Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ypsilanti tritt nicht mehr an

Schäfer-Gümbel wird Spitzenkandidat der Hessen-SPD

Die hessische SPD-Landesvorsitzende  Ypsilanti gibt auf und präsentiert Nachfolger Schäfer-Gümbel. (AP)
Die hessische SPD-Landesvorsitzende Ypsilanti gibt auf und präsentiert Nachfolger Schäfer-Gümbel. (AP)

Der nordhessische Landtagsabgeordnete Thorsten Schäfer-Gümbel tritt bei der Neuwahl des Landtags im Januar 2009 als SPD-Spitzenkandidat an. Der Politikwissenschaftler wurde am Mittag vomParteirat der Hessen-SPD nominiert. Die Landes-Chefin Andrea Ypsilanti verzichtete auf die Spitzenkandidatur, bewirbt sich aber ebenfalls für ein Mandat im Landtag und will Parteivorsitzende bleiben, wie sie am Mittag vor Journalisten sagte.

Schäfer-Gümbel wird dem linken Flügel der Hessen-SPD zugerechnet und gehört zu Ypsilantis Vertrauten in der Partei. Der Gießener Politiker gehört dem Landtag seit 2003 an und ist Sprecher der Fraktion für Industrie- und Beschäftigungspolitik sowie für Forschung und Technologie. Er räumte ein, es werde ein sehr anstrengender Wahlkampf werden. Im Parteirat sei aber deutlich geworden, dass alle stolz darauf seien, was Ypsilanti in den vergangenen zwei Jahren für die Partei erreicht habe. Die SPD werde den Blick jetzt in die Zukunft richten.

Unterdessen rief der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering seine hessischen Parteifreunde zu Ehrlichkeit im Umgang mit der Linkspartei auf. Eine Koalition halte er durchaus für möglich. Den Wählern müsse aber deutlich gemacht werden, dass die SPD mit den anderen Parteien zusammenarbeiten wolle, sagte Müntefering dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Debatte um erneute Kandidatur von Ypsilanti

Der Entscheidung über eine erneute Spitzenkandidatur Ypsilantis war eine Debatte innerhalb der Partei vorausgegangen. SPD-Landrat Erich Pipa aus dem Main-Kinzig-Kreis sagte dem Magazin "Focus", nach einem solchen Desaster müsse eigentlich der gesamte Vorstand zurücktreten. Es liege auch in Ypsilantis eigenem Interesse, dass sie nicht noch einmal antrete.

Dagegen sprachen sich die Jungsozialisten für eine neuerliche Kandidatur der SPD-Chefin aus. Die Juso-Bundesvorsitzende Franziska Drohsel betonte, Andrea Ypsilanti habe bei der letzten Wahl ein fulminantes Ergebnis erreicht. Sie könne auf die volle Unterstützung der Jusos zählen.

Neuwahlen am 18. Januar 2009

Ypsilanti war bei ihrem Versuch, sich auch mit Hilfe der Linkspartei zur Ministerpräsidentin einer rot-grünen Minderheitskoalition wählen zu lassen, an vier Abweichlern der SPD-Landtagsfraktion gescheitert. Alle im Landtag vertretenen Parteien haben sich inzwischen für eine Neuwahl ausgesprochen, weil keine regierungsfähige Mehrheit in Sicht ist. Als Termin hat der geschäftsführende Ministerpräsident Roland Koch (CDU) den 18. Januar vorgeschlagen. Auch Grüne und FDP beraten am Samstag in Frankfurt auch über die Neuwahl.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 06:50 Uhr Interview

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Bedrohte Religionspädagogin KaddorIhr Weckruf darf nicht ungehört verhallen

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. (pa/dpa/Schindler)

Lamya Kaddor wird nach Veröffentlichung ihres Buch, in dem sie eine Bringschuld der deutschen Gesellschaft hinsichtlich Integration fordert, mit Morddrohungen konfrontiert. Die muslimische Religionspädagogin zeige Mut, mit deutlichen Worten ihre Betroffenheit zu schildern und formuliere einen längst überfälligen Weckruf, meint Rainer Burchardt.

UNO-GeneralsekretärDer unmöglichste Job der Welt

Ban Ki Moon redet am Pult im Weltsaal des UNO-Hauptquartiers in New York (picture alliance / dpa / Jason Szenes)

Im Dezember endet die Amtszeit von Ban Ki Moon. Viele wünschen sich endlich eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen, aber trotz mehrerer qualifizierter Kandidatinnen stehen die Chancen dafür wieder schlecht.

Chaos und Korruption in SüdafrikaRegierungspartei ANC in der Krise

Präsident  Jacob Zuma spricht mit einem Helfer in einem Wahllokal in Nkandla.  (dpa picture alliance / EPA/ELMOND JIYANE)

Bei den Kommunalwahlen in Südafrika Anfang August hat die Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) das schlechteste Wahlergebnis seit 20 Jahren eingefahren. Es war ein Denkzettel für die Regierung von Präsident Jacob Zuma und dessen korruptes Machtsystem. Die Dominanz der ehemaligen Befreiungsbewegung aber ist im Land gebrochen.

Der Nazi-WestwallWildkatzen und Militärmuseen

Eine Panzersperre aus Beton des ehemaligen Westwalls (picture alliance/dpa/Foto: Horst Ossinger)

Hitlers "Westwall" war eine 630 Kilometer lange, kilometertiefe Bunker-Landschaft mit unterirdischen Stollen und Panzerhöckern. Vier Bundesländer teilen sich heute die Relikte − allenthalben wird über das sperrige Erbe und Geschichtsklitterung gestritten.

Herbstlaub richtig entsorgenBiotonne oder Kompost

Frau fegt Laub in Richtung der Kamera. (dpa/picture alliance/Sebastian Kahnert)

Jedes Jahr im Herbst heißt es aufs Neue: Wohin mit dem Laub, das auf Wegen und Wiesen liegt? Kann es da bleiben oder muss es entsorgt werden? Praktisch ist die Kompostierung im eigenen Garten. Ansonsten gehören die alten Blätter in die Biotonne.

HomöopathieDer Streit um die Globuli

Globuli auf einem grünen Blatt. (picture alliance / perschfoto)

Seit Jahren tobt eine Auseinandersetzung über den Nutzen von Homöopathie. Was fasziniert Ärzte an der Homöopathie, dass sie diese in ihr Programm aufnehmen? Haben die Methoden, die sich Samuel Hahnemann vor 200 Jahren ausdachte, eine Berechtigung in Arztpraxen?

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien-Krieg  Merkel telefoniert mit Obama, Putin und Erdogan | mehr

Kulturnachrichten

Philipp Demandt übernimmt Frankfurter Museen  | mehr

Wissensnachrichten

Thailand  Kein Handel mehr mit Seepferdchen | mehr