Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wolfgang Wagner kündigt Rücktritt an

Weg für Nachfolge in Bayreuth ist frei

Wolfgang Wagner (AP)
Wolfgang Wagner (AP)

Stabwechsel in Bayreuth: Der Bayreuther Festspielchef Wolfgang Wagner hat für Ende August seinen Rücktritt angekündigt. Es sei an der Zeit, die Verantwortung für die Richard-Wagner-Festspiele abzugeben, schreibt der 88-Jährige in einem Brief an den Stiftungsrat.

Er begründete seine Entscheidung damit, dass sich für die Zukunft der Festspiele eine einvernehmliche Lösung abzeichne. Wagner hatte vorgeschlagen, seine Töchter Eva Wagner-Pasquier und Katharina sollten gemeinsam die Leitung übernehmen.

Der Stiftungsrat der Festspiele, eine Art Aufsichtsrat der Richard-Wagner-Stiftung, besteht aus Vertretern des Bundes, des Landes Bayern, der Familie Wagner sowie aus den Mäzenen "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth" und weiteren Zuschussgebern. Er wollte heute über diese Lösung beraten, die Wagner selbst vorgeschlagen hatte.

Der 88-jährige Wolfgang Wagner ist der Enkel des Komponisten und Festspielgründers Richard Wagner und leitet seit 1951, bis 1966 gemeinsam mit seinem Bruder Wieland Wagner, die Bayreuther Festspiele. Für Gastinszenierungen holte er bekannte Regisseure wie Patrice Chéreau, Götz Friedrich und Christoph Schlingensief auf den Grünen Hügel. Unter seiner Leitung entstanden rund 1600 Aufführungen im Festspielhaus, davon 12 in eigener Regie.

Der Stiftungssatzung zufolge beginnt nun eine viermonatige Frist, in der nicht nur die Nachkommen Richard Wagners ihre Bewerbung um die Festspielleitung einreichen können. Bayerns Kunstminister Thomas Goppel erwartet eine Entscheidung über die neue Festspielleitung bis zum Herbst.

Musikexperte Wolf-Dieter Peter nannte die Fortsetzung der Familiendynastie ein "unschätzbares Markenzeichen für die Weltgeltung" und sagte im Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur:

"Diese Frist läuft bis Ende August. Das ist auch das Ende der kommenden Festspiele. Man kann sich also vorstellen, der dann 89-jährige Wolfgang Wagner wird mit Brimborium und Tamtam und Wagner-Fanfaren ehrenvoll verabschiedet." (MP3-Audio)

Tandemlösung mit Töchtern

Die Kombo zeigt Eva Wagner-Pasquier (rechts) und Katharina Wagner (AP)Eva Wagner-Pasquier (links) und Katharina Wagner (AP)Wolfgang Wagner hatte kürzlich in einem Brief an den Stiftungsrat eine Doppelspitze aus seinen beiden Töchtern, der 63-jährigen Eva Wagner-Pasquier und der 29-jährigen Katharina Wagner vorgeschlagen. Ihr gemeinsames Konzept für die Festivalleitung liegt dem Stiftungsrat vor.

Kulturredakteur Christoph Schmitz sagte im Deutschlandfunk in den "Informationen am Morgen" zu der möglichen Doppelspitze:

"Katharina Wagner ist eine junge, sehr dynamische Frau aus Berlin, die die Trash-Kultur, die moderne Kultur kennt, die das wilde kulturelle Leben Berlins kennt, was ja auch in ihre Inszenierungen eingeflossen ist, wenn man an die 'Meistersinger' im letzten Jahr denkt. Eva Wagner-Pasquier ist eine sehr seriöse Dame, die über Jahrzehnte das Operngeschäft, vor allem Besetzungen, mit gestaltet hat an den großen Häusern in Frankreich, England und Deutschland. Also jugendlich-dynamisches Potenzial und Altersweisheit und Personenweisheit kämen da zusammen." (MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:29 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 18:10 Uhr Informationen am Abend

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 18:05 Uhr Feature

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 18:00 Uhr Hörsaal

Aus unseren drei Programmen

Kinofilm "Manifesto" Cate Blanchett in 13 Rollen

Cate Blanchett als Puppenspielerin - Surrealismus - im Film "Manifesto" von Julian Rosefeldt (Julian Rosefeldt und VG Bild-Kunst)

Nach dem Erfolg der Kunstinstallation "Manifesto" kommt jetzt eine Filmversion in die deutschen Kinos. Der Regisseur Julian Rosefeldt setzt dabei auf die Kraft der Künstlermanifeste, die er verhandelt – und die seiner Hauptdarstellerin Cate Blanchett, die alle 13 Rollen spielt.

Wundermittel oder Krebsgefahr?Der Kampf um Glyphosat & Co.

Ein Traktor fährt bei Göttingen (Niedersachsen) Ende März über ein Feld und bringt mittels einer gezogenen Anhängespritze zur Saatbettbereinigung Glykosphat aus (undatierte Aufnahme). Glyphosat kommt in der Regel als Nacherntebehandlung bzw. vor der Aussaat zum Einsatz. Das Pestizid dient zur Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft. (ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und der vollständigen Nennung der Quelle) - Foto: Steven Lüdtke/Forum Moderne Landwirtschaft/dpa (Steven Lüdtke/Forum Moderne Landwirtschaft/dpa)

Ist Glyphosat ein ungefährliches Wundermittel zur Bekämpfung von Unkraut? Oder schädigt es die DNA und zerstört die Vielfalt unserer Natur? Wir diskutieren mit dem Biochemiker Helmut Burtscher-Schaden und dem Dokumentarfilmer Alexander Schiebel über die leidenschaftlich geführte Debatte.

Abschluss Klimakonferenz BonnEinigung auf Arbeitsplan

Frank-Walter Steinmeier (l.) und UNO-Generalsekretär Antonio Guterres (r.) auf der Klimakonferenz in Bonn. Mit im Bild: der Premierminister der Fidschi-Inseln, Frank Bainimarama, und Timoci Naulusala, ein Kind von den Fidschi-Inseln. (AP)

Zum Abschluss der Klimakonferenz ist das Fidschi-Momentum verabschiedet worden. Ein Dokument, das nach Meinung der Beteiligten einen ambitionierten Arbeitsplan für das kommende Jahr enthält. NGOs sehen das Gipfelergebnis aber allenfalls als Teilerfolg - und für den Klimagipfel in Polen 2018 sind Konflikte bereits vorprogrammiert.

EU-Sozialgipfel in GöteborgPolitikverdruss und soziale Frage auf der Agenda

Nahaufnahme der Hand einer alten Frau, die ein paar Münzen zählt.  (imago stock&people)

Muss Europa sozialer werden? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Ein EU-Sozialgipfel soll nun das Kompendium "Europäische Säule sozialer Rechte" erstellen. Was dieses den Bürgern bringen soll, ist noch unklar. Denn die EU kann zwar Rechte proklamieren, aber nicht durchsetzen.

100. Todestag von Auguste RodinSein Realismus verstörte die Pariser Salons

Zu sehen ist die Skulptur "Der Kuss" des französischen Bildhauers Auguste Rodin. (Imago)

Obwohl er drei Mal an der Kunstakademie abgelehnt worden war, wurde Auguste Rodin so etwas wie der Superstar der Bildhauerei. Die Expressivität seiner Figuren fasziniert auch noch heute. Vor 100 Jahren starb er in Meudon bei Paris.

Intellektuelle in den ParteienHer mit den Querdenkern!

Heinrich Böll, Günter Grass und Bundeskanzler Willy Brandt bei der öffentlichen Podiumsdiskussion aus Anlass des 1. Kongresses des Verbandes Deutscher Schriftsteller am 21.11.1970 in der Stuttgarter Liederhalle. (dpa / picture alliance)

Querköpfe und Avantgardisten neben altgedienten Parteisoldaten in der Führungsriege? Kommt eher selten vor. Die Intellektuellen bleiben lieber in der Rolle des neutralen Beobachters. Das sollte sich dringend ändern, findet Ulrike Ackermann.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Libanon  Hariri will nach Beirut zurück | mehr

Kulturnachrichten

"Tatort"-Kameramann Justus Pankau gestorben | mehr

 

| mehr