Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Westerwelle: Afghanistan-Abzug soll 2011 beginnen

Bilanz mit Licht und Schatten

Bundesaußenminister Westerwelle spricht im Bundestag in Berlin (AP)
Bundesaußenminister Westerwelle spricht im Bundestag in Berlin (AP)

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat dafür geworben, mit dem Beginn des Abzugs deutscher Truppen aus Afghanistan Ende 2011 zu beginnen. Bis 2014 sollten keine deutschen Kampftruppen mehr im Land stationiert sein, sagte der Vizekanzler in einer Regierungserklärung im Bundestag.

Deutschland verteidige in Afghanistan auch seine eigene Sicherheit, sagte Westerwelle. Die Kritik der Opposition an Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wies der FDP-Chef zurück. Die Opposition habe zwar das Recht, die Regierungsarbeit zu kritisieren, "die Schmähkritik an Frau zu Guttenberg war aber unanständig", betonte Westerwelle.

Verteidigungsminister Guttenberg hatte zu seiner letzten Afghanistan-Reise seine Frau Stephanie mitgenommen und damit vor allem in der Opposition für Empörung gesorgt.

SPD-Außenexperte Gernot Erler hatte von der Bundesregierung im Vorfeld eine verbindliche Aussage über den Abzugsbeginn der Bundeswehr in Afghanistan gefordert. Nur mit klaren Daten könne man Druck auf die afghanischen Behörden ausüben und so Eigenverantwortung befördern, sagte Erler im Deutschlandradio Kultur.

Bundeswehrsoldaten beobachten eine Landstraße am Stadtrand von Kunduz in Afghanistan (AP)Bundeswehrsoldaten beobachten eine Landstraße am Stadtrand von Kunduz in Afghanistan (AP)

Fortschrittsbericht zeigt Licht und Schatten

Grundlage der Regierungserklärung ist der Fortschrittsbericht der Bundesregierung für Afghanistan. Aus diesem geht hervor, dass das Jahr 2010 einen Wendepunkt im internationalen Afghanistan-Engagement markiert. Im Zuge der Übergabe der Verantwortung an afghanische Truppen ist nach dem Bericht eine Reduzierung der Truppenstärke in Afghanistan ab Ende 2011 möglich, lässt den Beginn des Abzugs aber auch für 2012 noch offen.

Als Erfolge nennt der Fortschrittsbericht das Bildungswesen und den Bereich der Infrastruktur. Die Lage der Menschenrechte in Afghanistan habe sich zwar verbessert, entspreche aber noch nicht den internationalen Standards. Negativ stehe insbesondere die Korruption zu Buche.

Derzeit sind rund 4600 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz. Im Januar 2011 entscheidet das Parlament über das künftige Afghanistan- Mandat für die rund 5000 Bundeswehrsoldaten.

US-Präsident Barack Obama hält eine Rede im Eisenhower Executive Building in Washington (AP)US-Präsident Barack Obama (AP)

Obama zieht Zwischenbilanz zu Afghanistan

US-Präsident Barack Obama wird rund ein Jahr nach der Verkündung seiner neuen Strategie für den Afghanistan-Krieg einen neuen Regierungsbericht über den Einsatz am Hindukusch präsentieren. Im Dezember 2009 hatte Obama das US-Kontingent in Afghanistan 30.000 weitere Soldaten aufgestockt und gleichzeitig den Beginn des Truppenabzugs für Juli 2011 angekündigt. Bis 2014 will die US-Armee sämtliche Kampftruppen aus Afghanistan abziehen.

Präsidentensprecher Robert Gibbs verwies im Vorfeld des Berichtes auf Fortschritte in allen drei Problembereichen: Es gebe wichtige Fortschritte im Kampf gegen die Taliban, gegen ranghohe Al-Kaida-Kämpfer und in der Zusammenarbeit mit Pakistan, sagte Gibbs.

Wenn es um den Kampf gegen die Korruption in der afghanischen Regierung geht und das Vertrauen auf den Anti-Terror-Kampf der Pakistanis in den westlichen Stammesgebieten geht, überwiegt allerdings die Skepsis.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Klassik-Pop-et cetera

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Endlich Samstag

Aus unseren drei Programmen

Vinyl-Box: "The Beatles: The Christmas Records"Weihnachtsgrüße der Beatles

Die Beatles 1967 (imago/ZUMA/Keystone)

Von 1963 bis 1969 verschickten die Beatles an die Mitglieder ihres Fanclubs Weihnachtsbotschaften, die die Bandgeschichte erzählen: vier junge Musiker starten voller Elan, haben überraschend Erfolg und werden sich schließlich fremd.

Radikalisierung in DeutschlandWenn aus Nazis Islamisten werden

Der Angeklagte Sascha L. kommt am 20.09.2017 in Handschellen zum Prozessauftakt in die Staatsschutzkammer des Landgerichts Braunschweig (Niedersachsen). Dem Hauptangeklagten wird die Vorbereitung einer staatsgefährdenden Gewalttat sowie der unerlaubte Umgang mit explosionsgefährlichen Stoffen vorgeworfen. Die drei weiteren Angeklagten sind wegen Beihilfe angeklagt. (Angeklagte auf Anweisung des Gerichts unkenntlich gemacht)  (dpa / Swen Pförtner)

Im Hass vereint: Die Radikalisierung von Islamisten und Rechtsextremen scheint ähnlichen Mustern zu folgen. Ein Fall in Braunschweig lässt aufhorchen: Dort ist ein mutmaßlicher Islamist angeklagt, der vor drei Jahren noch zur rechtsextremen Szene gehört haben soll.

Anita Rée-Ausstellung in Hamburg Die Menschen-, die Frauen-Malerin

"Selbstbildnis" der Malerin Anita Rée  (picture alliance/dpa/Foto: Georg Wendt)

Die Künstlerin Anita Rée stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie, zeitlebens wehrte sie sich aber dagegen, dass ihre Arbeiten als jüdische Kunst gelte. Ihre sensiblen Portraits sind noch bis Februar in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

Germanistin Sandra Richter"Deutschsprachige Literatur wird global wahrgenommen"

Eine junge Frau betrachtet im Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar eine Porträtbüste von Johann Wolfgang Goethe. (dpa / picture alliance / Hendrik Schmidt)

Rockstars und Jeansdesigner nutzen Rilke-Verse als Kontext. Und es gibt viele weitere Bespiele für den weltweiten Einfluss deutscher Literatur. Die Germanistin Sandra Richter hat ein Buch über deren Weltgeschichte veröffentlicht – "eine Geschichte des kulturellen Austauschs".

Antisemitismus in Deutschland"Wir brauchen eine gesellschaftspolitische Offensive"

Volker Beck (Grüne) spricht am 03.06.2016 im Deutschen Bundestag in Berlin. (dpa)

Auf Demonstrationen in Berlin wurden kürzlich israelische Flaggen verbrannt. Volker Beck von den Grünen fordert deswegen mehr Aufklärung über Antisemitismus. Allein mit ordnungspolitischen Maßnahmen ließe sich das Problem nicht lösen, sagte er im Dlf.

80 Jahre Bunker in WünsdorfNazis, Russen und Touristen

Ein Bunker im Wald nahe dem brandenburgischen Ort Wünsdorf. (Philipp Buder/Thomas Klug)

1937 wurde im brandenburgischen Wünsdorf mit dem Bau streng geheimer Bunker begonnen – das Oberkommando der Wehrmacht sollte von dort den Zweiten Weltkrieg dirigieren. Die Bunkeranlagen sind mittlerweile ein Mahnmal und locken viele Touristen an.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Jürgen Todenhöfer  "Der Jemen braucht Frieden" | mehr

Kulturnachrichten

Peter Jackson gibt Interview zum Fall Weinstein | mehr

 

| mehr