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Zwischen Zensur und Leselust

Frankfurter Buchmesse mit China als Gastland

Eine Mann legt letzte Hand an die Dekoration des chinesischen Standes auf der Buchmesse in Frankfurt am Main an. (AP)
Eine Mann legt letzte Hand an die Dekoration des chinesischen Standes auf der Buchmesse in Frankfurt am Main an. (AP)

In Frankfurt/M. ist im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel die 61. Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Gastland ist in diesem Jahr China. Weil regimekritische Schriftsteller nicht ausreisen durften, gab es im Vorfeld Kritik an der Messe.

Von chinesischer Seite nahmen die Präsidentin des Chinesischen Schriftstellerverbands, Tie Ning, der Schriftsteller Mo Yan und der stellvertretende Staatspräsident Xi Jinping teil.

Im Vorfeld der Messe gab es Streit wegen der Auswahl Chinas als Gastland und dessen Umgang mit der Zensur. So wurden vor einigen Wochen regimekritische Autoren von den Organisatoren der Messe auf Druck der chinesischen Delegation zunächst ausgeladen, dann vom deutschen PEN-Club wieder eingeladen. Die grüne Europa-Parlamentarierin nannte das "ein sehr ungeschicktes Vorgehen". Im Deutschlandradio Kultur sagte sie: "Man hätte ganz von Anfang an einen kritischen Dialog mit der chinesischen Seite führen sollen".

Verkaufsveranstaltung und Autoren-Bühne

7000 Aussteller aus rund 100 Ländern stellen ihre neuesten Erscheinungen vor. Im Rahmenprogramm der Messe finden rund 2700 Veranstaltungen statt, darunter "das blaue sofa", das auch vom Deutschlandradio Kultur mit ausgestrahlt wird. Von Mittwoch bis Freitag (14.-16. Oktober) ist die Messe ausschließlich Fachbesuchern vorbehalten, am Samstag und Sonntag (17.-18. Oktober) werden die Pforten dann für das Publikum geöffnet.

Am Vorabend der Eröffnung wurde am Montag der Deutsche Buchpreis an die Berliner Autorin Kathrin Schmidt vergeben. Die frischgebackene Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller, die auch auf der Shortlist stand, ging leer aus.

Im Rahmen der Messe wird am 18. Oktober der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche vergeben. Preisträger ist in diesem Jahr der italienische Autor Claudio Magris.

Programmhinweis:
Alle Sendungen zur Frankfurter Buchmesse auf einen Blick

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:34 Uhr

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