15. Todesopfer in Bad Reichenhall geborgen

Keine weiteren Vermissten nach Unglück

Eine Mutter und ihr Sohn stellen am Rathausplatz in Bad Reichenhall zum Gedenken an die Opfer des Einsturzes der Sporthalle Kerzen auf. (AP)
Eine Mutter und ihr Sohn stellen am Rathausplatz in Bad Reichenhall zum Gedenken an die Opfer des Einsturzes der Sporthalle Kerzen auf. (AP)

In den Trümmern der Bad Reichenhaller Eissporthalle ist nach langwierigen Bergungsarbeiten die Leiche der letzten noch vermissten Frau gefunden worden. Hilfskräfte fanden die Leiche in einem Schneehaufen. Nach Angaben der Einsatzleitung sind damit alle Vermissten geborgen.

Dennoch werden die Arbeiten zum Abtragen der Gebäudeteile mit äußerster Vorsicht fortgesetzt. Nach Angaben von Landrat Georg Grabner soll damit sichergestellt werden, dass sich in dem Gebäude keine weiteren Menschen befinden, die bisher nicht als vermisst gemeldet wurden. Dann erst soll der Katastrophenalarm aufgehoben werden.

Helfer fanden Todesopfer


Die meisten der 15 Todesopfer sind Kinder und Jugendliche, die in ihren Schulferien Eislaufen waren. 34 Menschen wurden verletzt. 18 Personen mussten in Krankenhäuser gebracht werden, 15 von ihnen sind noch immer in stationärer Behandlung.

Bürgermeister weist erneut Vorwürfe zurück


Das Dach der eingestürzten Eishalle in Bad Reichenhall an der deutsch-österreichischen Grenze (AP)Dach der eingestürzten Eishalle in Bad Reichenhall (AP)Der Oberbürgermeister von Bad Reichenhall, Wolfgang Heitmeier, wies erneut Berichte zurück, wonach es schon seit Jahren Hinweise auf bauliche Mängel der eingestürzten Eissporthalle gegeben haben soll. Aus einem Gutachten von 2003 zitierte er den Satz: "Die Tragkonstruktion, sowohl die Holzkonstruktion als auch die Stahlkonstruktion im Allgemeinen, ist in einem als gut zu bezeichnenden Zustand."

Die damalige Überprüfung habe lediglich Wasserflecken an der Holzkonstruktion festgestellt, die auf Unregelmäßigkeiten in der Entwässerung des Dachs zurückgeführt worden seien, sagte Heitmeier. In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Berichte gegeben, die Baufälligkeit der Halle sei längst bekannt gewesen und durch ein Gutachten bestätigt worden.

Staatsanwaltschaft Traunstein will Unglücksursache klären


Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein erklärte, seine Behörde konzentriere sich auf die Klärung der Unglücksursache. Erst danach könne man prüfen, ob es persönliche Verantwortlichkeiten gebe. Derzeit richteten sich die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:14 Uhr