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Zehntausende fordern gerechtere Vermögensverteilung

Proteste am Aktionstag des Bündnisses "UmFAIRteilen"

Demonstration "UmFAIRteilen - Reichtum besteuern" am Potsdamer Platz, Berlin (picture alliance / dpa  / Rainer Jensen)
Demonstration "UmFAIRteilen - Reichtum besteuern" am Potsdamer Platz, Berlin (picture alliance / dpa / Rainer Jensen)

Unter dem Motto "UmFAIRteilen - Reichtum besteuern" haben mehrere zehntausend Menschen in Deutschland gegen soziale Ungerechtigkeit demonstriert. Hinter den Protesten steht ein Bündnis aus Sozialverbänden, Gewerkschaften und Globalisierungsgegnern.

Nach Polizeiangaben folgten allein in Bochum rund 4000 Menschen dem Aufruf des Aktionsbündnisses UmFAIRteilen. Dort sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, ohne Veränderungen in der Steuerpolitik sehe er die Finanzierung des Sozialstaats in Gefahr. Er forderte unter anderem eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf maximal 50 Prozent.

Forderung nach Reichensteuer

In der Bankenstadt Frankfurt/Main demonstrierten rund 1600, in Hamburg 1500 und in Köln etwa 1800 Teilnehmer. In Berlin sprachen die Veranstalter von 5000 Demonstranten, auch in München und Stuttgart schlossen sich Tausende dem Demonstrationsaufruf durch das Aktionsbündnis UmFAIRteilen an.

Darin haben sich unter anderen die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband, der Sozialverband VdK, die Gewerkschaft Verdi und die globalisierungskritische Bewegung Attac zusammengeschlossen. Zu den wichtigsten Forderungen des Bündnisses gehören eine dauerhafte Vermögenssteuer, eine einmalige Vermögensabgabe sowie die wirksame Bekämpfung von Steuerflucht.

Ver.di-Chef will extrem Reiche fürs Bildungssystem zur Kasse bitten

Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske (AP)Der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske (AP)Im Deutschlandradio Kultur sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske: "Wenn schon für die Krise gezahlt werden soll, dann müssen und sollen es die machen, die es sich am ehesten leisten können, nicht die Schwächsten". Die extrem Wohlhabenden müssten außerdem stärker für das Gemeinwesen - insbesondere für das chronisch unterfinanzierte Bildungssystem - zur Kasse gebeten werden.

Grünen-Chefin Claudia Roth warnte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa vor einem zunehmenden Auseinanderdriften der Gesellschaft. Immer mehr Menschen würden abgehängt, während die Gruppe der Reichen nicht genügend in die Verantwortung für das Gemeinwohl genommen werde.

Nach kürzlich bekannt gewordenen Zahlen aus dem neuen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hat sich das Privatvermögen in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren auf rund zehn Billionen Euro mehr als verdoppelt und weiter konzentriert. Demnach verfügen zehn Prozent der Bevölkerung über 53 Prozent des Privatvermögens. Dagegen kommt die Hälfte der Bürger zusammen nur auf einen Anteil von einem Prozent. Das Nettovermögen des Staates sank im gleichen Zeitraum um 800 Milliarden Euro.

Weitere Informationen zum Thema auf Deutschlandradio.de:

Schreckensszenario von der Arbeitsministerin
Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung

Lindner empfiehlt Verzicht auf "Verteilungsexperimente"
FDP-Politiker warnt vor zu schnellen Reaktionen auf Armutsbericht

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

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