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Wulff lehnt Veröffentlichung des "Bild"-Anrufs ab

Druck auf Bundespräsidenten wächst

Bundespräsident Christian Wulff beim TV-Interview (dpa / picture alliance / Holger Hollemann)
Bundespräsident Christian Wulff beim TV-Interview (dpa / picture alliance / Holger Hollemann)

Die "Bild"-Zeitung hat Christian Wulffs Äußerungen, er habe die Berichterstattung nur aufschieben wollen, widersprochen. Eine Anfrage der Zeitung, den Wortlaut der Mailbox-Nachricht an Chefredakteur Diekmann zu veröffentlichen, lehnte der Bundespräsident ab.

Nun steht Aussage gegen Aussage: Wollte Wulff die Berichterstattung der "Bild"-Zeitung unterbinden oder nur aufschieben? Klarheit kann nur die Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht durch "Bild" bringen, berichtet Gerhard Schröder im Deutschlandradio Kultur.

Die Chefredaktion von "Bild" nahm die ablehnende Reaktion von Wulff in einer öffentlichen Mitteilung "zur Kenntnis". Man bedauere diese Entscheidung: "Damit können die (...) entstandenen Unstimmigkeiten, was das Ziel seines Anrufes angeht, nicht im Sinne der von ihm versprochenen Transparenz aufgeklärt werden."

Der Anruf beim Chefredakteur der "Bild"-Zeitung sei ein schwerer Fehler gewesen, der ihm leidtäte, gestand Wulff am Mittwochabend während des Interviews in ARD und ZDF und bat um Verständnis. Menschen würden Fehler machen. Er habe die Berichterstattung in der "Bild"-Zeitung nicht verhindern, sondern nur verschieben wollen, bis er von seiner Auslandsreise wieder zurück in Berlin sei.

"Bild" widerspricht der Darstellung

Sinnbild: "Bild" will Mailbox-Nachricht Wulffs veröffentlichen (picture alliance / dpa / Jens Büttner)Wulff widerspricht der Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht (picture alliance / dpa / Jens Büttner)Die Chefredaktion des Blattes sieht das aber anders. Der stellvertretende Bild-Chefredakteur Nikolaus Blome hatte noch am Mittwochabend im Deutschlandfunk Wulffs Version widersprochen: "Es war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichterstattung zu unterbinden".

Bild-Chefredakteur Kai Diekmann wollte den Wortlaut der ominösen Nachricht auf seiner Mailbox bekannt machen. In einem öffentlichen Brief bat er Bundespräsident Christian Wulff um sein Einverständnis für eine Veröffentlichung. Dies lehnte der Bundespräsident in einem öffentlichen Schreiben an Chefredakteur Kai Diekmann ab. Darin heißt es: Er habe sich bereits entschuldigt. "Sie haben diese Entschuldigung dankenswerterweise angenommen. Damit war die Sache zwischen uns erledigt. Dabei sollte es aus meiner Sicht bleiben."

Wie will jemand, der sich als Opfer darstellt, künftig moralische Maßstäbe setzen?, fragt Christel Blanke im Deutschlandradio Kultur. Genau das sei es doch, wofür ein Bundespräsident stehe.

Die CSU-Spitze ist derzeit in Klausur in Wildbad Kreuth und verfolgte Wulffs TV-Auftritt natürlich gespannt. Parteichef Seehofer wollte aber keinen Kommentar gegenüber den anwesenden Journalisten abgeben. Die CSU will das Thema Wulff offenbar niedriger hängen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

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