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Wie funktioniert der Euro-Rettungsschirm?

DLF-Reihe: "Euro in der Krise"

Von Stefan Wolff

Europa hat den Euro. (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)
Europa hat den Euro. (Stock.XCHNG / Sanja Gjenero)

Er ist in aller Munde: der 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm. Allein die Ankündigung dieser Maßnahme hat die Märkte beruhigt, weil Spekulationen gegen den Euro dadurch mehr als nur zu einer unsicheren Wette werden. Die Wetten laufen schlicht ins Leere.

Mit der unglaublichen Summe von bis zu 750 Milliarden Euro stemmen sich die Europäische Union, die Europäische Zentralbank, kurz EZB, und der Internationale Währungsfonds gegen Spekulationen, die sich in den vergangenen Wochen gegen den Euro gerichtet hatten. Und schon allein die Ankündigung reichte aus, um die Spekulationen zu stoppen.

Wer auf fallende Devisenkurse setzt, macht dies über Termingeschäfte. Bei einer solchen Wette auf fallende Kurse sichert Teilnehmer A Teilnehmer B die Lieferung einer Währung zu einem späteren Zeitpunkt zu einem fest abgesprochenen Preis zu. Hintergrund dieses Versprechens ist die Überzeugung des Teilnehmers A, dass die Währung unter den ausgemachten Preis fällt.

Allerdings wird an den Terminmärkten in den seltensten Fällen auch wirklich geliefert. Teilnehmer A verkauft also Währungen, die er gar nicht besitzt.

Die Furcht vor einer Staatspleite innerhalb der Europäischen Währungsunion hat diese Spekulationen auf einen sinkenden Euro verstärkt, weil an den Märkten vor allem auf einen Ausfall von Staatspapieren gewettet wurde.

Der Rettungsschirm nimmt nun diesen Spekulationen gleich mehrfach den Wind aus den Segeln, indem er eine Staatspleite ausschließt.

So ermöglicht das Paket in Not geratenen Staaten, einen Kredit aufzunehmen. Das Land ist damit nicht auf die hohen Zinsen angewiesen, die an den Kapitalmärkten verlangt werden.

Zusätzlich dazu wirkt die EZB auf die Zinsen ein, indem sie jetzt die Möglichkeit hat, Anleihen aufzukaufen. Unternimmt sie dies in großem Stil, dann sinken bei steigender Nachfrage die Zinsen automatisch.

Da sich die Zinsen neuer Anleihen am herrschenden Zinsumfeld bemessen, fällt es dank dieser Schritte den problembeladenen Staaten leichter, sich an den Märkten mit Krediten zu auskömmlichen Zinsen zu versorgen.

Das Geld für den Rettungsschirm müssen alle Teilnehmer aufbringen. Ob die in den Raum gestellten Summen tatsächlich zum Teil oder gar in vollem Umfang fließen, ist derzeit völlig offen. Allein die Ankündigung des Rettungsschirms hat die Märkte beruhigt, weil Spekulationen gegen den Euro dadurch mehr als nur zu einer unsicheren Wette werden. Die Wetten laufen schlicht ins Leere. Sie werden unmöglich gemacht, auch wenn es natürlich auch weiterhin Währungsschwankungen geben wird.

Alle Beiträge der Reihe "Euro in der Krise"

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

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