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Zaghaftes Bekenntnis zur Förderung von Frauen

Spitzengespräch zur Quote endet mit Erklärung, aber ohne konkrete Ziele

Ursula von der Leyen, Rainer Brüderle und Kristina Schröder (v.l.n.r.) beim Spitzengespräch "Stufenplan Frauen in Führung" in Berlin. (picture alliance / dpa)
Ursula von der Leyen, Rainer Brüderle und Kristina Schröder (v.l.n.r.) beim Spitzengespräch "Stufenplan Frauen in Führung" in Berlin. (picture alliance / dpa)

Die 30 DAX-Unternehmen verpflichten sich in einer heute veröffentlichten Erklärung zu mehr Transparenz beim Erreichen einer höheren Frauenquote. Sie wollen sich auf eine selbst definierte Quote noch in diesem Jahr festlegen. Zu einer gesetzlichen Regelung wird es vorerst nicht kommen.

In der gemeinsamen Erklärung der DAX 30-Unternehmen "Frauen in Führungspositionen" heißt es: "Zielsetzung ist eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete solide, unternehmensspezifische Basis der Personalentwicklung sowie eine angemessene Vertretung von Frauen in Führungspositionen insbesondere im Top-Management."

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kritisierte die Erklärung als zu unkonkret. Es fehlten Zahlen, Zeitvorgaben und klare Strategien.

Eine "starr gesetzliche Einheitsquote" sei ordnungspolitisch falsch, sagte ihre Parteikollegin, Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, am Mittwochmorgen im Deutschlandradio Kultur:

"Wenn wir staatlich den Unternehmen irgendeine Quote aufoktroyieren, dann werden die Unternehmen sagen, das machen wir jetzt vielleicht notgedrungen, aber im Grunde wird das eine Art Trotzhaltung befördern."

Sie wolle, dass sich Unternehmen selbst Zielmarken zur Frauenförderung setzen und öffentlich überprüft wird, ob diese Ziele erreicht wurden. Eine freiwillige Selbstverpflichtung sei deshalb psychologisch geschickter, "denn eine Quote, die man sich selbst gibt, die muss man dann auch erfüllen, sonst ist es peinlich".

Den Mix aus Pflicht und Freiwilligkeit, der bei dem Treffen herauskam, kommentiert der Deutschlandfunk als "relativ wolkiges Ergebnis".

Die Berliner Stadtreinigung setzt bereits auf die Frauenquote - ein Bericht im Deutschlandradio Kultur.

Frauennetzwerk der BASF (picture alliance / dpa)Frauennetzwerk der BASF (picture alliance / dpa)

Vorstellung eines Stufenplans

Schröder sprach sich auf dem Treffen für einen Vier-Stufenplan aus, der eine sogenannte "Flexi-Quote" vorsieht. In einem ersten Schritt sollen darin die Arbeitsbedingungen für Frauen verbessert und von den Unternehmen Selbstverpflichtungen abgegeben werden. Bis 2013, so die zweite Stufe, soll der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen verdreifacht werden. Geschieht das nicht, will Schröder in einem dritten Schritt die Selbstverpflichtung für flexible Quoten gesetzlich festlegen. Ist die Quote erreicht, dann würde in einem vierten Schritt die gesetzliche Pflicht wieder entfallen.

Einer der Teilnehmer des Spitzengesprächs, BMW-Personalvorstand Harald Krüger, meldete Gesprächsbedarf über den Stufenplan an. Er räumte allerdings ein, dass man den Frauenanteil in Führungspositionen deutlich erhöhen müsse.

Von der Leyen: Freiwillige Verpflichtungen haben nichts gebracht

Demgegenüber plädiert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen für eine gesetzlich vorgeschriebene Quote. Seit zehn Jahren gebe es freiwillige Verpflichtungen, passiert sei jedoch so gut wie nichts, sagte von der Leyen im ARD-Morgenmagazin (Video). Ziel müsse eine Quote von 30 Prozent Frauen in den Vorständen und Aufsichtsräten "bis 2018 oder 2020" sein.

Innerhalb der Regierungsbank steht von der Leyen allerdings mit ihrer Position alleine da: Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (beide FDP), die neben von der Leyen und Schröder auch an dem Gespräch teilnahmen, setzen wie Schröder auf eine freiwillige Regelung. Ebenso hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel positioniert.

Auch die Signale aus der Wirtschaft deuten eher gegen eine gesetzliche Quotierung hin. So schrieb der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes HDE, Stefan Genth, in einem Gastbeitrag für die Nachrichtenagentur Reuters: "Eine gesetzliche Frauenquote ist überflüssig und beeinträchtigt die betriebliche Personalentscheidungsautonomie".

Links zum Thema bei dradio.de:

Männer, Macht und Frauenquoten - <br> Der berufliche Geschlechterkampf steht vor einer neuen Runde

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Elternquote statt Frauenquote <br>Für mehr Teilzeitarbeit in den Chefetagen

Das Doppelgesicht der Quote <br>Die eigentlichen Verlierer sind die Frauen

Sechs Frauen für eine Quote <br> Ein leidenschaftlicher Appell aus der weiblichen Berufspraxis

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Nicht als stilles Mäuschen in der Ecke sitzen - Unternehmensberaterin rät Frauen, sich im Job laut zu artikulieren

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"Das ist total kontraproduktiv" <br> Jungunternehmerin kritisiert Frauenquote

Mehr Frauen - aber freiwillig <br>Zoff in der Koalition um Quote für die Wirtschaft

Ladies first in der Chefetage <br>Was brauchen Frauen, um in Führung zu gehen

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

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