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Zahl der Toten steigt auf über 100

Erdbeben erschüttert Mittelitalien

Zerstörte Häuser in der italienischen Ortschaft Onna (AP)
Zerstörte Häuser in der italienischen Ortschaft Onna (AP)

Nach dem Erdbeben in Mittelitalien ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Berichten der Rettungskräfte zufolge kamen mindestens 100 Menschen ums Leben. Das Beben hatte die Bergregion der Abruzzen erschüttert. Besonders betroffen ist die Regionalhauptstadt L'Aquila.

Die im 13. Jahrhundert gegründete Stadt mit rund 70.000 Einwohnern lag im Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von mindestens 5,8 auf der Richterskala , das sich gegen 3.30 Uhr in der Nacht ereignete. In L'Aquila sollen rund 50.000 Menschen obdachlos geworden sein. Dort und in umliegenden Ortschaften stürzten mehrere tausend Gebäude, darunter auch Gotteshäuser aus der Romanik und der Renaissance, ein. Helfer suchen in den Trümmern weiter nach Verschütteten.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat unterdessen den Notstand für die Region ausgerufen. Zugleich sagte er wegen des Unglücks eine geplante Reise nach Russland ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich in einem Kondolenzschreiben an Berlusconin erschüttert. Bundespräsident Horst Köhler übermittelte dem italienischen Staatsoberhaupt Napolitano seine Anteilnahme.

In Italien besteht hohe Erdbebengefahr, da das Land am Zusammenstoß zweier tektonischer Platten liegt. Das jetzige Beben ist das schwerste in Italien seit 2002.

Geologin hält neuartige Methode zur Vorhersage von Erdbeben für ungenau

Der italienische Forscher Giampaolo Giuliani hat eine neue Methode zur Vorhersage von Erdbebenentwickelt. Sie basiert auf der Messung der Emissionen des Gases Radon. Giuliani hatte bereits für Ende März ein Beben in der Region um die italienische Provinzhauptstadt L'Aquila vorhergesagt, in der nun in der Nacht die Erde bebte. Die Geologin Monika Sobiesiakvom Geoforschungszentrum Potsdam kann der Methode gleichwohl nicht viel abgewinnen, dazu sei ein solches Radon-Signal zu ungenau.



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Das Orakel in den Abruzzen

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:32 Uhr

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