Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ziel: Welt-Klimaabkommen 2015

In Doha startet die UN-Klimakonferenz

Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana bei der Eröffnung der Klimakonferenz in Doha/Katar (picture alliance / dpa)
Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana bei der Eröffnung der Klimakonferenz in Doha/Katar (picture alliance / dpa)

Seit heute an verhandeln Vertreter aus 190 Staaten wieder über die Zukunft unseres Planeten. Sie sollen einen Arbeitsplan für das geplante Welt-Klimaabkommen auf den Weg bringen.

"Wir wissen alle, warum wir Jahr für Jahr immer wieder kommen", sagte zum Auftakt der Konferenz Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane. Sie war im Vorjahr Gastgeberin des Klimagipfels in Durban. "Wir schulden es unseren Völkern, den Bürgern der Welt. Wir schulden unseren Kindern, ihnen eine sicherere Zukunft zu geben, als sie derzeit vor sich haben."

Einig ist sich die Weltgemeinschaft zumindest in einem Punkt: Die Erderwärmung soll auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, galt ein Welt-Klimavertrag eigentlich schon 2009 als höchst dringlich. Doch die UN-Klimakonferenz von Stockholm scheiterte - der Zeitplan verschob sich nach hinten. Nun soll das Abkommen bis 2015 verhandelt werden und erst 2020 in Kraft treten.

Vertreter von 194 Staaten tagen deshalb ab heute in Katars Hauptstadt Doha. Ziel ist es, dass sich die Weltgemeinschaft in den kommenden zwei Wochen auf einen Arbeitsplan für den globalen Klimavertrag einigt. Außerdem soll entschieden werden, wie das Kyoto-Protokoll verlängert wird - dem Vertrag aus dem Jahre 1997 sind mit Russland, Kanada und Japan weitere Unterstützer abhanden gekommen. Zudem geht es ums Geld und die Frage, wer den Klimaschutz und die Anpassung an Klimafolgen bezahlen soll.

Bewegen sich die USA?

Eine Pferdekopfpumpe vor Ölraffinerien in Long Beach, Kalifornien (AP)Pumpstelle vor Ölraffinerien in Long Beach, Kalifornien. Der Bundesstaat hat einen Emissionshandel eingeführt. (AP)Aufmerksam wird die Rolle der USA beobachtet. Ohne die weltgrößte Wirtschaftsmacht läuft wenig in der Klimapolitik. Präsident Barack Obama hatte nach seiner Wiederwahl betont, wie wichtig der Klimaschutz für kommende Generationen sei. Obama stellte vor Beginn der Verhandlungen allerdings auch klar: "Wenn jemand verlangt, dass wir Jobs und Wirtschaftswachstum ignorieren, um uns um den Klimawandel kümmern zu können, mache ich nicht mit."

Der Chef des Bundesumweltamtes, Jochen Flasbarth, nannte es im Deutschlandfunk ein "Märchen", dass sich Klimaschutz und Arbeitsplätze ausschlössen: "Wir wissen inzwischen, dass Klimaschutz auch eine Modernisierungsstrategie ist, die Arbeitsplätze bringt und ökonomisch vorteilhaft ist."

Bundesumweltminister Altmaier: Zahn zulegen

Die Beratungen der 18. Weltklimakonferenz erfolgen zunächst auf Fachebene, ab dem 4. Dezember dann auf Ministerebene. Für die Bundesrepublik wird Umweltminister Peter Altmaier (CDU) dabei sein. Dem Südwestrundfunk sagte Altmaier, er rechne nicht mit einem Durchbruch, hoffe aber auf einen Fahrplan für das Kyoto-Nachfolgeabkommen zur Eindämmung von Treibhausgasen. Beim Emissionshandel für Verschmutzungsrechte müssten Deutschland und die EU "einen Zahn zulegen", sagte der Umweltminister weiter - und stellte sich damit gegen Wirtschaftsminister Phillip Rösler (FDP), der solche Pläne ablehnt.

Wissenschaftler und Verbände forderten im Vorfeld der Konferenz mehr Engagement im Kampf gegen die Erderwärmung. Sie warnen vor einem regelrechten Kippen des Weltklimas und dem endgültigen Abschmelzen der Polkappen - mit fatalen Folgen für Hunderte Millionen von Menschen. Der Publizist und Umweltaktivist Arved Fuchs sagte im Deutschlandradio Kultur: "Das Dramatische dabei ist wirklich, dass das ein irreversibler Prozess ist."

Alle Berichte, die Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur über den Klimagipfel in Doha senden, finden Sie ab sofort in unserem Themenportal "Doha 2012".

Weitere Informationen:

Protokoll des Scheiterns
Klimaschutz 15 Jahre nach Kyoto
Kommunale Klimabilanz ernüchternd
Auch Städte-Bündnisse können den Karren nicht aus dem Dreck ziehen
Stichwort Kyoto-Protokoll

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 02:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 02:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Ermittlungen der UNUkraine verweigert Antifolterkomitee den Zutritt

Ein Keller in Dscherhinsk - hier wurden Zivilisten und Angehörige der ukrainsichen Armee bzw. Freiwilligen-Bataillone festgehalten und gefoltert. (Von der Hilfsorganisationen "Recht auf Frieden im Donbass" zur Verfügung gestellt)

Die Menschenrechtsverletzungen im Kriegsgebiet in der Ostukraine halten an. Die Verbrechen sollen geahndet werden, die Dokumente stapeln sich in Den Haag und Straßburg. Die Ukraine will die Strafverfolgung - doch von Kontrollen auf ihrem Territorium hält sie offenbar nicht viel.

Bastei Lübbe für höhere Buchpreise"Für Kunden ist der Preis zweitrangig"

Buchhandlung (picture alliance / dpa / Foto: Ralf Hirschberger)

Bücher müssen teurer werden: Das fordert Klaus Kluge, Vorstand im Verlag Bastei Lübbe. Dabei gehe es vor allem um das Einkommen von Autoren und die Existenz von Buchläden. Für Käufer sei der Preis nicht entscheidend, sagt er.

KatholikentagAls Mann und Frau und … schuf er sie

Hochzeitstorte mit zwei Frauenfiguren (AFP / Gabriel Bouys)

Gender ist gerade für konservative Christen ein Reizwort, denn sie sehen dadurch Gottes Schöpfungsplan in Frage gestellt. Doch die Veränderungen der Geschlechterbilder machen nicht vor den Toren der Kirche Halt. Zwei große Podien widmen sich auf dem Katholikentag in Leipzig dem Thema Gender und lassen kontroverse Diskussionen erwarten.

FrankreichWie sicher sind die französischen Atomkraftwerke?

Das Atomkraftwerk in Fessenheim in Frankreich (dpa / picture-alliance / Patrick Seeger)

Die französische Atomaufsicht hat ihren Jahresbericht vorgelegt - und den Kraftwerken im Land insgesamt gute Noten ausgestellt. Doch Behördenchef Chevet gab auch zu, dass seine Behörde bei der Aufgabe, die französischen Kernkraftanlagen zu überwachen, zunehmend überlastet sei.

100 Jahre Schlacht von VerdunDas deutsch-französische Verhältnis ist gestörter denn je

Frankreichs Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel - voneinander abgewandt (imago / Belga)

In der Energie- und Umweltpolitik: nur Gegensätze und Konflikte. Aber auch in der Außenpolitik sucht man vergeblich nach Gemeinsamkeiten. Deutschland und Frankreich sind weit auseinander gerückt, meint der Historiker Klaus Manfrass.

Präsidentschaftskandidat TrumpTweets statt Sicherheitspolitik

Donald Trump bei einer Rede nach den Vorwahlen in Indiana. (picture alliance / dpa / Justin Lane)

Donald Trump hat es geschafft: Nach aktuellen Zählungen wird er der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Am Rande des G7-Gipfels zeigte sich Präsident Barack Obama besorgt. Er sei mehr an Schlagzeilen und Tweets interessiert, statt an Amerikas Sicherheit zu denken.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Mittelmeerroute  Seit Jahresbeginn 40.000 Migranten in Italien angekommen | mehr

Kulturnachrichten

"Fritz Bauer" ist der große Gewinner beim Deutschen Filmpreis  | mehr

Wissensnachrichten

Hate-Speech  Studie: Hälfte aller frauenfeindlichen Tweets von Frauen | mehr