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Wieder Demonstrationen wegen Berliner Flüchtlingsheim

Erste Asylbewerber verlassen Gebäude

Proteste in Berlin-Hellersdorf gegen eine Kundgebung der NPD (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)
Proteste in Berlin-Hellersdorf gegen eine Kundgebung der NPD (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)

In Berlin-Hellersdorf haben Gegner und Unterstützer des neuen Flüchtlingsheims demonstriert. Die Stimmung war aufgeheizt: Rund 700 Gegen-demonstranten versuchten etwa 150 Neonazis zu übertönen.

Ein Großaufgebot von rund 400 Polizeibeamten hat die beiden Lager, NPD-Anhänger und Gegendemonstranten, in Hellersdorf getrennt. Laut den Einsatzkräften verliefen die Kundgebungen zunächst friedlich. Unsere Korrespondentin berichtet jedoch von einer sehr angespannten Atmosphäre: 150 martialisch aussehende Neonazis seien im Gleichschritt aufmarschiert.

Gegendemonstranten deutlich in der Überzahl

Rund 700 Menschen demonstrierten gegen den Neonazi-Aufmarsch. Mit Trillerpfeifen versuchten sie, die Anhänger der rechtsextremen NPD zu übertönen. An dem Protest gegen die Rechten nahmen auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, und die Linke-Bundestagsabgeordnete Petra Pau teil.

Das neue Flüchtlingswohnheim in Berlin-Hellersdorf wird rund um die Uhr von privaten Sicherheitsleuten und der Polizei bewacht. Nötig ist das wegen anhaltender Proteste, seitdem am Montag die ersten 42 von später einmal 200 Flüchtlingen das Heim bezogen haben. Es sind vor allem Menschen aus Afghanistan, Syrien und Serbien. Rechtsradikale versuchen Stimmung zu machen gegen die Asylbewerber, sie wurden aber bisher immer von einer deutlich größeren Gruppe von Gegendemonstranten übertönt. Für die Flüchtlinge ist die Situation belastend. Schon nach kurzer Zeit haben die ersten das neue Heim in Hellersdorf wieder verlassen.

Proteste in sicherer Entfernung vom Heim

Von den Protesten heute könnten die Bewohner zumindest etwas verschont bleiben, da die Kundgebungen nach Angaben unserer Hauptstadt-Korrespondentin Claudia van Laak nicht einmal in Hörweite des Gebäudes stattfinden sollen. In größerer Entfernung zum Asylbewerberheim hatten sowohl die rechtsextreme NPD als auch linke Gegendemonstranten Proteste angemeldet.

Van Laak berichtet zudem über Hetze im Internet gegen das Flüchtlingsheim. Eine sogenannte Bürgerinitiative habe sich bereits im Juli bei Facebook gegründet. Wegen mehrerer ausländerfeindlicher Hass-Postings wird die Initiative vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Behörden gehen davon aus, dass rechtsextreme Gruppen und Parteien hinter dem Projekt stecken.

Bischof ruft zum Dialog auf

Berlins evangelischer Landesbischof Markus Dröge hofft, dass sich die Situation auf Dauer beruhigen wird. "Denn es zeigt sich ja, überall wo Flüchtlinge willkommen geheißen werden, wo sie ihre Geschichte erzählen können und wo auch die Anwohner ihre Befürchtungen äußern können, dass dort sehr schnell gute Erfahrungen gemacht werden." Der Schlüssel zur Verbesserung der Situation vor Ort liegt für ihn vor allem in der Kommunikation zwischen Flüchtlingen und Anwohnern.

In der Bundespolitik gibt es dagegen Forderungen nach einem Krisentreffen wegen der Lage der Flüchtlinge in Deutschland. Die Bundesregierung lehnt das bisher allerdings ab.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

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