20 Euro für das Abschalten

Bedeutung des Atom-Moratoriums für die Strompreise

Von Theo Geers

Der Strompreis wird langfristig steigen. (Jan-Martin Altgeld)
Der Strompreis wird langfristig steigen. (Jan-Martin Altgeld)

An der Leipziger Strombörse steigen die Preise bereits, und zwar seit Montag und damit dem ersten Tag, an dem Großhändler auf den Gau in Japan, das Moratorium in Deutschland und die Stilllegungspläne für sieben deutsche Atommeiler reagieren können.

Am Spotmarkt ist der Preis für Strom zur kurzfristigen Lieferung im April, wenn das Moratorium gilt, seit Montag deutlich gestiegen: von gut 52 auf jetzt rund 62 Euro je Megawattstunde. Auf die Endverbraucherpreise schlägt dies kurzfristig aber nicht durch. Am Spotmarkt werden nur kleine Mengen gehandelt. Der weitaus größte Teil des Stroms, den die Deutschen jetzt und in den nächsten Wochen und Monaten verbrauchen, wurde schon vor ein oder zwei Jahren eingekauft.

Langfristig hat das Abschalten von Atomkraftwerken dagegen schon Folgen, allerdings steigen die Preise nur leicht, was vor allem daran liegt, dass Atomstrom durch teureren Strom aus Kohle- oder Gaskraftwerken ersetzt werden muss. In Leipzig lässt sich dies am Preis für Strom für 2013 ablesen, Strom, der geliefert werden müsste, wenn mit Sicherheit mehrere Atommeiler endgültig abgeschaltet sind.

Strom für 2013 war heute in Leipzig mit 59 Euro je Megawattstunde drei bis fünf Euro teurer als in den letzten Wochen. Umgerechnet auf eine Kilowattstunde wären das 0,3 bis 0,5 Cent oder für einen typischen Vierpersonenhaushalt, der 4000 Kilowattstunden verbraucht, maximal 20 Euro im Jahr. Das wäre nach heutigen Börsenpreisen 2013 der Preis für das Abschalten der ersten sieben Atomkraftwerke.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr