Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Westerwelle mahnt Türkei zu Zurückhaltung

Deutschland besorgt über türkisch-syrischen Konflikt

Bundesaußenminister Westerwelle reiste nach Istanbul (picture alliance / dpa / Katia Christodoulou)
Bundesaußenminister Westerwelle reiste nach Istanbul (picture alliance / dpa / Katia Christodoulou)

Eigentlich wollte Guido Westerwelle auf direktem Weg von Peking zurück nach Berlin. Nach seinem dreitägigen Besuch in China machte er jetzt jedoch spontan Zwischenstation in Istanbul. Dort traf er türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu.

Der Bundesaußenminister forderte seinen türkischen Amtskollegen auf, die bisherige "besonnene Haltung" fortzusetzen. Zugleich sicherte er der Türkei Deutschlands Solidarität zu, wofür sich Davutoglu bedankte. Der türkische Minister fügte jedoch hinzu, bei weiteren schweren Grenzverstößen durch Syrien werde die Türkei selbstverständlich "ein Handeln entgegensetzen".

Situation in der Türkei wird beobachtet

Der CDU-Außenpolitikexperte Ruprecht Polenz warnte die Türkei vor Alleingängen. Das Land müsse sich eng mit den NATO-Partnern abstimmen, forderte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags im Deutschlandfunk. Die eskalierende Lage an der türkisch-syrischen Grenze sei besorgniserregend.

Ein F-16-Jet im Einsatz (Archivbild) (picture alliance / dpa / EPA / Pantelis Saitas)Ein F-16-Jet im Einsatz (Archivbild) (picture alliance / dpa / EPA / Pantelis Saitas)

Moskau reagiert verärgert

Am Mittwoch hatte die Türkei ein syrisches Passagierflugzeug zur Landung in Ankara gezwungen. Dieses war auf dem Weg von Moskau nach Damaskus und soll nach Darstellung der Türkei militärische Güter an Bord gehabt haben. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan will die Fracht nun von einem Experten der NATO untersuchen lassen.

Die russische Regierung wies die Beschuldigungen erneut zurück. Das Flugzeug habe eine völlig legale Lieferung von Radarteilen an Bord gehabt, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. "Eine solche Beförderung mit Passagierflugzeugen ist gängige Praxis und nach internationalen Gesetzen absolut legal", betonte Lawrow. Russland habe "keine Geheimnisse".

Das Regime in Damaskus kündigte an, man wolle zusammen mit der Türkei Mechanismen entwickeln, um die Sicherheit an der Grenze wiederherzustellen. Die türkische Luftwaffe hatte sich nach Berichten türkischer Medien erstmals in die Kämpfe zwischen Truppen des Regimes und der oppositionellen Freien Syrischen Armee eingemischt. Der Fernsehsender "ntvmsnbc" meldete, türkische Kampfjets hätten Bombardements der syrischen Luftwaffe auf die syrische Grenzstadt Asmarin flankiert.

Mehr zum Thema:

Neudeck wirft Assad-Regime barbarisches Tun vor - Leiter der Hilfsorganisation "Grünhelme" über die Lage in Syrien
Erdogans Spiel mit dem Feuer - Die Türkei lässt den Konflikt mit Syrien eskalieren
Warnung vor "sehr gefährlichen Überlegungen" im Konflikt mit Syrien - Sicherheitspolitiker Horst Teltschik spricht sich gegen NATO-Unterstützung für die Türkei aus
Türkei feuert wieder auf Ziele in Syrien - Gefecht im türkisch-syrischen Grenzgebiet

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 19:10 Uhr Sport am Samstag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Oper

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Schulz und Merkel im WahlkampfNur Ankündigungen sind zu wenig

Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz im Gespräch auf dem EU-Gipfel am 15. Dezember 2016 in Brüssel.  (picture-alliance / Belga / Christophe Licoppe)

Ob SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die Politik wieder streitbarer mache, bleibe abzuwarten, meint Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien. Noch fehle ihm dafür der Widerpart. Angela Merkel mobilisiere derzeit eher die parteiinternen Gegner als die eigenen Wähler.

Visual Effects bei der Oscar-VerleihungDie perfekte Illusion

Mowgli (gespielt von Neel Sethi) und Bagheera aus dem Film "The Jungle Book" (2015 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved)

Aufwändige Spezialeffekte entführen uns in fantastische Bildwelten. Fünf Filme können sich nun Hoffnungen auf einen Oscar für ihre Effekte machen. Für "Vollbild" kommentieren zwei Experten die nominierten Filme - an einem haben sie sogar selber mitgearbeitet.

Post, Drucker und KopiererLand der Papierverschwender

Der New Yorker Jim Kavanaugh meint: Hey, ihr Deutschen recycelt wie die Weltmeister, aber warum verbraucht ihr immer noch so schrecklich viel Papier?

Afrikanische AkademikerAus der Not eine Tugend machen

Der Chemiker Derek Ndinteh, aufgenommen in seinem Büro an der Universität Johannesburg (Südafrika).  (picture alliance / dpa / Anja Bengelstorff)

Zahlreiche afrikanische Akademiker verlassen wegen schlechter Bedingungen für Bildung und Forschung den Kontinent. Derek Ndinteh ist geblieben. Er will beweisen, dass in Afrika gute Wissenschaft möglich ist. Und er ist überzeugt, dass er eines Tages den Chemie-Nobelpreis bekommt.

Insekten in KörperöffnungenKein Grund zur Panik

Spinnen im Mund, Kakerlaken in der Nase - ja, alles möglich. Ist aber sehr selten und meistens überhaupt kein Grund zur Sorge. "Das sind eher Schreckensmärchen, das passiert so gut wie nie", sagt Notfallarzt Dr. Johannes Wimmer.  Und selbst wenn.

Europa im UmbruchZerbricht die Demokratie?

Marine Le Pen, Vorsitzende des rechtsextremen Front National, steht bei einem Kongress der Partei im südfranzösischen Frejus mit ausgebreiteten Armen auf der Bühne. (AFP / Franck Pennant)

Rechtsruck, Brexit, EU-Krise: Auf der Demokratie lastet ein enormer Druck, sagt Philipp Blom. Ob sie überlebe, sei noch nicht entschieden. Philipp Albrecht entgegnet: Die Zivilgesellschaft ist stärker, als wir manchmal denken.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Regierung droht nach Anschlägen mit Vergeltung | mehr

Kulturnachrichten

Gabriel drängt zu schneller Entscheidung im Fall Yücel  | mehr

Wissensnachrichten

Geld  Alte Ein-Pfund-Münze bald nutzlos | mehr