Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wulff: Neu über Kernenergie nachdenken

Merkel will Ethikkommission zur Atompolitik einsetzen

Bundespräsident Christian Wulff (CDU) (Deutschlandradio / Bettina Straub)
Bundespräsident Christian Wulff (CDU) (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Bundespräsident Wulff hat ein neues Nachdenken über die Nutzung der Kernkraft gefordert. Bei der Feier zum 150. Jubiläum des Deutschen Industrie- und Handelskammertages in Berlin sagte Wulff, an die Wirtschaft und die Betreiber von Kernkraftwerken müssten kritische Fragen gerichtet werden - aber auch an die Politik und die Aufsichtsbehörden. Dies gelte besonders dann, wenn Einschätzungen innerhalb von Stunden wechselten. Man dürfe den Vertrauensverlust durch die Geschehnisse in Japan nicht geringschätzen.

Die Bundesregierung will eine Ethikkommission einsetzen, um die Risiken der Kernenergie grundsätzlich neu zu bewerten. Das Gremium solle helfen, die Risiken besser einzuordnen, sagte Bundeskanzlerin Merkel nach einem Treffen mit fünf Unions-Ministerpräsidenten aus Ländern mit Atommeilern. Es werde Kreisen der Wirtschaft und Forschung, aber auch aus den Bereichen Kirche und Philosophie rekrutiert. Als Vorsitzende der neuen Kommission wurden der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) sowie Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, benannt. Das insgesamt 14-köpfige Gremium solle eng mit der Reaktorsicherheitskommission zusammenarbeiten.

Eine zweite Kommission werde sich mit technischen Fragen nach Gefahren durch Erdbeben, Überflutungen und Computerangriffen beschäftigen, sagte die Kanzlerin.

Der Kühlturm von Isar 1 und 2 (picture alliance / dpa)Der Kühlturm von Isar 1 und 2 (picture alliance / dpa)Als Reaktion auf die atomare Katastrophe in Japan hatte die schwarz-gelbe Koalition Anfang vergangener Woche beschlossen, dass für die kommenden drei Monate alle AKW vom Netz gehen, die bis einschließlich Ende 1980 in Betrieb genommen wurden.

Bei den betroffenen Kernkraftwerken handelt es sich um Isar 1 (Bayern), Biblis A (Hessen), Unterweser (Niedersachsen), Brunsbüttel (Schleswig Holstein), Philippsburg 1 (Baden-Württemberg), Neckarwestheim1 (Baden-Württemberg) sowie Krümmel (Schleswig-Holstein).

Der Verfassungsrechtler Christian Calliess sagte im Deutschlandfunk, die vorübergehende Abschaltung von einzelnen Kraftwerken sei durch das Atomgesetz gedeckt. Nur wenn die Laufzeitverlängerung, die die Bundesregierung beschlossen hat, aufgehoben würde, sei ein neues Gesetz vonnöten.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) plädierte im Deutschlandfunk für ein aufeinander abgestimmtes europäisches Vorgehen in der Frage der künftigen Atompolitik. Am Montag hatte er an den Beratungen der EU-Energieminister teilgenommen. Er sagte:

"Also wir waren uns dort in dieser Runde einig, dass wir auch innerhalb Europas eine Überprüfung der Anlagen durchführen müssen, einen Sicherheitscheck. Wichtig ist, dass man sich auf gemeinsame Kriterien verständigt. Das wird auch Gegenstand des Europäischen Rates jetzt Ende dieser Woche sein, in Brüssel (...)"

Der SPD-Europaabgeordnete Martin Schulz betont, dass die Europäische Union durchaus Möglichkeiten habe, den Ausstieg aus der Kernenergie zu forcieren:

"Ganz sicher gibt es Möglichkeiten auch für die Europäische Union, doch zu solchen Standards zu kommen, die Auflagen entwickeln, die den Kernenergiebetreibern auf Dauer das Geschäft als zu teuer erscheinen lassen. Das ist auch ein Weg, den Ausstieg zu forcieren."

Link zum Portal "Atomkraft"

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Katalanische Regierungsvertreterin"Natürlich wird man verstärkt auf Sicherheit setzen"

Mehrere Polizisten mit Helmen und Maschinepistolen rennen auf einer Straße an Polizeitransportern vorbei. (AFP PHOTO / PAU BARRENA)

Die katalanische Regierung sei darauf vorbereitet gewesen, dass ein Anschlag passieren könne, sagte ihre Vertreterin Marie Kapretz im Dlf. Seit Monaten herrsche bereits die zweithöchste Alarmstufe. Doch trotz der erhöhten Polizeipräsenz habe sich gezeigt, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gebe.

Trude Forsher war Elvis Presleys Sekretärin Ein kleines Stück vom großen Starruhm

Elvis Presley sitzt an einem Tisch, auf dem Mikrofone stehen. (picture-alliance / dpa / Heinz-Juergen Goettert)

Die jüdische Emigrantin aus Wien, Trude Forsher, war hautnah dabei, als Elvis Presley vom Lastwagenfahrer zum größten Teenie-Idol seiner Zeit aufstieg. Das Jüdische Museum in Wien erinnert in einer Ausstellung an ihre ungewöhnliche Lebensgeschichte.

LuftfahrtAir Berlin verhandelt mit Lufthansa

Reges Treiben herrscht am 14.12.2016 am Flughafen von Frankfurt am Main (Hessen). Eine Airberlin-Maschine steht zwischen zwei Lufthansa-Passagierflugzeugen. (dpa / Arne Dedert)

Die Konkurrenz ist aufgebracht und moniert: Bei den Verhandlungen über eine Zukunft von Air Berlin verhandele in Wahrheit Lufthansa mit Lufthansa. Was auch immer im Hintergrund ablaufe, ein Gutes habe das ganze Spiel, kommentiert Thomas Weinert: Ryanair bleibe erst mal außen vor.

CyberkriminalitätSicherheitsrisiko Herzschrittmacher

Auf dem Röntgenbild eines Brustkorbs ist ein implantierter Herzschrittmacher zu erkennen (picture-alliance/ ZB - Stefan Sauer)

Träger von Herzschrittmachern leben potenziell gefährlich. Denn wenn diese über eine Funkverbindung verfügen, können sie von Hackern angegriffen und manipuliert werden. Wie groß die Gefahr ist und was sich dagegen tun lässt, fragen wir den IT-Experten Sandro Gaycken.

Harald Schmidt wird 60"Ich bin ein Schwätzer"

Harald Schmidt während der Harald-Schmidt-Show in Köln im Jahr 2002. (imago / Sven Simon)

Der Entertainer, Kabarettist und Traumschiff-Schauspieler Harald Schmidt wird heute 60 Jahre alt. Er hat die Late-Night-Show in Deutschland bekannt gemacht und war Vorbild für Nachfolger wie Jan Böhmermann. In den vergangenen Jahren ist Schmidt jedoch weitgehend von der Bildfläche verschwunden.

Popstar-KlatschOh my God, Rihanna hat zugenommen!

Rihanna hat zugenommen. Das könnte man jetzt einfach so feststellen und es dann gut sein lassen. Nicht so Fans und Klatschpresse. Die überbieten sich seit Monaten mit Spekulationen. Rihanna hingegen schweigt. Sie sieht es gar nicht ein, sich zu erklären.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  Bannon wieder bei Breitbart | mehr

Kulturnachrichten

Rom zeigt Solidarität mit Barcelona  | mehr

 

| mehr