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Zyperns Präsident verteidigt Rettungsplan

Banken öffnen doch erst am Donnerstag

Der zyprische Präsident Anastasiades spricht zu seinem Volk (picture alliance / dpa / Cypriot Press Office)
Der zyprische Präsident Anastasiades spricht zu seinem Volk (picture alliance / dpa / Cypriot Press Office)

Zyperns Präsident Anastasiades hat den Bankenrettungsplan für sein Land verteidigt. In einer Fernsehansprache sagte er, die beschlossenen Maßnahmen seien zwar "schmerzhaft", aber der beste Weg. Derweil bleiben auf Anordnung des Finanzministers die zyprischen Banken nun doch noch länger geschlossen.

Das in Brüssel getroffene Abkommen sei zwar "schmerzhaft", aber notwendig, erklärte Zyperns Präsident Nikos Anastasiades. Er wolle sich nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn es in Brüssel keine Einigung gegeben hätte. "Wir kommen verletzt, aber auf den eigenen Füßen stehend heraus aus diesem Treffen", sagte Anastasiades weiter. Und: Er kündigte an, die Verantwortlichen für die Krise zur Rechenschaft ziehen zu wollen.

Banken noch länger in Zwangspause

Kunden in Nikosia stehen Schlange an einem Bankautomaten. (picture alliance / dpa / EPA/Katia Christodoulou)Am Dienstag sollen nach zehn Tagen die Schalter wieder öffnen (picture alliance / dpa / EPA/Katia Christodoulou)Zyperns Banken bleiben derweil doch länger geschlossen als zuletzt geplant. Die Zentralbank des Mittelmeerstaats teilte am Abend mit, alle Banken blieben bis einschließlich Mittwoch zu - ursprünglich sollten die meisten Banken heute wieder öffnen. Die Geldinstitute sind aus Angst vor einem Ansturm der Kunden seit mehr als einer Woche geschlossen.

Die Euro-Finanzminister hatten einem neuen Rettungspaket für Zypern zugestimmt. Die Einigung der Geldgeber mit dem Inselstaat sieht Kredite von bis zu zehn Milliarden Euro vor. Voraussetzung ist der Umbau des zyprischen Finanzsektors. Das zweitgrößte Geldinstitut des Landes, die Laiki-Bank, soll abgewickelt werden. Das größte Institut - die Bank of Cyprus - übernimmt die überlebensfähigen Anteile. Nach Angaben der Regierung in Nikosia ist zudem für alle Vermögenden mit einem Bankguthaben von mindestens 100.000 Euro eine Zwangsabgabe von 30 Prozent vorgesehen. Im Gegenzug sollen die Kunden mit Aktien entschädigt werden, berichtet Jörg Münchenberg im Deutschlandfunk.

Arbeitsminister warnt vor Rezession und Arbeitslosigkeit

Der zyprische Arbeitsminister Harris Georgiades warnte vor einer Rezession und steigender Arbeitslosigkeit in seinem Land. Er sagte der "Bild"-Zeitung, man werde durch eine sehr harte Zeit gehen. Die Korrektur des Bankensystems werde die produktiven Sektoren der Wirtschaft in große Schwierigkeiten bringen.

Dijsselbloem sieht Fall Zypern als Wendepunkt

Der niederländische Finanzminister Jeroen Dijsselbloem ist neuer Eurogruppen-Chef (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)Jeroen Dijsselbloem (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)Die Rettung Zyperns über die Restrukturierung seiner Großbanken markiert nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem einen Einschnitt im Kampf gegen die Schulden- und Bankenkrise in der Euro-Zone. Er sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters und der Zeitung "Financial Times", künftig werde stets geprüft, inwieweit Aktionäre, Anleihegläubiger und letztlich auch die Kunden einer Bank an Krisenfällen beteiligt werden könnten. Zudem sei klar, dass auch andere Euro-Länder mit übergroßem Bankensektor, wie Luxemburg oder Malta, diesen verkleinern müssten. Wenn Banken in Schwierigkeiten gerieten, werde die Euro-Gruppe sie nicht automatisch lösen.

Schäuble: Deutsche sind nicht die Bösen

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (picture alliance / dpa / Marc Tirl)Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) (picture alliance / dpa / Marc Tirl)Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach im ZDF von "schweren Zeiten", die den Menschen in Zypern nun bevorstünden. Den Vorwurf, Deutschland habe während der Verhandlungen mit Zypern die Rolle "des Bösen" gespielt, wies er zurück. Die Bundesregierung habe eine "vernünftige und verantwortliche" Politik betrieben, betonte Schäuble.

Unterdessen teilte die Europäische Zentralbank mit, nach der Einigung auf das Rettungspakt für Zypern keine Bedenken mehr gegen weitere Nothilfen für die maroden Banken des Landes zu haben. Es gebe keine Einwände gegen eine weitere Liquiditätsversorgung der Institute durch die zyprische Notenbank.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

"Bad Bank" - Glossar

Abwicklung von Banken und Zwangsabgaben für Reiche - Fragen und Antworten zum Rettungsplan für Zypern

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Zypern-Paket: Liberale stimmen "im Grundsatz" zu - FDP-Politiker Fricke über den neuen Rettungsplan

Keine Zeit für den Traum von der Einheit - Beobachtungen in der griechisch-türkischen Grenzregion Zyperns

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

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