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WikiLeaks-Chef Assange ist verhaftet

Unterschiedliche Reaktionen in Schweden und den USA

Wikileaks-Gründer Julian Assange im schweizerischen Genf (AP)
Wikileaks-Gründer Julian Assange im schweizerischen Genf (AP)

Wikileaks-Gründer Assange bleibt in Untersuchungshaft in London. Ein Richter wollte den 39-jährigen Australier nicht gegen Kaution freilassen. Assange hatte sich der britischen Polizei gestellt. Ihm droht nun die Auslieferung nach Schweden, wo er wegen Vergewaltigungsverdacht gesucht wird. Die amerikanischen Behörden haben unterdessen Ermittlungen gegen Wikileaks wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit aufgenommen.

Assange erschien freiwillig auf einer Polizeiwache im Londoner Stadtteil Westminster, berichtet London-Korrespondent Sebastian Hesse im Deutschlandradio Kultur. Die Anwälte von Assange hofften auf eine Freilassung auf Kautionsbasis, um eine Auslieferung des WikiLeak-Chefs nach Schweden und dann in die USA zu verhindern.

In Schweden bestehen gegen Assange Vorwürfe der Vergewaltigung im minder schweren Fall und der sexuellen Nötigung. Man kann aus den nationalen Zeitungen gewisse Solidarität für den gebürtigen Australier herauslesen, erklärt Schweden-Korrespondent Alfred Breitschuh. Die Veröffentlichung all der Dokumente habe ihm eher Sympathien im Land gebracht.

Eine Kampagne amerikanischer Geheimdienste würde Washington-Korrespondent Klaus Remme nicht überraschen. Von Seiten der amerikanischen Behörden bestehe erhebliches Interesse an Herrn Assange. Strafrechtliche Ermittlungen liefen zwar, Assange einen Prozess zu machen würde allerdings nicht einfach, sagt Remme. Als mutmaßliche Quelle gelte ein Obergefreiter des Militärgeheimdienstes und nicht WikiLeaks und auch die New York Times betonte, dass sie die Dokumente nicht von der Enthüllungsplattform selbst, sondern von einer dritten, anderen Quelle erhalten habe. In den USA werde WikiLeaks als eine Organisation gesehen, die eine Nation gefährde.

WikiLeaks: "Wir machen weiter"

Screenshot von Wikileaks (screenshot)Screenshot von Wikileaks (screenshot)WikiLeaks hat es sich zur Aufgabe gemacht, geheime Dokumente der Weltöffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Aufsehen erregten geheime Dokumente über die Kriegsstrategie der USA im Irak und in Afghanistan und geheime Diplomatendepechen mit wenig schmeichelhaften Einschätzungen von Politikern und Diplomaten ("Teflon-Merkel").

In Deutschland wurde jüngst der Büroleiter von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), Helmut Metzner, seines Amtes enthoben, weil er Interna an die amerikanische Botschaft weitergetragen hatte, die dann in den veröffentlichten Depeschen nachlesbar waren.

Assange hatte angekündigt, im Frühjahr 2011 Interna einer Großbank zu veröffentlichen. WikiLeaks selbst will unabhängig von der Assange-Festnahme weiter veröffentlichen. Mehr Informationen in den "Informationen am Abend" des Deutschlandfunks (18:05) sowie der "Ortszeit" (17:07) des Deutschlandradios Kultur.



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"Diese Zensur kann ich nicht akzeptieren": Über die Angriffe auf die Wikileaks-Websites

"Man wird sich damit abfinden müssen": Europa-Wissenschaftler Primor zu den Auswirkungen des "WikiLeaks"-Datenlecks

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

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