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Westerwelle gibt auch den Vizekanzler ab

FDP-Präsidium will am Dienstag über Führung entscheiden

Noch-FDP-Chef Guido Westerwelle  (AP)
Noch-FDP-Chef Guido Westerwelle (AP)

Nach dem Willen des zurückgetretenen FDP-Chefs Guido Westerwelle soll sein Nachfolger auch das Amt des Vizekanzlers erben. Als Favorit für den FDP-Vorsitz gilt Gesundheitsminister Philipp Rösler.

Am Sonntag hatte Guido Westerwelle angekündigt, nicht mehr für den FDP-Parteivorsitz beim Parteitag im Mai kandidieren zu wollen. Bei einer Präsidiumssitzung der Liberalen stellte er nun auch sein Amt als Vizekanzler zur Verfügung.

Der Vizekanzler wird jedoch laut Grundgesetz vom Bundeskanzler - respektive der Bundeskanzlerin - ernannt. Guido Westerwelles Ankündigung bedeutet also nicht zwangsläufig, dass sein Nachfolger auch automatisch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vertreten wird.

Rösler als Nachfolger im Gespräch

Als Favorit für die Nachfolge des FDP-Vorsitzenden wird Gesundheitsminister Philipp Rösler hoch gehandelt. Nach Informationen aus der Parteiführung zieht er eine Kandidatur beim FDP-Parteitag im Mai in Erwägung.

An diesem Dienstag will die Partei die Führungsfrage klären und einen Nachfolger für Westerwelle bestimmen.

Der nordrhein-westfälische FDP-Chef Daniel Bahr verlangte unterdessen die Neubesetzung weiterer Spitzenämter. Im Deutschlandfunk sagte er, die Basis erwarte das. Ähnlich äußerte sich der sächsische FDP-Vorsitzende Holger Zastrow, der zugleich für Rösler als neuen Parteichef plädierte.

Bei den Freien Demokraten wird inzwischen auch darüber diskutiert, ob Westerwelle Außenminister bleiben kann. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Martin Lindner sagte im Rundfunk Berlin-Brandenburg, hier sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Ex-Innenminister Gerhart Baum fordert von Westerwelle offen den Verzicht auf den Posten. "Es ist den Bürgern schwer zu vermitteln, dass jemand vom Parteivorsitz zurücktritt, weil die Partei ihn nicht mehr will, gleichzeitig aber noch das Land nach außen vertreten soll", sagte der Liberale gegenüber "Spiegel Online".

Die FDP-Europa-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin bezeichnete derartige Forderungen dagegen als "nicht fair". Westerwelle sei ein exzellenter Außenminister.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

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