Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Zweifel an Griechenland-Rettungspaket

Wirtschaftsminister Rösler sieht Bedingungen noch nicht erfüllt

Philipp Rösler sieht das EU-Paket für Griechenland auf der Kippe (picture alliance / dpa / Franziska Kraufmann)
Philipp Rösler sieht das EU-Paket für Griechenland auf der Kippe (picture alliance / dpa / Franziska Kraufmann)

Morgen treffen sich die EU-Finanzminister, um über ein neues Griechenland-Rettungspaket abzustimmen. Aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Rösler zu früh: Die Bedingungen für ein neues Griechenland-Rettungspaket seien noch nicht erfüllt.

Das neue EU-Rettungspaket für Griechenland ist keineswegs entschieden - zumindest nicht für den deutschen Wirtschaftsminister. Nach Philipp Röslers Einschätzung hängt das grüne Licht für die 130-Milliarden-Finanzhilfe vom Bericht der internationalen Geldgeber aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds über die Schuldentragfähigkeit Athens ab. Erst anschließend könne über weitere Schritte beraten werden, sagte der FDP-Politiker in Brüssel. Überdies müsse der am Sonntag vom Parlament in Athen verabschiedete Sparplan auch umgesetzt werden - lediglich Beschlüsse reichten nicht aus.

Rezession in Griechenland verschärft sich

Derweil kommen aus Athen weitere Negativ-Nachrichten. Das griechische Statistikamt hat heute offizielle Schätzungen für die Wirtschaftsentwicklung bekanntgegeben. Demnach schrumpfte die Wirtschaft in Griechenland im vergangenen Jahr erneut. Die Wirtschaftsleistung des Euro-Landes sank im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent. Für das gesamte Jahr 2011 wird mit einem Rückgang um etwa 6,8 Prozent gerechnet.

Wirtschaftsexperte: Nachholende Modernisierung als Weg

Nach Ansicht von Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, ist eine der Voraussetzungen für die Rettung Griechenlands eine grundlegende Reform der Verwaltung. "Hier geht es um eine nachholende Modernisierung", so Hüther im Deutschlandfunk, die für die kommenden zwei Jahrzehnte unter enger Begleitung der Troika stattfinden müsse. Dies sei auch in Athen angekommen. "Offenkundig ist doch in der politischen Klasse der Wille auch sichtbar, dass man erkennt, worum es geht, und dass jede Alternative teurer ist", meint Hüther.

Grünes Licht für Verhandlungen über Schuldenverzicht

In Brüssel treffen sich morgen Abend die EURO-Finanzminister, um über das neue Hilfspaket für Griechenland zu entscheiden. Zuvor hatten sie der Regierung in Athen ein Ultimatum gestellt und Zugeständnisse für ein neues Rettungsprogramm verlangt. Wesentliche Forderungen haben die Griechen inzwischen erfüllt. Einige Punkte sind aber noch offen. Nach Informationen aus Eurogruppen-Kreisen soll der Athener Finanzchef Evangelos Venizelos grünes Licht bekommen, um den privaten Banken und Fonds ein Angebot für den freiwilligen Schuldenverzicht unterbreiten zu können. Außerdem soll eine Absichtserklärung für neue Notkredite von 130 Milliarden Euro unterzeichnet werden.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 08:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 08:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Treffen in BerlinAfD bricht Gespräch mit Zentralrat der Muslime ab

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry (r) und Armin Paul Hampel, Landesvorsitzender der AfD in Niedersachsen, nehmen gegenüber der Generalsekretärin des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nurhan Soykan (l), und Sadiqu Al-Mousllie zu Beginn des Treffens ihren Platz ein. (dpa / Kay Nietfeld)

Die Aussprache zwischen der rechtspopulistischen AfD und dem Zentralrat der Musime hat nicht lange gedauert. Schon nach kurzer Zeit habe die AfD das Gespräch abgebrochen, teilte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek in Berlin mit. Die AfD zeigte sich empört.

Autorin Silvia BovenschenSchreiben mit "grimmiger Heiterkeit"

Silvia Bovenschen (2008) (imago / Christian Thiel)

Trotz ihrer schweren Krankheit wurde Silvia Bovenschen eine der führenden Intellektuellen Deutschlands. Britta Bürger besuchte sie in ihrer Berliner Wohnung und sprach mit ihr über Feminismus, Literatur und ihre langjährige gleichgeschlechtliche Beziehung.

PrivatsphäreNiemand ist mehr anonym

Die russische App "FindFace" zeigt gerade, wie einfach wir zu überwachen sind, wenn wir schon mal ein Bild in sozialen Netzwerken hochgeladen haben.

Kassenärztliche BundesvereinigungEs droht die Zwangsverwaltung

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) spricht am 04.07.2014 in Berlin vor dem Bundestag. (picture-alliance / dpa / Soeren Stache)

Misswirtschaft, Korruption, Bereicherung: Nach den Skandalen in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) macht Gesundheitsminister Hermann Gröhe Druck. Sollten die geforderten Beschlüsse zur Rückforderung hoher Zahlungen auf der Vertreterversammlung der KBV nicht gefasst werden, droht die staatliche Zwangsverwaltung.

Sparpaket verabschiedet"Die Griechen akzeptieren das geringere Übel"

Vor dem Parlament in Athen demonstrieren Menschen gegen die Politik ihrer Regierung (picture alliance / dpa / Orestis Panagiotou)

Die Maßnahmen des nun vom griechischen Parlament beschlossenen Gesetzespaket seien zwar gravierend, sagte der Wirtschaftshistoriker Matthias Morys im DLF. Doch die Alternative, ein Ausscheiden aus der Eurozone, wolle im Land auch niemand. Zudem würden die Geldgeber Athen künftig noch weiter entgegenkommen.

BrexitFür ein "britisches Europa"

Flaggen der Europäischen Union und von Großbritannien (imago / Ralph Peters)

Sollte Großbritannien nicht die EU verlassen, wäre es Zeit für die "United States of Europe", allerdings im Sinne Winston Churchills als einem ebenso flexiblen wie schlagkräftigen, demokratisch legitimierten Gebilde aus Nationalstaaten, meint der Journalist Henning Hoff.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Griechenland  Räumung des Flüchtlingslagers Idomeni hat begonnen | mehr

Kulturnachrichten

Bremens Chefdirigent Markus Poschner verabschiedet sich  | mehr

Wissensnachrichten

Spielzeug  Lego wird immer brutaler | mehr