul II. sehe.

Bis Ostern soll der neue Papst feststehen

Pater Bernd Hagenkord SJ, Leiter der deutschen Redaktion von Radio Vatikan (Deutschlandradio - Bettina Straub)Pater Bernd Hagenkord SJ, Leiter der deutschen Redaktion von Radio Vatikan (Deutschlandradio - Bettina Straub)Am 28. Februar wird Benedikt sein Pontifikat aufgeben. Dann beginnt innerhalb weniger Tage das Konklave, das seinen Nachfolger wählt. Der 85-Jährige aus Bayern, gebürtige Joseph Ratzinger, begründete seinen Schritt mit schwindenden körperlichen und geistigen Kräften.

Der Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan, Pater Bernd Hagenkord, nannte die Erklärung des Papstes, er trete aus Altersgründen zurück, überzeugend. Hagenkord sagte im Deutschlandfunk, der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und die Vatileaks-Affäre hätten Benedikt zwar Kraft gekostet, er sei aber nicht aus dem Amt geflohen: "Ich glaube, dieser Mann ist der letzte, der fliehen würde. Er gibt ein Beispiel, sich selber nicht zu wichtig zu nehmen."

Kardinal Meisner: "Nicht älter als 70"

Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner (AP Archiv)Der Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner (AP Archiv)Nach den Worten des Kölner Kardinals Joachim Meisner "müsste der neue Papst sicher ein Mann von ähnlich hoher Bildung wie Joseph Ratzinger, mit großer menschlicher Erfahrung und - vor allem - von vitaler Gesundheit sein. Nicht älter als 70", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Benedikt und sein Vorgänger Johannes Paul II. hätten sich "herrlich ergänzt". "Insofern wäre eine Mischung aus Wojtyla und Ratzinger gar nicht schlecht."

Für einen jüngeren Papst sprach sich auch der Generalsekretär des Zentralkomitees Deutscher Katholiken, Stefan Vesper, aus. Im Deutschlandfunk äußerte er die Hoffung, dass ein jüngerer Vertreter die Kirche weiterentwickeln werde - etwa mit Blick auf den Schutz des Lebens und die Rolle der Frauen.

Der katholische Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat mit Zurückhaltung auf Forderungen nach einem jüngeren Papst reagiert. Er glaube, dass es gar nicht verkehrt sei, wenn der Papst etwas älter ist, sagte Woelki am Dienstagmorgen im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb). Woelki, der mit 56 Jahren zu den weltweit jüngsten Kardinälen zählt, nannte ein Alter von "Mitte 60, Anfang 70 oder Ende 60". Bei einem Nachfolger müsse es sich um einen «Seelsorger» und um einen Mann handeln, «der ein Herz für die Menschen hat», sagte Woelki. Auch müsse es dem künftigen Papst gelingen, den Glauben in eine Sprache zu übersetzen, die die Menschen heute verstehen, fügte der Kardinal hinzu.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

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