Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Zuwanderungsstopp oder nicht?

Debatte um die Integration von Zuwanderern

Karneval der Kulturen in Berlin (AP)
Karneval der Kulturen in Berlin (AP)

Jetzt meldet sich auch der IT-Branchenverband Bitkom in der Zuwanderungsdebatte zu Wort, fordert ein Ende der "unerträglichen Debatte über einen Zuwanderungsstopp". Ob eigene Werbekampagnen oder bessere Qualifikation hier lebender Zuwanderer: Über das Wie wird weiter gestritten.

<p>"Braucht Deutschland mehr ausländische Arbeitskräfte", fragt tagesschau.de in einem zusammenfassenden Beitrag und analysiert die <papaya:link href="http://www.tagesschau.de/inland/zuwanderung136.html" text="Arbeitsbedingungen für Zuwanderer in Deutschland" title="" target="_blank" />. Schon jetzt fehlen angeblich 400.000 Fachkräfte in Deutschland. Je nach Prognose könnte sich diese Zahl in 20 Jahren mehr als verzehnfachen. Die Wirtschaft fordert, die Zuwanderung für Fachkräfte zu erleichtern. <br /><br />Der IT-Branchenverband Bitkom bekräftigt dies in einer aktuellen Stellungsnahme: Der Mangel an Fachkräften in der IT-Branche sei deutlich gestiegen. Derzeit gebe es in Deutschland rund 28.000 offene Stellen, teilte Bitkom in Berlin mit. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Anstieg um 40 Prozent. Bitkom-Präsident Scheer forderte angesichts des Fachkräftemangels ein Ende der, wie er sagte, <papaya:link href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/10/19/dlf_20101019_1346_eaa05c75.mp3" text="&quot;unerträglichen Debatte über einen Zuwanderungsstopp&quot;" title="&quot;unerträglichen Debatte über einen Zuwanderungsstopp&quot;" target="_blank" />. Was man stattdessen brauche, sei eine internationale Kampagne im Wettbewerb um die klügsten Köpfe der Welt. Auch Ilona Riesen, Referentin für Integration und Migration am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="145705" text="bekräftigt diese Forderung im Interview mit Deutschlandradio Kultur" alternative_text="bekräftigt diese Forderung im Interview mit Deutschlandradio Kultur" />.<br /><br /></p><p><strong>"Kriterien aufstellen" für die Zuwanderung von Fachkräften</strong></p><p><br>Der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Serkan Tören, hat sich <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="163553" text="dagegen ausgesprochen, die Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen zu begrenzen" alternative_text="dagegen ausgesprochen, die Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen zu begrenzen" />. Um den Mangel an Fachkräften auszugleichen, brauche man dringend eine Zuwanderung von qualifizierten Kräften, sagt Serkan Tören im Deutschlandradio Kultur. Qualifikationsmaßnahmen von Menschen, die bereits in Deutschland lebten, reichten allein nicht aus, betont der FDP-Politiker: "Wir müssen die Kriterien aufstellen nach der Nützlichkeit."<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="38386" text="&quot;Im Interesse unseres eigenen Landes&quot; solle ausländischen Studenten die Möglichkeit gegeben werden, hier zu arbeiten." alternative_text="&quot;Im Interesse unseres eigenen Landes&quot; solle ausländischen Studenten die Möglichkeit gegeben werden, hier zu arbeiten." /> Das fordert Dieter Lenzen, zuständig für den Bereich Internationales bei der Hochschulrektorenkonferenz.<br /><br />Auch Mario Dobovisek vom Deutschlandradio Hauptstadtstudio <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="95807" text="unterstützt die Forderung nach mehr Zuwanderung" alternative_text="unterstützt die Forderung nach mehr Zuwanderung" />. "Wir brauchen eine aufrichtige Willkommenskultur", fordert er in seinem Kommentar. "Multikulti ist tot, es lebe die Leitkultur - die Botschaft Horst Seehofers. Der CSU-Chef fischt unumwunden im konservativen Wähler-Becken nach Stimmen und will mit seinen Aussagen wieder die 'Lufthoheit über den Stammtischen dieser Republik' gewinnen." Aber Deutschland brauche die Zuwanderung von Fachkräften, das diktiere der demografische Wandel.<br /><br />Und Melanie Grundei vom Deutschlandradio Hauptstadtstudio <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="95810" text="begrüßt eine schnelle Anerkennung ausländischer Abschlüsse" alternative_text="begrüßt eine schnelle Anerkennung ausländischer Abschlüsse" />: "Dieser Schritt war längst überfällig", kommentiert sie. "Wer im Ausland eine Berufsqualifikation erworben hat, soll schnell wissen, ob diese anerkannt wird - oder welche Fortbildung er dafür noch besuchen muss."<br /><br /></p><p><strong>Deutsche Post ist bereits Multikulti</strong></p><p><br>Während in der Diskussion das Wort "Multikulti" immer mehr zu einem Schimpfwort verkommt, betont der Arbeitsdirekter der Deutschen Post, Walter Scheurle dieses gerade. <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="145703" text="Multikulti sei im Unternehmen schon längst Realität" alternative_text="Multikulti sei im Unternehmen schon längst Realität" />. "Wir setzen auf die personelle Vielfalt als Voraussetzung für unseren langfristigen wirtschaftlichen Erfolg", sagt er. Als Dienstleistungsunternehmen sei es für die Post am Markt ein Pluspunkt, wenn Menschen aus verschiedenen Nationen beschäftigt würden.<br /><br /><strong>Weitere Beiträge zum Thema Integration bei dradio.de:</strong><br /><papaya:addon addon="13ce92bc07c8e837729a6ac5022b9a1b" portal="59" text="Portal Integrationsdebatte" alternative_text="Portal Integrationsdebatte" /></p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:35 Uhr Presseschau

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Stigmatisierung in DeutschlandDer Rassismus tobt nicht nur am rechten Rand

Eine türkische Mutter mit ihrer Tochter in Berlin-Kreuzberg (imago/Steinach)

Der Rassismus in Deutschland sei in den Strukturen der Gesellschaft tief verankert, meint Schirin Amir-Moazami. Die Gleichheit vor dem Gesetz scheine wenig daran zu ändern, dass für Ayse oder Mohammed der soziale Aufstieg steiniger verläuft als für Marie oder Moritz.

NahtodWahrheit oder Hirngespinst

Ein heller Tunnel, gleißendes Licht, Landschaften wie im Paradies: Menschen mit Nahtoderfahrungen schildern ihre Erlebnisse in den schönsten Farben und Gefühlen. Viele von ihnen freuen sich sogar, wenn sie wieder ins Leben zurückgekehrt sind, auf den späteren Tod.

Über Mord und Tod im FernsehenAll die schönen Toten

Eine junge Frau liegt mit geöffneten Augen auf dem Boden. (Imago / Westend61)

Deutsche Fernsehkultur ist Todeskultur. Auf den Bildschirmen wird in einer Tour gestorben und gemordet. Allerorten liegen Leichen, fließt Blut, stets stellen Ermittler die gleichen Fragen, verkünden Rechtsmediziner einen ungefähren Todeszeitpunkt. Im Fernsehen ist der Tod omnipräsent - doch woher kommt diese als Fiktion verkleidete Faszination des Todes?

Kultur des TodesWenn der Friedhof stirbt

Jahrhundertelang war er der einzige Ort, um die Toten zu bestatten. Doch allmählich stirbt der Friedhof selbst. Immer mehr Menschen finden ihn als letzte Ruhestätte zu teuer und die strengen Vorgaben nicht zeitgemäß. Sie lassen ihre Asche lieber übers Meer verstreuen, sich unter einem Baum beerdigen oder neben dem geliebten Haustier.

Soziologe Khosrokhavar über Terror in EuropaWarum der Dschihadismus weiter andauern wird

Der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar ist Studienleiter an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. (AFP / Damien Meyer)

Seit fast 30 Jahren erforscht Farhad Khosrokhavar das Phänomen der Radikalisierung unter Moslems. Europa werde das nächste Jahrzehnt mit dschihadistischem Terror leben müssen, ist sich der iranisch-französische Soziologe sicher.

Unruhen in IndienDie Wut der Jugend von Kaschmir

Jugendliche werfen Steine auf ein indisches Polizeiauto während der Unruhen in Srinagar, der Sommerhauptstadt des indischen Teils Kaschmirs. (picture alliance / dpa / Farooq Khan)

Seit dem 8. Juli gehören Tote und Verletzte zum traurigen Alltag im indischen Teil Kaschmirs. Damals erschossen Soldaten den Kämpfer Burhan Wani. In den Augen der indischen Regierung ein Terrorist, für viele Jugendliche ein Held und Märtyrer. Seitdem gehen seine Anhänger regelmäßig demonstrieren - doch immer seltener geht es dabei friedlich zu.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Streit im UNO-Sicherheitsrat um Aleppo | mehr

Kulturnachrichten

Ex-Ärzte-Bassist Hagen Liebing gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Ozean-Müllabfuhr  Schiff sammelt Plastikabfall ein | mehr