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Zweifel an Umfang des iranischen Atomprogramms

UN und EU rufen Teheran zum Einlenken auf

Irans Staatspräsident Ahmadinedschad bei einer Rede in Teheran. (AP)
Irans Staatspräsident Ahmadinedschad bei einer Rede in Teheran. (AP)

Die Europäische Union (EU) hat mit Sorge auf den vom Iran vermeldeten Durchbruch bei der Uran-Anreicherung reagiert. Die deutsche Ratspräsidentschaft fordere das Land dringend auf, sein umstrittenes Atomprogramm zu stoppen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren, erklärte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Die Ankündigung des Iran, die Uran-Anreicherung in industriellem Maßstab betreiben zu wollen, stehe in direktem Widerspruch zu den Aufforderungen der Atomenergiebehörde IAEA und des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte die Führung in Teheran auf, sich an die Resolutionen der Vereinten Nationen zu halten. Er hoffe, dass die iranische Regierung selbst unter den gegenwärtigen Sanktionen des UN-Sicherheitsrats einen Dialog mit der Absicht auf Verständigung suche, sagte Ban in New York. Erst Ende März hatte der Sicherheitsrat seine Sanktionen gegen die Islamische Republik verschärft, die im Verdacht steht unter dem Deckmantel eines Kernenergieprogramms an Atomwaffen zu arbeiten.

Der Iran hatte am Montag über den Ausbau seiner umstrittenen Uran-Anreicherung informiert. Nach Darstellung von Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist das Land in der Lage, Kernbrennstoff in industriellem Umfang zu produzieren.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Rolf Mützenich sagte im Deutschlandfunk, es bestehe erheblicher Zweifel, ob in der Anlage Natans tatsächlich so viele Zentrifugen zur Uran-Anreicherung liefen, wie Präsident Ahmadinedschad behaupte. Der iranische Präsident sei durchaus ein Provokateur, habe aber nicht das letzte Wort im eigenen Land. Von daher sei es ratsam, weiterhin auf Diplomatie zu setzen und mäßigend zu wirken, betonte Mützenich, der dem Auswärtigen Ausschuss des Bundestages angehört. (Text/ MP3-Audio)

Irans Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani hatte angedeutet, dass die Zahl der zur Uran-Anreicherung eingesetzten Zentrifugen derzeit bei 3000 liege, was vielen Experten allerdings als stark überhöht erscheint. Das russische Außenministerium erklärte am Dienstag, es scheine nicht so, dass dem Iran in jüngster Zeit bei der Uran-Anreicherung ein Durchbruch gelungen sei.

Nahost-Experte empfiehlt Verhandlungen

Volker Perthes, Nahost-Experte und Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, bezweifelt, dass Sanktionen den Iran zum Einlenken bewegen werden. Ziel sollte es seiner Meinung nach sein, über Verhandlungen eine internationale Aufsicht über das Atomprogramm zu erreichen, damit eine militärische Nutzung des Urans "so gut wie auszuschließen ist", sagte Perthes im Deutschlandfunk. (Text / MP3-Audio)

Siegfried Buschschlüter, Deutschlandradio-Korrespondent in Washington, sagte, die USA hielten sich im Streit mit Teheran an die Linie der Vereinten Nationen. Sie wollten die Drohungen nicht verschärfen. (MP3-Audio)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:22 Uhr

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