Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wettlauf gegen den Staatsbankrott

USA: Republikaner und Demokraten ringen um Lösung

Capitol in Washington (AP / J. Scott Applewhite)
Capitol in Washington (AP / J. Scott Applewhite)

Im US-Schuldenstreit nähern sich die zerstrittenen Republikaner und Demokraten offenbar einer Lösung an. Die Verhandlungsführer beider Parteien zeigten sich gestern Abend optimistisch. Dennoch wurde eine Testabstimmung über einen Kompromissvorschlag verschoben.

Selbst viele US-Bürger haben inzwischen den Überblick verloren, welcher Lösungsvorschlag im US-Schuldenstreit von wem vorgetragen wurde und von welcher Seite er dann wiederum abgelehnt wurde. Sie machen sich Sorgen um ihre eigene Situation.

Wer wenig Geld hat, bangt um die staatliche Unterstützung für das Allernötigste. Wer reich ist, muss fürchten, dass am kommenden Dienstag - dem Tag der drohenden Zahlungsunfähigkeit der Supermacht - die Kurse an den Aktienmärkten einbrechen könnten. Die Soldaten in Afghanistan bangen um die Zahlung ihres Solds.

Doch nun verbreitet sich auf der politischen Bühne in Washington erstmals ein leichter Hoffnungsschimmer, dass man doch noch rechtzeitig zu einer Einigung kommen werde. Die Fraktionsführer der Republikaner in Senat und Repräsentantenhaus - Mitch McConnel und John Boehner - zeigten sich am Samstagabend nach einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama zuversichtlich, dass es eine gute Lösung im Sinne des amerikanischen Volkes geben werde.

Auch der demokratische Fraktionschef im Senat, Harry Reid, ließ mitteilen, dass Demokraten und Republikaner in vielen Fragen Einigkeit erreicht hätten. "Aber es ist noch eine Strecke zurückzulegen", fügte er hinzu. Man brauche Zeit.

Eine Testabstimmung über einen Kompromissvorschlag der Demokraten zur Erhöhung der Schuldenobergrenze war jedoch zunächst verschoben worden. Sie soll nun am heutigen Sonntagabend - nach weiteren Verhandlungen im Wettlauf gegen die Zeit - nachgeholt werden.


Zum Nachhören:
Einigung nahe - oder doch nicht? Korrespondentenbericht von Sabrina Fritz, 31.7. 2011 (DLF, MP3-Audio)

Links bei www.dradio.de
Die Tea-Party-Republikaner im US-Kongress - Wie sie denken, was sie wollen, wie sie handeln (DLF)
"Letztendlich sollen wir sparen" - Michael Ricks: Obama hat die Verantwortung für die Geldpolitik der USA (DLF)
"Es ist ein Poker für die Wahlen" - Aspen Institut erwartet Kompromiss bei US-Haushaltsgesprächen (DLF)
US-Konservative wollen "einen völlig anderen Staat" - Der Harvard-Politologe Karl Kaiser über den Schuldenstreit in Amerika (DKultur)
Snower: US-Regierung braucht längerfristigen Plan zur Lösung der Schuldenkrise - IfW-Chef rechnet nicht mit zufriedenstellender Einigung im Haushaltsstreit (DLF)
Rating-Agentur Moody's droht USA mit Herabstufung - Entzug der Bonitätsbestnote AAA im Gespräch (DLF)

Mehr zum Thema:
Der US-Schuldenstreit im Internet - kommentierte Linkliste von tagesschau.de

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Hörspiel

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Oper

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

PolitikerPlötzlich Populist

Wo kommen auf einmal die vielen Populisten her? In den USA hat sich Donald Trump mit seinen extremen Positionen durchgesetzt. In Frankreich bringt sich Marine Le Pen in Stellung für den Präsidentschaftswahlkampf 2017. Geert Wilders macht die Niederlande unsicher und in Ungarn hat sich der selbstbewusste Viktor Orbán festgesetzt.

Referendum in Italien"Diese Unsicherheit ist es, die Europa bewegt"

Die Flagge der Europäischen Union weht vor wolkenverhangenem Himmel. (picture alliance / dpa / Soeren Stache)

Wenn Italien nein sagt zur Verfassungsreform, wären die Folgen für die EU nicht absehbar, sagte Florian Eder vom Onlinemagazin "Politico" im DLF. Die größte Sorge sei die Frage, wie die Märkte reagieren. Die schlimmste Furcht wäre, wenn die Eurokrise mit aller Macht zurückkäme.

Hackerangriff auf die Telekom Raus aus der digitalen Unmündigkeit

Ein Passwort wird auf einem Laptop über die Tastatur eingegeben. Die Hände auf der Tastatur tragen schwarze Stulpen. Auf dem Monitor sind die Worte "Enter Password" zu lesen. Im Hintergrund erkennt man verschwommen weitere Bildschirme.  (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Der Hackerangriff auf die Telekom-Router war ein Warnschuss. Er zeigt: Wir müssen uns besser wappnen gegen die Bedrohung durch Cyber-Kriminelle und Spionage. Dazu braucht es mehr digitale Bildung und mehr Haftung von Herstellern, meint Philip Banse.

Ruth Klüger über Österreich"Entsetzlich, dass es so weit gekommen ist"

Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger spricht am 27.01.2016 in Berlin im Bundestag bei der Gedenkveranstaltung. (dpa / picture alliance / Kay Nietfeld)

Die Holocaust-Überlebende Ruth Klüger betrachtet den Aufstieg der Rechtspopulisten in ihrem Geburtsland Österreich mit Sorge. Auch Jahrzehnte nach ihrer Emigration sei ihr die Entwicklung dort noch wichtig, sagte sie mit Blick auf die morgige Präsidentenwahl im DLF. Für gefährlicher hält Klüger jedoch die Lage in ihrer Wahlheimat: den USA.

Carmen Maja-Antoni über Gisela May"Ich habe immer ihre Haltung bewundert"

Gisela May, Schauspielerin und berühmte Brechtinterpretin zu Gast im Studentenkeller "Zur Rosen" in Jena (dpa / picture alliance / Universität Jena )

Beim Singen auch die Geschichte eines Liedes zu erzählen - diese Lektion habe sie von Gisela May gelernt, so die Schauspielerin Carmen Maja-Antoni. May sei eine große Frauenfigur des Berliner Ensembles gewesen: "Und eine Haltung hatte sie immer".

Trump und die Deutsche BankEin juristisches Minenfeld

Hochhaus der Deutschen Bank in Frankfurt (dpa - Wolfram Steinberg )

Sechs Wochen vor dem Amtsantritt des Immobilienunternehmers Donald Trump als US-Präsident ist noch unklar, wie mögliche Interessenskonflikte vermieden werden sollen. Das ist auch für die Deutsche Bank ein Problem: Sie ist Gläubiger von Trump - dessen Regierung bald über ein milliardenschweres Bußgeld gegen das Geldinstitut entscheiden wird.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Aleppo  Syrische Armee kontrolliert weitere Stadt-Viertel | mehr

Kulturnachrichten

Teheran-Sammlung wohl Anfang 2017 in Berlin  | mehr

Wissensnachrichten

Steigende Nachfrage  Der Kirche fehlen die Exorzisten | mehr