Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Westen mit neuem Resolutionsentwurf gegen Syrien

Russland will Sankionen nicht unterstützen

Ein brennendes Gebäude in Homs, Syrien (picture alliance / dpa / EPA)
Ein brennendes Gebäude in Homs, Syrien (picture alliance / dpa / EPA)

Im UN-Sicherheitsrat haben die westlichen Länder einen neuen Resolutionsversuch mit Sanktionen gegen das Regime in Syrien gestartet. Russland will diese nicht dulden. Der syrische Botschafter im Irak sagte sich dagegen vom Regime los.

Mehrere westliche Staaten im UN-Sicherheitsrat fordern in einem neuen Resolutionsentwurf ein Ende der Gewalt in Syrien. Der Entwurf sieht den Rückzug von Truppen und schweren Waffen aus Wohngebieten vor. Staatschef Baschar al-Assad solle innerhalb von 10 Tagen die Angriffe mit schweren Waffen durch seine Armee beenden, andernfalls drohten Sanktionen, heißt es in dem von Großbritannien, Frankreich, den USA und Deutschland in New York vorgelegten Resolutionsentwurf. Darin wird die Gewalt beider Seiten verurteilt, sieht die Verantwortung für das seit 16 Monaten anhaltende Blutbad aber eindeutig aufseiten der Regierung. Seitdem das Regime im März vergangenen Jahres begonnen hatte, friedliche Proteste durch das Militär niederschlagen zu lassen, sollen nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen 14.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Erste Verhandlungen über das Papier sollen heute im UN-Sicherheitsrat beginnen.

Russland macht Ablehnung gegen Sanktionen deutlich

Syriens Präsident Assad begrüßt Russlands Außenminister Lawrow (dpa / picture alliance / Eduard Pesov)Syriens Präsident Assad begrüßt Russlands Außenminister Lawrow (dpa / picture alliance / Eduard Pesov)Russland kann per Veto weiterhin alle Schritte blockieren. Das Land strebt offenbar nur eine Verlängerung der UN-Beobachtermission zur Überwachung des ohnehin nicht eingehaltenen Waffenstillstands um drei Monate an. Moskau hat bislang drei Resolutionsentwürfe blockiert und auch jetzt bereits angekündigt, keinerlei Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus mittragen zu wollen. Syrien ist einer der größten Waffenkunden Russlands und gewährt Moskau zudem einen Flottenstützpunkt.

Unmittelbar vor dem Treffen des UN-Sicherheitsrates hatte es zum ersten Mal Gespräche zwischen dem oppositionellen syrischen Nationalrat und der russischen Regierung gegeben - sie brachten allerdings keine Annäherung. Russland hält im Syrien-Konflikt an seinem international heftig kritisierten Kurs fest.

Annan fordert stärkeren Druck auf Konfliktparteien

Der UN-Sondergesandte Kofi Annan in Genf (picture alliance / dpa / Martial Trezzini)Der UN-Sondergesandte Kofi Annan: Die Lage in Syrien verschlechtert sich täglich (picture alliance / dpa / Martial Trezzini)Der UN-Sondergesandte Kofi Annan war in den vergangenen Tagen zu Gesprächen in Damaskus, Teheran und Bagdad unterwegs. Er forderte vom UN-Sicherheitsrat Geschlossenheit im Syrien-Konflikt. Wenn der Rat mit einer Stimme spreche, sei er viel mächtiger. Annan sagte, dass Syriens Präsident Baschar al-Assad einen Vermittler benannt habe, der mit der Opposition sprechen solle. Im April hatte Annan einen Friedensplan für Syrien vorgelegt, der unter anderem einen Waffenstillstand vorsah. Er erwies sich bislang jedoch als wirkungslos.

Syrischer Botschafter zur Opposition übergelaufen

Der syrische Botschafter in Bagdad, Nawaf Fares, erklärte in einer Videobotschaft das Ende seiner diplomatischen Mission und seinen Austritt aus der in Syrien regierenden Baath-Partei. Das Überlaufen des Botschafters bedeutet einen weiteren schweren Schlag für Machthaber Baschar al-Assad. Vergangene Woche war der syrische General Manaf Tlass zur Opposition übergelaufen. Tlass gehörte der Republikanischen Garde an und ist der Sohn eines früheren Verteidigungsministers und engen Freunds von Assads Vater Hafis. Zuvor hatten bereits mehrere hochrangige Offiziere die Seiten gewechselt und in der Türkei Zuflucht gesucht.

Mehr Hintergründe zu Syrien:

Die Toten von Hama - Syrien und das System Assad
"Freunde Syriens" fordern Assads Rücktritt - Krisengipfel in Paris fordert China und Russland zum Handeln auf

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Klassik-Pop-et cetera

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Endlich Samstag

Aus unseren drei Programmen

Deutschland und Visegrad-Gruppe"In der Flüchtlingspolitik treffen zwei Ansätze aufeinander"

Treffen in Warschau: Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo (von rechts), Bundeskanzlerin Angela Merkel und der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. (PAP)

Der Osteuropa-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Kai-Olaf Lang, wertet es als sinnvolles Signal, dass Bundeskanzlerin Merkel in Warschau mit der sogenannten Visegrad-Gruppe zusammenkommt. In der Flüchtlingspolitik wollten diese Länder ebenso wie Deutschland eine europäische Lösung, sagte Lang im Deutschlandfunk. Ihr Ansatz sei allerdings ein anderer.

ErnährungDick und krank durch Sojaöl

Eine dicke Frau sitzt am Strand. (Matt Cardy / Getty Images)

Soja ist gesund, das Öl aus der "Wunderbohne" gilt als "gutes Fett". Doch eine US-Studie legt nun den Verdacht nahe, dass Sojaöl womöglich viel schädlicher für die Gesundheit ist als andere Fette.

TextverarbeitungDrucker aus: Word ist tot

Druckt ihr noch - und nutzt ihr dafür Word? Wir glauben, Word ist tot. Wenn wir lange Texte schreiben, dann wollen wir die doch online veröffentlichen. Und genau dann macht uns Word irre.

Französischer Abgeordneter ApparuBurkiniverbot ist "gerechtfertigt"

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains. (AFP / Francois Guillot)

Der französische Parlamentsabgeordnete Benoist Apparu von der Partei Les Républicains hat Verständnis für ein Burkini-Verbot. Er sagte im Deutschlandfunk, mit Blick auf die aktuellen Spannungen in Frankreich bestehe das Risiko, dass Burkinis die öffentliche Ordnung störten. 

Aus den FeuilletonsErzwungener Striptease für die Freiheit?

Eine Frau mit Kopftuch und T-Shirt badet am 21.07.2016 am Strand von Norddeich (Niedersachsen) in der Nordsee.  (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)

Vier bewaffnete Männer umstehen am Strand von Nizza eine Frau – und zwingen sie einen Teil ihrer Verhüllung abzulegen. Ein schreckliches Bild, schreibt darüber Andreas Rosenfelder in der "Welt": Darin ein Symbol unserer Freiheit zu sehen, will ihm nicht gelingen.

KonfliktforscherKaum Chancen für Frieden in Syrien

Eine große Rauchwolke über einigen Gebäuden in einer Wüstengegend.  (AFP / BULENT KILIC)

Nach dem Willen der internationalen Gemeinschaft sollen Verhandlungen den Krieg in Syrien beenden. Deren Aussichten schätzt der Konfliktforscher Wolfgang Schreiber skeptisch ein: Derzeit seien die Bedingungen für einen Frieden in Syrien einfach nicht gegeben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Italien  Staatspräsident Mattarella besucht vom Erdbeben verwüstetes Dorf Amatrice | mehr

Kulturnachrichten

"Lange Nacht der Museen" in Berlin wirbt mit über 700 Veranstaltungen  | mehr

Wissensnachrichten

Urheberrecht  Streit um Affen-Selfie geht in zweite Runde | mehr