Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Westerwelle warnt Ukraine vor EU-Ausgrenzung

UNO-Berater Lemke lehnt Boykott der Fußball-EM ab

Bundesaußenminister Guido Westerwelle: Vorerst kein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)
Bundesaußenminister Guido Westerwelle: Vorerst kein Assoziierungsabkommen mit der Ukraine (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)

Der Umgang der ukrainischen Regierung mit der Oppositionspolitikerin Timoschenko zeitigt Folgen: Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte, dass ein geplantes Assoziierungsabkommen zwischen EU und Ukraine vorerst nicht ratifiziert werde. Unterdessen setzte die Inhaftierte ihren Hungerstreik fort.

"Mit unseren Partnern in der Europäischen Union sind wir uns einig, dass das EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine nicht ratifiziert werden kann, solange sich die Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine nicht in die richtige Richtung entwickelt", sagte Außenminister Guido Westerwelle der "Rheinischen Post".

Symbolfigur der pro-westlichen Opposition

Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko bei dem Gerichtsprozess wegen Amtsmissbrauchs in Kiew (AP / Sergei Chuzavkov)Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko bei dem Gerichtsprozess wegen Amtsmissbrauchs in Kiew (AP / Sergei Chuzavkov)Hintergrund ist die Diskussion um die Inhaftierung Julia Timoschenkos. Die ehemalige Regierungschefin und spätere Oppositionspolitikerin verbüßt eine siebenjährige Gefängnisstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die EU hält ihre Verurteilung für politisch motiviert. Julia Timoschenko gilt als Symbol der pro-westlichen Orangenen Revolution in ihrem Land. Timoschenko soll ernsthaft erkrankt sein, sie leidet an Bandscheibenproblemen.

Tochter hat Angst um Julia Timoschenkos Leben

Jewgenija Timoschenko, die Tochter der Inhaftierten, befürchtet, dass diese ihren seit zwei Wochen andauernden Hungerstreik nicht überleben könnte. Im ZDF-Morgenmagazin sagte sie, sie habe Angst um das Leben ihrer Mutter. Ihr körperlicher Zustand verschlechtere sich von Tag zu Tag. Dazu beigetragen habe eine brutale Behandlung bei der Verlegung in eine neue Klinik. Im Krankenhaus habe man von Zwangsernährung gesprochen.

Jewgenija Timoschenko, die Tochter der ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko (picture alliance / dpa / Samantha Zucchi Insidefoto)Jewgenija Timoschenko, die Tochter der ukrainischen Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko (picture alliance / dpa / Samantha Zucchi Insidefoto)Trotz anhaltenden Widerstands der ukrainischen Regierung unter Viktor Janukowitsch will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Timoschenko weiter nach Deutschland holen. Es sei wichtig, "alles dafür zu tun", dass sie "schnell die richtige Behandlung für ihre Erkrankung bekommt", sagte Merkel dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

UNO-Berater Lemke warnt vor EM-Boykott

Angesichts der Debatte über die anstehende Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine sprach sich der UNO-Berater für Sport, Willi Lemke, gegen einen sportlichen Boykott der EM aus. Solche Maßnahmen hätten noch nie einen Nutzen gehabt, sagte Lemke im Deutschlandfunk. Politiker hingegen hätten "jede Menge Möglichkeiten zur Aufklärung, zum Dialog".

Die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Entscheidung über eine Reise in die Ukraine offenzulassen, bezeichnete Lemke als schlau. Bis zum Beginn des Turniers könne noch viel erreicht werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:35 Uhr Wirtschaft

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Reform des ProstitutionsgesetzesHeikle Mission im Rotlicht-Milieu

Eine Prostitutierte steht am 18.02.2014 in der Dudweiler Landstraße in Saarbrücken (Saarland). (dpa / Oliver Dietze)

Die Bundesregierung will die Arbeit von Prostituierten menschenwürdiger gestalten. Mit dem Verbot sogenannter Gang-Bang-Partys, Gesundheitsberatung und Kondompflicht. Die Betroffenen sehen des Vorhaben skeptisch.

Rekordzahl von JagdlizenzenWaffenbesitz in Australien steigt

Die Jägerin Andrea Wernick zielt am 27.08.2014 bei Fellbach (Baden-Württemberg) mit einem Jagdgewehr. (picture-alliance / dpa / Sebastian Kahnert)

In den 1990er-Jahren wurden die Waffengesetze in Australien verschärft. Und zwar mit Erfolg: Es gab weniger Tote durch Schusswaffen. Jetzt aber steigt der Waffenbesitz wieder an - vor allem weil das Jagen immer populärer wird.

Flaschensammler"Als ob man etwas Verbotenes tut"

Flaschensammeln - für viele Menschen eine Art Einkommen (imago stock&people)

Sie kommen mit Tüten, kleinen Trollys oder Einkaufswagen und karren zum Pfandautomaten, was andere wegwerfen: Pfandsammler. Nicht alle sind arme Schlucker. Viele wollen einfach ihr kleines Gehalt ein wenig aufbessern.

Schulen in NRWStreit um Unterrichtsausfall

Ein Klassenzimmer mit Tafel.  (picture alliance / dpa / Maja Hitij)

An Schulen in Nordrhein-Westfalen fällt 1,7 Prozent des Unterrichts ersatzlos aus. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann hält das für eine positive Nachricht, schließlich habe sich der Unterrichtsausfall im Vergleich zu früheren Statistiken reduziert. Die Opposition deutet die Zahlen anders.

Sexualkunde-Unterricht"Ein wichtiger präventiver Wert"

"Lasst die Kinder Kinder sein" - eine Demonstration gegen den Sexualkundeunterricht an Grundschulen (picture alliance / dpa)

Ein Bündnis besorgter Eltern wehrt sich gegen einen ihrer Meinung nach zu frühen Sexualkunde-Unterricht. Zu Recht? Nein, meint die Sexualpädagogin Anja Hennigsen, denn Aufklärung über Sexualität sei nicht mit Sex gleichzusetzen.

Licht und SchattenDie Baummörder

Bäume töten. Geht's noch? Eigentlich umarmt man die ja. Aber manche Menschen sind von Bäumen genervt: Sie greifen zur Axt, zur Motorsäge, zu Gift. Ulrich Weihs spürt den Baumfrevlern nach.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Parlamentspräsident: Athens Finanzminister verspielt Vertrauen | mehr

Kulturnachrichten

Schriftsteller und Kritiker Fritz J. Raddatz tot  | mehr

Wissensnachrichten

Amazonasbecken  Forscher finden Fossilien von unbekannten Krokodilarten | mehr