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Whistleblower auf der Flucht

Offiziell ist nicht bekannt, wo Edward Snowden ist

Mr Snowden auf der Flucht, doch wohin genau? (picture alliance / dpa)
Mr Snowden auf der Flucht, doch wohin genau? (picture alliance / dpa)

Zuerst hieß es, Edward Snowden habe in Moskau in ein Flugzeug nach Kuba eingecheckt. Etwas später dann, er sei nicht an Bord der Maschine. Das Katz- und-Maus-Spiel um den 30-jährigen Computertechniker geht also weiter. Unklar ist, ob und wo er Asyl bekommt. Klar ist aber: Die USA sind, gelinde gesagt, ungehalten.

<p>Die Frage, <em>wer</em> Edward Snowden ist, kann inzwischen jeder beantworten, der Zeitung liest und Radio hört. Die Frage, <em>wo</em> Edward Snowden ist, dagegen nicht. Einer scheint es zu wissen: Julian Assange, der Wikileaks-Gründer. Er sagte, er wisse, wo sich der 30-jährige Enthüller aufhalte. Den Ort wollte Assange nicht verraten - nur soviel, dass Snowden "in Sicherheit" sei.<br /><br />Besonders verärgert geben sich die USA. Der Sprecher des Weißen Hauses - Jay Carney - teilte mit, man habe Russland aufgefordert, Snowden auszuliefern. Deutliche Kritik richtete Carney an China: Dass die dortige Führung es zugelassen habe, dass Snowden aus Hongkong in Richtung Moskau ausreisen konnte, werde den Beziehungen der Vereinigten Staaten zu China schaden.<br /><br />Edward Snowden, der Enthüller des Spähprogramms Prism, will den US-Strafverfolgungsbehörden entkommen und setzt dabei inzwischen offenbar auf Kuba, Ecuador und möglicherweise auch Venezuela.<br /><br /></p><p><strong>Snowdens Odyssee</strong></p><p> Seit Ende Mai <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="249511" text="befand sich Snowden in Hongkong." alternative_text="befand sich Snowden in Hongkong." /> Als die US-Justiz am Freitagabend ein Strafverfahren wegen Spionage einleitete und einen Haftbefehl ausstellte, drohte Snowden in der chinesischen Sonderverwaltungszone die Auslieferung. Obwohl die USA nach CNN-Informationen seinen Pass am Samstag annulliert haben, konnte er die ehemalige britische Kronkolonie verlassen. <br /><br />Am Sonntagnachmittag landete er mit einem Flug der russischen Airline Aeroflot in Moskau. Von dort wollte er russischen Medien zufolge über Kuba nach Ecuador weiterreisen. <br /><br /></p><p><strong>Ecuador reagiert positiv auf Asylantrag</strong></p><p><papaya:media src="e9ebe92ba8011c4ffabfe1cc36352b3d" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Edward Snowden steckt hinter den Datenenthüllungen über den Geheimdienst NSA." popup="yes" />Ecuadors Regierung äußerte sich positiv über Snowdens Asylgesuch und sagte eine sorgfältige Prüfung zu. Der Außenminister des südamerikanischen Landes, Ricardo Patiño Aroca, verkündete über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass die Regierung einen entsprechenden Asylantrag erhalten habe. Die Enthüllungsplattform Wikileaks teilte mit, man habe Snowden geholfen, politisches Asyl in einem "demokratischen Land" zu finden. Zuvor waren auch Venezuela, Kuba und Island im Gespräch. Vergangenes Jahr hatte auch Wikileaks-Gründer Julian Assange <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="220104" text="in Ecuador um Asyl gebeten" alternative_text="in Ecuador um Asyl gebeten" />. Zur Zeit befindet er sich in der Botschaft des Landes in London. <br /><br /><blockquote class="twitter-tweet"><p>El gobierno del Ecuador ha recibido solicitud de asilo de parte de Edward <a href="https:twitter.com/search?q=%23Snowden&src=hash">#Snowden</a>.</p>— Ricardo Patiño Aroca (@RicardoPatinoEC) <a href="https:twitter.com/RicardoPatinoEC/statuses/348841892739416066">June 23, 2013</a></blockquote><br /><script async src="http://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>Die USA beschuldigen Snowden der Spionage und fordern seine Auslieferung. Die Bevölkerung Hongkongs sprach sich in einer Umfrage dagegen aus, Snowden auszuliefern, <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/23/dlf_20130623_1313_5e8d9a56.mp3" title="Korrespondentenbericht im DLF vom 23.6.13 (MP3-Audio)">wie unser Korrespondent Markus Rimmele berichtet</a>. Hongkongs Offizielle argumentierten, der Auslieferungsantrag der Vereinigten Staaten sei fehlerhaft gewesen, deshalb habe man Snowdens Ausreise nicht verhindern können. <br /><br /></p><p><strong> Diskussion um Abhörbefugnisse </strong></p><p> Jenseits des Falles Snowden gibt es in den USA eine Debatte über die Rolle und die Befugnisse des geheimen Gerichtes, das die Anfragen der Sicherheitsbehörden auf konkrete Eingriffe in die Privatsphäre amerikanischer Bürger genehmigt. Forderungen nach mehr Transparenz werden laut. Die Menschen hätten ein Recht darauf genauer zu erfahren, wie dieser Gerichtshof zu seinen Entscheidungen komme, <a class="link_audio_beitrag" href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/06/24/drk_20130624_1219_29189caf.mp3" title="berichtet Washington-Korrespondent Marcus Pindur (MP3-Audio)">berichtet Washington-Korrespondent Marcus Pindur </a> über Forderungen. <br /><br />Inzwischen wurde auch mehr über das britische Überwachungsprogramm "Tempora" bekannt, das Snowden ebenfalls enthüllt hat. Nach Informationen von NDR und "Süddeutscher Zeitung" durchleuchtete der britische Geheimdienst systematisch Internet- und Telefondaten aus Deutschland. Das geschah demnach über ein Glasfaserkabel, mithilfe dessen ein großer Teil der deutschen Übersee-Kommunikation abgewickelt wird.<br /><br /><em>Mehr zum Thema auf dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="250267" text="Big Boss is watching you" alternative_text="Big Boss is watching you" /> - Der Datenhunger der amerikanischen Geheimdienste und Unternehmer<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="250311" text="Jeder Bürger unter Generalverdacht" alternative_text="Jeder Bürger unter Generalverdacht" /> EDV-Experte kritisiert das NSA-Programm PRISM<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="249648" text="&quot;Massenhafte Verletzung von Grundrechten&quot;" alternative_text="&quot;Massenhafte Verletzung von Grundrechten&quot;" /> - Grünen-Politiker hält NSA-Abhörpraktiken für verfassungswidrig</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

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