Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wulff bekommt Großen Zapfenstreich zum Abschied

Weiter Debatte über Ehrensold

Christian Wulff wird von der Bundeswehr mit einem Großen Zapfenstreich geehrt (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)
Christian Wulff wird von der Bundeswehr mit einem Großen Zapfenstreich geehrt (picture alliance / dpa / Hannibal Hanschke)

Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff wird von der Bundeswehr mit militärischen Ehren verabschiedet. Der Große Zapfenstreich soll am 8. März stattfinden. Unterdessen geht die Diskussion über Wulffs Ehrensold weiter.

Der Große Zapfenstreich für Christian Wulff wird am 8. März im Park von Schloss Bellevue stattfinden, hieß es aus dem Bundespräsidialamt. Die Entscheidung über den Zapfenstreich hatte zuvor ein Sprecher von Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigt. De Maizière freue sich, dass Wulff sein Angebot angenommen habe. Die militärische Zeremonie entspreche "ständiger und beliebter Staatspraxis" für Bundespräsidenten, Bundeskanzler und Verteidigungsminister, hieß es zur Begründung.

Die Bundeswehr hatte in den vergangenen beiden Jahren erst Horst Köhler als Wulffs Vorgänger aus dem Amt verabschiedet, dann Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister. In beiden Fällen ging dem ein aufsehenerregnder Rücktritt voraus - wie nun auch bei Christian Wulff.

Wie ursprünglich zur Zeit der Landsknechte, findet die musikalische Zeremonie in der Dunkelheit umrahmt von Fackelträgern, Spielmannszug, Musikkorps und Soldaten unter Gewehr statt. Die geehrte Persönlichkeit kann drei Musikstücke auswählen. Unklar ist noch, welche Lieder Wulff sich wünscht. Zu Guttenberg hatte sich unter anderem "Smoke on the Water" von der britischen Band "Deep Purple" ausgesucht.

Linke: Ehrensold notfalls blockieren

Porträt von Christian Wulff in der Ahnengalerie im Haus der Geschichte in Bonn (picture alliance / dpa /Oliver Berg)Porträt von Christian Wulff in der Ahnengalerie im Haus der Geschichte in Bonn (picture alliance / dpa /Oliver Berg)Die Diskussion über den Ehrensold in Höhe von 199.000 Euro pro Jahr für Wulff geht unterdessen weiter. Wegen der Umstände seines Rücktritts gibt es eine Diskussion darüber, ob ihm dieses Geld zusteht. Die Linksfraktion im Bundestag will die Auszahlung notfalls blockieren. Nach Medienberichten regt sich auch in der Union Widerstand. Sie knüpft die Zahlung an zwei Bedingungen: Wulff darf keinen Posten in der Wirtschaft annehmen und seine Weste muss juristisch weiß bleiben - die Staatsanwälte dürfen also keine strafrechtlich relevanten Verfehlungen feststellen.

Laut Gesetz bekommt ein zurückgetretenes Staatsoberhaupt das Geld nur dann, wenn es aus politischen oder gesundheitlichen Gründen zurückgetreten ist. Kritiker finden, bei Wulff lägen die Gründe eindeutig in persönlichen Verfehlungen als niedersächsischer Ministerpräsident. Sie seien also weder politischer noch gesundheitlicher Natur. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten wegen Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung.

Was ist der Große Zapfenstreich? Informationen auf bundeswehr.de

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:10 Uhr Das war der Tag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:30 Uhr Kulturnachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Germanwings-Unglück Die Medien und der Absturz

Mikrofone von Medienanstalten stehen auf einem Tisch  (picture alliance / dpa / Marc Müller)

Das Haus des Co-Piloten wurde im Fernsehen gezeigt, sein voller Name in verschiedenen Medien veröffentlicht. Hinzukommen die mehr als voreiligen Spekulationen. Abgestürzt ist nicht nur ein Flugzeug mit 150 Menschen an Bord, sondern leider auch der Journalismus, meint Bettina Schmieding.

KriseninterventionWenn die Welt zusammenbricht

Trauernde am 28.4.2002 vor dem Gutenberg-Gymnasium in Erfurt, wo zwei Tage zuvor ein 19-jähriger ehemaliger Schüler bei einem Amoklauf 16 Menschen und sich selbst getötet hatte (dpa / picture alliance / Stephanie Pilick)

Unfälle, Naturkatastrophen oder Verbrechen - unerwartete Ereignisse können Menschen in Krisen stürzen, die sie alleine nicht bewältigen können. Im EU-Forschungsprojekt "PsyCris" untersuchen Forscher, welche psychosoziale Hilfe im Einzelfall nötig ist.

GenetikDer Genschatz der Isländer

Island ist eine wahre Fundgrube für Genetiker: Eine homogene Gruppe, lange von der Außenwelt abgeschottet. Die Entschlüsselung des isländischen Genoms soll helfen, Risiken früh zu erkennen und neue Heilmethoden zu finden.

MusiktourismusAuf den Spuren der Beatles in Liverpool

Das Werbeschild eines Beatles Shops in Liverpool (picture alliance / dpa / Peer Grimm)

Dank der Beatles hat sich Liverpool zu einem Mekka für Musikliebhaber aus aller Welt entwickelt. Es gibt dort die von ihnen besungene Penny Lane, die Strawberry Fields und demnächst auch das erste Beatles Hotel auf dem John-Lennon-Flughafen, das "Hard Days Night".

UnkrautvernichtungsmittelGlyphosat offenbar gefährlicher als angenommen

Ein Landwirt fährt mit einer Dünger- und Pestizidspritze am über ein Feld mit jungem Getreide in Sieversdorf im Landkreis Oder-Spree. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Das weltweit verwendete Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat wurde in seiner Gefährlichkeit hochgestuft. Auf die Neubewertung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, reagierten die deutschen Behörden zurückhaltend.

Kunstmarkt Hitler, der Maler

In Los Angeles kommt am 26.03.2015 ein Bild unter den Hammer, das von Adolf Hitler stammen soll. Das Auktionshaus Nate D. Sanders versteigert ein im Jahr 1912 angefertigtes Stillleben des späteren Diktators. Es zeigt eine blaue Vase mit Blumen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Immer zwei Personen im Cockpit:  Fluggesellschaften ändern Regeln | mehr

Kulturnachrichten

Gericht:Kunstmuseum Bern ist rechtmäßiger Gurlitt-Erbe  | mehr

Wissensnachrichten

Holocaust  Eine Online-Seite bündelt 10.000 Dokumente | mehr