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ZDF-Chefredakteur Brender muss gehen

Entscheidung im Verwaltungsrat

ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender muss den Sender verlassen (AP)
ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender muss den Sender verlassen (AP)

Der ZDF-Verwaltungsrat hat sich gegen eine Vertragsverlängerung von Chefredakteur Nikolaus Brender entschieden. Das gab der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) in Berlin bekannt.

Für Brender haben laut Beck 7 der 14 Mitglieder gestimmt, für eine Verlängerung wären jedoch
9 Stimmen erforderlich gewesen. Brenders Amtszeit läuft damit Ende März 2010 aus. Es habe keine stichhaltigen Argumente gegen Brender und auch keine sachliche Begründung gegeben, kritisierte Beck, der auch Vorsitzender des Verwaltungsrats ist.

Der Staatsrechtler Ulrich Battis warf zuvor im Deutschlandradio Kultur Roland Koch vor, er missbrauche die Situation: "Im Rundfunk wirken alle gesellschaftlichen Kräfte mit. Und eine dieser Kräfte sind die Parteien, und die haben aber hier konkret beim ZDF die Mehrheit, und zwar eine Partei. Und das soll gerade nicht sein."

Der Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann, kritisierte die Aussagen Kochs in diesem Zusammenhang als deplatziert und inhaltlich falsch. Dennoch mahnte er Reformen bei den Nachrichtensendungen an.

Die SPD-Politikerin Heide Simonis befürchtete in der Abberufung Brenders einen Versuch, "parteipolitische Meinung umzusetzen". Der Flurschaden sei sehr groß, sagte Simonis im Deutschlandfunk.

Der Staats- und Verfassungsrechtler Hubertus Gersdorf kritisierte generell den Einfluss der Politik auf die öffentlich-rechtlichen Medien. Er forderte, dass Politiker, die Gegenstand der Berichterstattung sind, in den Verwaltungsräten "die Stühle räumen".

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:34 Uhr

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