12 Milliarden Euro Überschuss im Gesundheitsfonds

Beschäftigungslage und Einkommenssteigerungen sorgen für höhere Einnahmen

Gesetzliche Krankenkassen: Der Gesundheitsfonds ist derzeit prall gefüllt (AP)
Gesetzliche Krankenkassen: Der Gesundheitsfonds ist derzeit prall gefüllt (AP)

Dem deutschen Gesundheitssystem geht es gut, zumindest finanziell: Der Überschuss im Gesundheitsfonds wächst einem Medienbericht zufolge bis zum Jahresende voraussichtlich auf zwölf Milliarden Euro - drei Milliarden mehr als erwartet.

Das schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf den Schätzerkreis der gesetzlichen Krankenversicherung. Nachdem zuletzt mit einem Überschuss von neun Milliarden Euro gerechnet worden war, haben die Schätzer die Zahl noch einmal deutlich nach oben korrigiert. Gründe seien die gute Beschäftigungslage sowie Gehaltserhöhungen. Beides schlage sich in höheren Kassenbeiträgen nieder.

Zuletzt waren deshalb Forderungen laut geworden, die Praxisgebühr abzuschaffen und die Beitragssätze für die Versicherten zu senken.

Ruf nach Abschaffung des Fonds

In den 2009 eingeführten Gesundheitsfonds fließen die Einnahmen der Krankenkassen aus dem Einheitsbeitrag von derzeit 15,5 Prozent. Das Geld wird nach einem komplizierten System an die Kassen verteilt, die darüber hinaus in begrenztem Maße Zusatzbeiträge erheben können.

Zahlreiche gesetzliche Krankenkassen wie die "BKK vor Ort", bei der 820.000 Menschen versichert sind, fordern die Abschaffung des Fonds, weil das Geld daraus falsch verteilt werde. Eine Abkehr davon würde auch bedeuten, dass die Kassen ihre Beiträge wieder selber festlegen könnten.

Krankenkassen verfügen über reichlich eigene Reserven

Auch jenseits des Fonds, in den alle gesetzlichen Krankenkassen einzahlen, stehen die Kassen derzeit finanziell gut da. Sie konnten allein im ersten Halbjahr 2012 knapp 22 Milliarden Euro Reserven anhäufen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr