14. Todesopfer in Bad Reichenhall geborgen

Ein Mensch wird noch vermisst

Auf dem Rathausplatz in Bad Reichenhall erinnern hunderte Kerzen und Öllampen an die Opfer des Unglücks.  (AP)
Auf dem Rathausplatz in Bad Reichenhall erinnern hunderte Kerzen und Öllampen an die Opfer des Unglücks. (AP)

Zwei Tage nach dem Einsturz der Eissporthalle im bayerischen Bad Reichenhall hat sich die Zahl der Toten weiter erhöht. Wie die Polizei mitteilte, bargen die Rettungsmannschaften ein 14. Opfer.

Nach Polizeiangaben wird jetzt noch eine Person vermisst. Beim Einsturz der Halle wurden zudem 34 Personen verletzt.

Der Polizei zufolge sind mittlerweile rund 40 Prozent der Eisfläche für die rund 200 Helfer zugänglich. Im Einsatz seien auch Spürhunde. In der Nacht zu Mittwoch war die Suche nach den Vermissten wieder aufgenommen worden.

Der technische Defekt an einem der drei Spezialbagger, die das Dach abtragen sollten, sei behoben, teilte das Landratsamt mit. Die Suche hatte am Dienstagnachmittag eingestellt werden müssen, weil die Außenmauern der Halle zusammenzubrechen drohten. Die Arbeiten gestalten sich auch weiterhin schwierig.

Am Dienstag hatten mehrere hundert Bürger in Bad Reichenhall mit einer Lichterkette der Opfer gedacht. Mit Kerzen und Fackeln versammelten sie sich am Abend auf dem Rathausplatz.

Ursache weiterhin unbekannt


Zahlreiche Menschen versammeln sich auf dem Rathausplatz von Bad Reichenhall (AP)Zahlreiche Menschen versammelten sich auf dem Rathausplatz von Bad Reichenhall (AP)Zwei Tage nach dem Einsturz der Bad Reichenhaller Eissporthalle wird weiter fieberhaft nach der Unglücksursache gesucht. Erfahrungsgemäß dauerten solche Ermittlungen mehrere Wochen, sagte der Einsatzleiter der Traunsteiner Polizei am Mittwochmorgen in Bad Reichenhall. Die Polizei gehe allen Hinweisen nach.

Der Reichenhaller Oberbürgermeister Wolfgang Heitmeier wies Vorwürfe der Fahrlässigkeit zurück. Das Dach sei wenige Stunden vor dem Unglück ordnungsgemäß vom Hallenwart auf die Belastung durch Schnee überprüft worden, sagte Heitmeier. Da die Werte deutlich unter dem erlaubten Grenzbereich gelegen hätten, habe keine Notwendigkeit bestanden, die Halle zu räumen.

Nach Angaben des örtlichen Eishockey-Vereins wurde jedoch kurz vor dem Unglück ein Training in der Halle mit Schülergruppen wegen Einsturzgefahr abgesagt. Unklar ist, weshalb sich dennoch normale Eislaufgäste, unter ihnen auch viele Familien mit Kindern, in dem Gebäude befanden.

In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Gerüchte über bauliche Mängel der aus dem Jahr 1972 stammenden Halle gegeben. Die Stadt wies dies zurück.

Bergungsexperte: Kaum Chancen auf Überlebende


Der Bergungsexperte Michael Bagusche hegt nur noch wenig Hoffnung auf Rettung für die drei Vermissten in Bad Reichenhall. Wichtig sei für etwaige Überlebende, "dass sie Lufträume finden, dass sie Zwischenräume finden, in denen sie ein wenig geschützt sind". Sorgen macht Bagusche auch die Kälte am Einsatzort. Dadurch habe die Wahrscheinlichkeit abgenommen, noch Lebende aus den Trümmern zu bergen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:13 Uhr