Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Zankapfel Zuschussrente

Diskussion um Altersbezüge geht weiter

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, CDU (dpa)
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, CDU (dpa)

Was tun gegen Altersarmut? Seit das Arbeitsministerium am Wochenende mit einer knalligen Boulevard-Schlagzeile vor zu niedrigen Renten warnte, ist die Debatte voll aufgeflammt. Ein konsensfähiges Konzept ist noch nicht aufgetaucht.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bleibt mit ihren Plänen einer Zuschussrente, mit der die Renten von Geringverdienern aufgebessert werden sollen, Ziel breiter Kritik. Rückendeckung kommt aktuell vom früheren Wirtschaftsweisen Bert Rürup. Er betont, dass viele andere Industriestaaten bereits ein ähnliches Prinzip verfolgen. Auch die Piratenpartei schlägt sich auf von der Leyens Seite. Parteichef Bernd Schlömer sagte, das Konzept komme der Forderung der Piraten nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle entgegen.

Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU, Josef Schlarmann, hält das Zuschussrenten-Projekt der Arbeitsministerin dagegen für "sozialpolitisch unverantwortlich". Von der Leyen vermische zwei Systeme, so Schlarmann im RBB-Inforadio: das der Rentenversicherung und das Sozialsystem. Dank der - steuerfinanzierten - Grundsicherung falle niemand in Deutschland durch das soziale Netz. Schlarmann plädierte dafür, das Rentensystem nicht anzutasten.

Auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder kritisierte die Rentenpläne der Arbeitsministerin. Die Altersarmut zu bekämpfen sei zwar richtig, sagte der CDU-Politiker der "Recklinghäuser Zeitung". Eine Vermischung von Versicherungs- und Fürsorgeprinzip sei dafür allerdings kein geeignetes Mittel.

Blüm: Höhere Beiträge keine Katastrophe

Der ehemalige Arbeitsminister Norbert Blüm (CDU) hielt im Deutschlandfunk ein Plädoyer für die klassische umlagefinanzierte Rente. "Zur Wahrheit gehört, dass die Beiträge steigen, was nicht die Katastrophe ist, wie sie häufig beschrieben wird", so Blüm. Früher seien die Beiträge, aber auch der allgemeine Wohlstand niedriger gewesen. Der Zusammenhalt der Generationen sei das einzige tragfähige Prinzip. "Immer ist die Alterssicherung auf die Solidarität der Jungen angewiesen. Das war im Neandertal schon so, und das wird noch so sein, wenn wir auf dem Mars gelandet sind.

Der Politikwissenschaftler Jürgen Falter von der Universität Mainz vermutet, dass es am Ende auf eine stärker steuerfinanzierte Rentenaufstockung hinausläuft, um das Problem zu niedriger Altersbezüge zu beheben: "Irgendetwas wird und muss kommen. Frau von der Leyen hat auf etwas aufmerksam gemacht, was zwar jedem Beobachter irgendwann einmal klar war, wir aber vergessen haben", so Falter im Deutschlandfunk.

Verwandte Audiobeiträge:

Die Idee der Zuschussrente: Gespräch mit der Korrespondentin Katharina Hamberger

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 03:30 Uhr Forschung aktuell

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Auslaufmodell Businessmode Warum man Kompetenz nicht anziehen kann

Eine Frau im Businesskostüm  (Picture Alliance / Patrick Pleul)

Businesslook als Zeichen von Seriosität und Fachkenntnis? Das war einmal. Chefs lösen ihre Krawatten und Bankangestellte sollen sie ganz ablegen - für mehr Kundennähe. Kompetenz vermittelt sich heute nicht durch einen schlecht sitzenden Anzug, sondern durch Wissen und Empathie.

ABBA-Ausstellung "Super Trouper"Strahlende Schweden im dunklen Britannien

Die Mitglieder der schwedischen Popgruppe "Abba" (von links nach rechts): Benny Andersson, Annafrid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1974 im südenglischen Brighton 

Die schwedische Band ABBA wird im Londoner Southbank Centre mit der Ausstellung "Super Trouper" geehrt. Die zeigt nicht nur Exponate der Band, sondern zeichnet auch ein düsteres Bild Englands in den 1970er-Jahren.

FilmwirtschaftDisneys Deal mit "21st Century Fox"

Das Logo des US-Unterhaltungsriesen Disney auf einem Bildschirm, im Hintergrund das Handelsparkett der New Yorker Börse (AP Photo/Richard Drew)

Der Unterhaltungskonzern Walt Disney steht kurz davor, Teile des Medienunternehmens "21st Century Fox" von Rupert Murdoch zu kaufen. Dies sei eine Reaktion auf die digitale Konkurrenz wie Netflix oder Amazon, erklärt Caspar Busse von der "SZ".

Islamexperte Ahmad Mansour"Antisemiten sind selbstbewusster geworden"

Ahmad Mansour, Psychologe und Programmdirektor der European Foundation for Democracy (Imago / Jens Jeske)

Der Islamexperte Ahmad Mansour fordert ein nationales Konzept für den Umgang mit Antisemitismus. Judenfeinde seien selbstbewusster geworden und hätten weniger Hemmungen sich zu äußern, sagte der Psychologe im Dlf. Den aktuellen Antisemitismus hält er für herkunftübergreifend.

Vor 30 Jahren Warum ein Verkehrsunfall zur Gründung der Hamas führte

Anhänger der Hamas demonstrieren am 14.12.2016 in Gaza-Stadt. (dpa / EPA / Mohammed Saber)

Ein tragischer Verkehrsunfall und Gerüchte waren der Auslöser für die Gründung der Hamas am 14. Dezember 1987. Seitdem kämpft die radikal-islamische Bewegung für das palästinensische Volk und "seine Freiheit, seine Rückkehr und seine Unabhängigkeit im Namen Gottes".

Anke Engelke über "Sowas wie Angst"Gefühle sind stärker als Statistiken

Die Schauspielerin und Autorin Anke Engelke schaut 01.12.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen) nach einem dpa-Gespräch im die Kamera. (zu dpa «Anke Engelke: «Habe mich als Kind schon supergern verkleidet»» vom 03.12.2017) Foto: Henning Kaiser/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

In einer WDR-Dokumentation macht sich die Schauspielerin und Moderatorin Anke Engelke auf die Suche nach der Angst in unserer Gesellschaft. Sie sagt, die Kriminalstatistik könnte einem eigentlich die Angst nehmen, aber bei Vielen seien die Gefühle eben stärker.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Volkswagen  Belege für Unterstützung der Militärdiktatur in Brasilien | mehr

Kulturnachrichten

US-Behörde kippt Netzneutralität | mehr

 

| mehr