Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Westerwelle fordert Taten statt Worte

Außenminister reichen jüngste Zugeständnisse des Iran im Atomstreit nicht aus

Zu Guttenberg, Westerwelle und EU-Außenministerin Ashton. (AP)
Zu Guttenberg, Westerwelle und EU-Außenministerin Ashton. (AP)

Bundesaußenminister Westerwelle gibt sich mit den jüngsten Zugeständnissen des Iran im Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft nicht zufrieden. Eine Einigung mit der Wiener Atomenergiebehörde wäre ein erster Schritt, sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

"Es wäre aber kein Ersatz für Verhandlungen, um den zivilen Charakter des iranischen Atomprogramms sicherzustellen."

Das iranische Atomprogramm stand in München gestern im Mittelpunkt der Debatte. Westerwelle betonte, der Iran müsse seinen Worten Taten folgen lassen: "Unsere Hand bleibt ausgestreckt, aber bisher greift sie ins Leere." Im Deutschlandfunk forderte der Außenminister, dass der Iran zukünftig völlige Transparenz bezüglich seines Atomprogramms an den Tag legen müsse:

"Ein atomar bewaffneter Iran, das wäre ja nicht nur eine Bedrohung für die Länder in der Region; es würde auch vor allen Dingen die Weltgemeinschaft erheblich beschäftigen und auch die Stabilität gefährden."

Irans Außenminister betont Recht auf Atomkraft

Der iranische Außenminister Manutschehr Mottaki, der ebenfalls auf der Sicherheitskonferenz in München erschienen ist, beteuerte, sein Land sei zu einer Beilegung des Atomstreits bereit. "Die islamische Republik meint es ernst", sagte Mottaki bei einer Podiumsdiskussion.

Mit dem Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), schwach angereichertes iranisches Uran gegen höher angereichertes aus dem Ausland zu tauschen, sei man einverstanden. Er betonte jedoch mehrfach das Recht seines Landes, Atomkraft für zivile Zwecke zu nutzen.

Gates sieht keine Annäherung, Ashton optimistisch

Trotz Beteuerungen aus Teheran sieht US-Verteidigungsminister Robert Gates keine Annäherung im Atomstreit mit dem
Iran. Eine Einigung sei nicht in Reicheweite, sagte er in Ankara. Die Hohe Repräsentantin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Ashton, betonte dagegen, die Möglichkeiten für eine Verhandlungslösung seien noch nicht ausgeschöpft.

Wenig zuversichtlich ist auch der polnische Journalist Wawrzyniec Smoczynski, stellvertretender Leiter des Politikressorts der Wochenzeitung "Polityka". Mottaki habe nichts neues gesagt und keine Sicherheit geboten, dass der Iran sein Versprechen einlösen würde, erklärte er im Deutschlandfunk. "Es ist eine Taktik, um Zeit zu gewinnen."

Sicherheitskonferenz gestern in München eröffnet

Die 46. Sicherheitskonferenz wurde gestern in München eröffnet. Politiker und Militärs aus 40 Ländern beraten dort über Themen wie Abrüstung, Energiesicherheit sowie die Situation in Afghanistan und Nahost. Deutschland wird von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vertreten.

Der Tagungsort, das Hotel Bayerischer Hof, unterliegt starken Sicherheitsvorkehrungen. Zudem werden weite Teile der Münchener Innenstadt abgesperrt. 3700 Polizisten sind im Einsatz, um gegebenenfalls gewaltbereiten Demonstranten entgegentreten zu können. Die Gegner der Sicherheitskonferenz kritisieren das Treffen als Propagandaveranstaltung für den Afghanistan-Krieg.

Auch DRadio Wissen, das dritte Programm des Deutschlandradios, berichtet auf seiner Internetseite über die Konferenz.

Internetseite der Münchener Sicherheitskonferenz

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:05 Uhr Gottesdienst

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:07 Uhr Lesart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Aarhus-Projekt Dänemarks Umgang mit jungen Islamisten

Menschen erinnern am 14. Februar 2016 mit einer Lichterkette an die Anschläge vor einem Jahr in Kopenhagen. (dpa / picture alliance / Claus Bech)

Dialog und harte Hand - so beschreibt der Bürgermeister der dänischen Stadt Aarhus das erfolgreiche Projekt, Syrien-Rückkehrern die Chance zu geben, zurück in ein normales Leben zu finden. Gemeinsam mit muslimischen Mentoren geht die Polizei mit den islamistischen Extremisten in den Dialog.

Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat"Ein Comic-Manifest erklärt die Medienwelt

Ausschnitt aus der deutschen Übersetzung der Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat", geschrieben von Brooke Gladstone und gezeichnet von Josh Neufeld (Correctiv / David Schraven)

Der Journalismus hat zurzeit Probleme mit seiner Glaubwürdigkeit. Ob die Medien sogar fremdgesteuert sind, ist Thema von "Der Beeinflussungsapparat". Die Recherchegruppe Correctiv hat die Graphic Novel aus den USA nun auf Deutsch herausgegeben.

ChinaAKW Hualong 1 für den Sudan

China exportiert Reaktortechnik und baut im Sudan das erste Atomkraftwerk des Landes. Für China ist das der Auftakt. Geplant ist der Export von 30 Reaktoren bis 2030.

Kritik zum Katholikentag"Die christlichen Kirchen werden massiv privilegiert"

Teilnehmer der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) haben sich am 24.05.2016 in der Kongresshalle in Leipzig (Sachsen) versammelt. (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)

Staat und Kirche müssten konsequenter getrennt werden, fordert der konfessionslose Jurist Maximilian Steinhaus anlässlich des Katholikentages. Die Gesellschaft sei so vielfältig, dass der Staat die unterschiedlichen Weltanschauungen gar nicht gerecht fördern könne.

LandwirtschaftAntibiotika kurbeln Produktion von Treibhausgasen an

Rinder in einem Stall in Deutschland. (imago stock&people)

Antibiotika werden in der Landwirtschaft nicht nur bei Krankheiten von Nutztieren verabreicht, sondern auch als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt. Forscher warnen immer wieder davor, dass so antibiotikaresistente Krankheitserreger entstehen. Aber es gibt wohl noch einen weiteren Nebeneffekt.

TV in Russland Sex, Klatsch und viel Propaganda

 Russlands prominente Sex-Beraterin im Fernsehen: Anfisa Chekhova. (imago)

Das russische Fernsehen ist weitgehend unter staatsnaher Kontrolle. Aber anders als zu Sowjetzeiten, als staatstragende Medien öde und langweilig waren, wird die Propaganda heute in beliebte Unterhaltung verpackt - die einen großen Teil der Bevölkerung erreicht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

G7  EU dringt auf Schutz vor billigen Stahlimporten aus China | mehr

Kulturnachrichten

Architektur-Biennale beginnt für Fachpublikum  | mehr

Wissensnachrichten

Archäologie  Fernbeziehungen gab es schon vor 5000 Jahren | mehr