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Wie Hedgefonds funktionieren

DLF-Reihe "Euro in der Krise"

Von Brigitte Scholtes

Sie wetten etwa auf einen sinkenden Kurs einer Aktie. (AP)
Sie wetten etwa auf einen sinkenden Kurs einer Aktie. (AP)

Hedgefonds brauchen vor allem eines: Intransparenz. Denn wenn die anderen Marktteilnehmer wüssten, welche Strategie sie verfolgten, dann wären sie damit nicht mehr so erfolgreich.

Hedgefonds versuchen, mit hohem Risikoeinsatz möglichst hohe Renditen zu erzielen, egal, ob die Kurse an den Märkten steigen oder fallen. Dabei wetten sie etwa auf einen sinkenden Kurs einer Aktie oder eines Wertpapiers. Wenn sie auf fallende Kurse setzen, dann verkaufen sie diese Papiere in großen Mengen am Markt.

Der Clou: Sie besitzen sie vorher gar nicht. Sie leihen sie entweder bei Banken oder großen Investoren gegen eine Gebühr aus, oder sie verkaufen sie, ohne sie überhaupt zu besitzen. Weil Hedgefonds so große Pakete einer Aktie oder einer Anleihe abstoßen, sinken deren Kurse.

Die Fondsmanager können sie also nach einigen Tagen viel günstiger zurückkaufen und sie weiterreichen. Solange die Wetten der Hedgefondsmanager aufgehen, solange können sie hohe Renditen erzielen. Aber eine Wette kann auch schiefgehen. Und dann hat nicht nur der Fondsmanager ein Problem. Denn weil die Hedgefonds sich Wertpapiere leihen, weil sie zudem viele Kredite aufnehmen, um ihre Geschäfte zu betreiben, gibt es auch viele Gläubiger. Und die geraten ebenfalls unter Druck, wenn die Hedgefonds einmal schiefliegen, erklärt Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistung an der Universität Hohenheim:

"Kommt ein solcher Hedgefonds ins Schleudern, dann hat das verschiedene Effekte. Erstmal die, die da beteiligt sind, kommen möglicherweise in Schwierigkeiten. Und es kann auch sein, dass sich an den Kapitalmärkten erhebliche Preisverwerfungen ergeben, die man auch so nicht haben möchte. Deswegen – das haben wir am Beispiel des Hedgefonds Long Term Capital Management gesehen - ist es so, dass Situationen entstehen können, wo der Regulierer diese Hedgefonds retten oder unterstützen muss, oder Rettungspakete schnüren muss, damit die nicht pleite gehen. Und daran kann man sehen, dass die offenkundig systemrelevant sind und demnach auch reguliert werden müssen."

In Europa zumindest sollen Hedgefonds jetzt ihre Strategien und Risiken offenlegen, das haben die EU-Finanzminister gestern beschlossen. Das gilt auch für die Fonds, die ihren Sitz außerhalb der EU haben: Wenn sie innerhalb der Europäischen Union arbeiten wollen, müssen sie sich diesen Bestimmungen unterwerfen.

1,9 Billionen Dollar an Vermögen sollen die Hedgefonds weltweit derzeit verwalten. Der größte Anbieter ist die britische Man Group, die erst zu Beginn der Woche die auch aus London operierende Konkurrentin GLG übernommen hat. Damit verwaltet die Man Group jetzt ein Vermögen von 63 Milliarden Dollar. Andere bekannte Hedgefondsanbieter sind etwa die Blackstone Gruppe oder Blackrock.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr

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