Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Zollfrei über den großen Teich

Die geplante Freihandelszone zwischen den USA und der EU

EU und USA wollen über eine Freihandelszone verhandeln
EU und USA wollen über eine Freihandelszone verhandeln (picture alliance / dpa /Jürgen Effner)

Die Idee ist nicht neu: Bereits seit den 90er-Jahren diskutieren Europa und die USA über ein Freihandelsabkommen. Mit seinem Bekenntnis für eine transatlantische Freihandelszone hat US-Präsident Barack Obama nun Bewegung in die Angelegenheit gebracht.

<p>In seiner Rede an die Lage der Nation in der Nacht zum Mittwoch kündigte Obama eine &quot;umfassende Handels- und Investitionspartnerschaft&quot; mit der EU an. <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="237391" text="Die Spitzen der EU reagierten euphorisch auf den Vorstoß." alternative_text="Die Spitzen der EU reagierten euphorisch auf den Vorstoß." /> Der Präsident der EU-Kommission, Manuel Barroso, erwartet von einem Abkommen einen &quot;enormen Schub für unsere beiden Volkswirtschaften".&quot; <br /><br /><embed src="http://ec.europa.eu/avservices/mediaplayer/player.swf" width="480" height="330" allowfullscreen="allowfullscreen"="true" wmode="transparent" flashvars="config=http://ec.europa.eu/avservices/video/config.cfm?id=DB72602470DF75E02F21FF8CF4F2447B"></embed><br /><em>(Quelle: EU; <papaya:link href="http://ec.europa.eu/avservices/copyright/index.cfm?&sitelang=en" text="entsprechend Copyright-Bedingungen der EU-Kommission" title="" target="_blank" />)</em><br /><br /></p><p><strong>Große Hoffnungen</strong></p><p>Die Auswirkungen, die von einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU erwartet werden, lesen sich beeindruckend: Ein solcher Wirtschaftsraum würde rund 800 Millionen Menschen umfassen. Die Wirtschaftsleistung der EU könnte nach Meinung von Experten um 0,5 Prozent steigen, die Ersparnisse durch das Wegfallen von Zöllen werden auf 130 Milliarden geschätzt – bei vergleichsweise geringen Kosten.<br /><br /><papaya:media src="9cb202206e92fa79d542efba411826f5" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Barack Obama sucht den Schulterschluss mit der EU" popup="yes" /></p><p><strong>Gegengewicht zu Asien</strong></p><p>Ein gemeinsamer Wirtschaftsraum könnte den beiden kriselnden Wirtschaften EU und USA auf die Beine helfen – und er würde ein deutliches Gegengewicht zu aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien schaffen. Der Fraktionschef der SPD im Bundestag und frühere Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, begrüßte das Vorhaben daher. In einer Rede in Washington sagte er, eine zu starke Konzentration auf den asiatischen Raum würde der USA schaden. Experten befürchten dagegen, ein transatlantisches Handelsbündnis könnte dazu führen, dass man in anderen Regionen massiv an Einfluss, etwa an China verliert.<br /><br /></p><p><strong>Mehr als nur eine Zollunion</strong></p><p> Aus volkswirtschaftlicher Sicht scheint relativ wenig gegen das Vorhaben zu sprechen. Inzwischen wurde ein rascher Beginn der Verhandlungen angekündigt, EU-Kommissionspräsident Barroso nannte als möglichen Beginn Ende Juni. Doch die Verhandlungen dürften kompliziert werden - der Teufel liegt im Detail. Ein Freihandelsabkommen bedeutet nicht nur, die Handelswege zu vereinfachen. Dazu gehört auch, gemeinsame Standards zu vereinbaren, zum Beispiel in der Automobilindustrie, aber auch in Umweltfragen.<br /><br /><papaya:media src="700be5eab05f80aed55847545b967b57" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Ska Keller - Grüne Abgeordnete im EU-Parlament" popup="yes" />Skeptische Stimmen kommen von den Grünen. In der "Frankfurter Rundschau" prophezeite die EU-Parlamentarierin Ska Keller (Grüne): &quot;"Der Hype wird schnell abflachen, wenn es um Details geht.&quot; <br />Der Grund: Die USA erhofften sich von dem Abkommen neue Absatzmärkte für ihre landwirtschaftlichen Produkte, die seien aber oft gentechnisch verändert. &quot;Die Verbraucher in Europa wollen keine Gentechnik in ihrem Essen&quot;, meint Keller.<br /><br />Bis ein Freihandelsabkommen verhandelt ist, könnte es also noch dauern. EU-Handelskommissar Karel de Gucht rechnet mit einem Abschluss bis 2015.<br /><br />Mehr zum Thema auf dradio.de:<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="237481" text="Europa darf nicht &quot;unter die Räder kommen&quot; - Wirtschaftswissenschaftler über die geplante transatlantische Freihandelszone" alternative_text="Europa darf nicht &quot;unter die Räder kommen&quot; - Wirtschaftswissenschaftler über die geplante transatlantische Freihandelszone" /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="237378" text="In den Fußstapfen Ronald Reagans - Politologe Thomas Jäger über Obamas Deregulierungspolitik" alternative_text="In den Fußstapfen Ronald Reagans - Politologe Thomas Jäger über Obamas Deregulierungspolitik" /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="237375" text="Obama hat &quot;seine eigenen Leute mobilisiert&quot; - Experte: Nicht alle Initiativen des Präsidenten werden durchkommen" alternative_text="Obama hat &quot;seine eigenen Leute mobilisiert&quot; - Experte: Nicht alle Initiativen des Präsidenten werden durchkommen" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Faszination Feuerwehr"Eigentlich werden Helden nicht gebraucht"

Kinderzeichnung von einem Feuerwehrauto

Angeblich träumen alle kleinen Jungs davon, später Feuerwehrmann zu werden und damit zu Helden, die Kinder und Tiere aus brennenden Häusern retten. Doch mit Feuer hat die Feuerwehr immer weniger zu tun.

Jenny de la TorreWie behandeln Sie obdachlose Patienten?

Die Ärztin Jenny de la Torre

"Obdachlosigkeit ist eine soziale Krankheit, ein Problem der Gesellschaft", sagt die Ärztin Jenny de la Torre. Ulrike Timm erzählt sie vom Alltag in ihrem Gesundheitszentrum, das sich der Hilfe wohnungsloser Menschen in Berlin widmet.

VerbrauchertippVorsorgevollmacht - aber richtig

Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) macht sich Notizen am Mittwoch (23.02.2011) im Deutschen Bundestag in Berlin neben seiner Doktorarbeit (l).

Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine Vertrauenserson beispielsweise Mietangelegenheiten regeln, Bankgeschäfte ausführen oder über eine Krankenhauseinweisung bestimmen. Dabei gilt es ein paar Dinge zu beachten.

Anti-Späh-Tool "Detekt""Der erste Schritt gegen Überwachung"

Ein mit "PRIVAT" gekennzeichneter Ordner auf dem Bildschirm eines Computers.

Die Software "Detekt" erkennt, ob ein Computer ausspioniert wird. Das Programm sollten vor allem Aktivisten bekommen, die sich für Menschenrechte einsetzen, sagte Mathias John von Amnesty International im DLF. 

Verrazano Narrows Bridge Einst die längste Hängebrücke der Welt

Blick auf die Verrazano Narrows Bridge im Morgengrauen, aufgenommen vom Hudson aus am 13.09.2010.

Vor 50 Jahren wurde in New York die bis dahin längste Hängebrücke der Welt eingeweiht: die Verrazano Narrows Bridge. Zehn Jahre lang hatten 12.000 Arbeiter Stahl und Beton zusammengefügt. Das Bauwerk galt als Gipfel der modernen Brückenbaukunst.

Kritik an Social FreezingDie Firma ist deine Familie

Das Monitorfoto zeigt das Einbringen einer Samenzelle in eine Eizelle mittels Mikropipette unter dem Mikroskop.

"Social Freezing“, das vorsorgliche Einfrieren unbefruchteter Eizellen, ist das heißdiskutierte Angebot des Google-Konzerns an seine Mitarbeiterinnen. Schriftstellerin Tanja Dückers hat dazu eine dezidierte Meinung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Gewerkschaften verhandeln mit Bahn  über deren Angebote | mehr

Kulturnachrichten

Deutsche Kurzfilmpreise  in Höhe von 260 000 Euro vergeben | mehr

Wissensnachrichten

Parasiten  Bandwurm aus menschlichem Gehirn entfernt | mehr