Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wirtschaft will mehr Bahn-Anteile kaufen

SPD: Bei 24,9 Prozent ist Schluss

Ein ICE fährt in Berlin am Deutschen Bundestag vorbei. (AP)
Ein ICE fährt in Berlin am Deutschen Bundestag vorbei. (AP)

SPD-Fraktionschef Peter Struck hat Forderungen der Wirtschaft abgelehnt, bei der Bahnprivatisierung über die von seiner Partei vorgeschlagene Grenze von 24,9 Prozent hinauszugehen. Er sei ganz sicher, dass die Beschränkung bleibe, sagte Struck im ZDF-"Morgenmagazin".

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende SPD-Fraktionschef Klaas Hübner im Deutschlandfunk. Dieser Punkt sei nicht verhandelbar, betonte Hübner. Man stelle damit sicher, dass kein privater Investor einen verbrieften Einfluss auf die Bahn AG bekommen könne. Hübner lobte Parteichef Kurt Beck. Dieser habe mit seinem Vorschlag einen Kompromiss gefunden, der alle Seiten zufrieden stelle. (Text/ MP3-Audio)

Ausdrücklich lobte auch Struck den Parteichef. "Er hat alles richtig gemacht", sagte Struck zur Kompromissfindung des Vorsitzenden. (MP3-Audio, Beitrag von Frank Capellan)

Nach dem Willen der SPDsollen 24,9 Prozent der Anteile am Personen- und Frachtverkehr der Bahn an private Anleger verkauft werden. Der Rest soll in staatlichem Besitz bleiben. SPD-Chef Kurt Beck sagte, mit diesem Modell solle der Sorge Rechnung getragen werden, dass eine privatisierte Bahn sich auf die großen Strecken konzentriere und den ländlichen Raum oder kleinere Städte vernachlässige.

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV), Heiner Rogge, sprach sich für eine 100-prozentige Privatisierung des Güterverkehrs bei der Bahn aus. Nur so könne man die Qualität verbessern und mehr Transporte auf die Schiene verlagern, sagte sagte Rogge im Deutschlandradio Kultur. Da der SPD-Vorschlag die Trennung von Netz und Betriebsgesellschaften vorsehe, rechne er mit einer weitergehenden Privatisierung der Betriebsgesellschaften. (Text/ MP3-Audio)

Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt hält Bahn-Aktien nach dem gegenwärtigen Modell nicht für attraktiv. Den Anlegern werde weder ein Mitspracherecht noch eine hohe Rendite in Aussicht gestellt. Deshalb werde es schwierig werden, für diese Art von Aktien Abnehmer zu finden, sagte Leven im Deutschlandfunk. (Text/ MP3-Audio)

Für den verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Fraktion, Horst Friedrich, ist der SPD-Kompromiss nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mit einer Beteiligung privater Investoren von nur 24,9 Prozent werde keines der Probleme der Bahn gelöst. Vor allen Dingen werde es dann schwierig, wenn die Gewerkschaften wie angekündigt das Ganze in einem Tarifvertrag festgeschrieben haben wollten, erläuterte der FDP-Politiker im Deutschlandfunk (Text/ MP3-Audio)

Auch in der Union ist die 24,9-Prozent-Grenze umstritten. Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Klaus Lippold (CDU), sagte im Deutschlandradio Kultur, die Ziele der Bahnprivatisierung ließen sich nicht erreichen, wenn lediglich 24,9 Prozent des Personen- und Güterverkehrs verkauft würden. Es müsse jetzt nachgebessert werden. (Text / MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:15 Uhr Interview

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

SPD-Parteitag in Dortmund"Überdruss an der Großen Koalition"

Der SPD-Kanzlerkandidat und Parteivorsitzende, Martin Schulz (r), besichtigt am 24.06.2017 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) zusammen mit SPD-Generalsekretär Hubertus Heil die Westfalenhalle für den SPD-Parteitag. Die Sozialdemokraten wollen am 25.06.2017 auf dem Parteitag ihr Wahlprogramm für die Bundestagswahl beschließen. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Die SPD müsse wieder die spezifisch sozialdemokratischen Politikangebote in den Vordergrund rücken, sagte der Historiker Peter Brandt mit Blick auf den heutigen Parteitag. Bei den Anhängern der SPD und in der Bevölkerung sehe er gleichermaßen ein starkes Bedürfnis nach einem Ende der Großen Koalition.

"Die Temperatur des Willens" beim Filmfest MünchenLegionäre Christi mit Führungsproblemen

(picture alliance / dpa / Mauro Paola)

"Die Temperatur des Willens" bietet Einblicke in das Leben des Ordens der Legionäre Christi. Regisseur Peter Baranowski berichtet von einer Welt, die mit der Aufdeckung zahlreicher Fälle sexuellen Missbrauchs durch den Ordensgründer tief erschüttert wurde.

Rätseln Sie mitEin betagter Herr

Geschäftsmann auf einer Treppe schaut durch ein Fernrohr auf Vögel in einem Fragezeichen. (imago)

Das gesuchte Wort hat sechs Buchstaben, drei Silben und bezeichnet eine Ägyptische Gottheit aus der Zeit der Pyramiden. Der Herr, um den es hier geht, hat also schon ein paar Tausend Jahre auf dem Buckel.

documenta 14"So etwas gab es in Griechenland noch nie zuvor"

Ausstellung von Andreas Angelidakis bei der documenta 14 in Athen: graue Blöcke sind in einem Raum gestapelt (dpa / Alexia Angelopoulou)

Mit der documenta 14 in Athen habe die griechische zeitgenössische Kunst plötzlich die internationale Bühne betreten, sagte die Leiterin des Athener documenta-Büros, Marina Fokidis, im Dlf. Sie hatte die "Kunsthalle Athena" zum Klimax der griechischen Finanzkrise initiiert, begleitet von der Wut auf Deutschlands Spardiktat - denn: "Künstler werden stärker in Zeiten der Krise".

Rolf Peter Sieferle und sein "Finis Germania"Eine "fahrlässige und hysterische" Debatte

(picture alliance / dpa / Patrick Seeger)

Die Schrift "Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle hat eine Phalanx von Kritikern auf den Plan gerufen. Der Literaturwissenschaftler Rüdiger Safranski verteidigt den Autor, auch wenn er dessen Positionen nicht teilt - und kritisiert die Kritiker scharf.

HIV-Infektionen in ChinaGefahr im Goldenen Dreieck

(picture alliance / dpa)

Ein Viertel der neuen HIV-Infektionen in China wird aus Yunnan im Südwesten des Landes gemeldet. Die Provinz grenzt an das berüchtigte Goldene Dreieck: eine Region, die als größte Produktionsstätte für Heroin gilt. Die Bewohner wissen kaum etwas über die Ansteckungsgefahr durch das Virus, nur wenige Betroffene erhalten Hilfe.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach dem SPD-Parteitag  CDU weist Schulz' Vorwürfe zurück | mehr

Kulturnachrichten

Auszeichnung für Tragikomödie "Zuckersand"  | mehr

 

| mehr