60. Jahrestag des Kriegsendes

Zahlreiche Gedenkfeiern in Deutschland

Bundespräsident Köhler und Kanzler Schröder gemeinsam mit Frau Doris beim Gedenkgottesdienst zum Kriegsende vor 60 Jahren (AP)
Bundespräsident Köhler und Kanzler Schröder gemeinsam mit Frau Doris beim Gedenkgottesdienst zum Kriegsende vor 60 Jahren (AP)

Sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gedenkt Deutschland der Befreiung von der Nazi-Diktatur. Auf zahlreichen Veranstaltungen wird an die Millionen Opfer des Krieges und der NS-Terrorherrschaft erinnert. In der Hedwigs-Kathedrale in Berlin leitete ein ökumenischer Gottesdienst die Feierlichkeiten ein.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofs-Konferenz, Lehmann, und der Präsident des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Huber, nahmen an dem Gottesdienst teil. Zu den Gästen aus der Politik gehört die gesamte Staatsführung der Bundesrepublik.

Anschließend werden in der Neuen Wache, der zentralen Gedenkstätte, Kränze zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft niedergelegt werden.

Am Nachmittag findet im Berliner Reichstagsgebäude die zentrale Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an das Kriegsende statt. Hauptredner ist Bundespräsident Köhler.

"Der Deutschlandfunk überträgt den Staatsakt ab 15 Uhr auf der Langwelle 153 Kilohertz."

Demonstration gegen Aufmarsch der NPD



Lichterkette vor dem Brandenburger Tor, 7.5.2005 (AP)Lichterkette vor dem Brandenburger Tor, 7.5.2005 (AP)Die Feierlichkeiten werden überschattet von dem geplanten NPD-Aufmarsch in der Hauptstadt. Rund 10.000 Menschen haben gegen den zum 60. Jahrestag des Kriegsendes erwarteten Aufmarsch der rechtsextremen NPD demonstriert. Die Teilnehmer zogen Richtung Alexanderplatz, wo sich bis zum Mittag nach Polizeiangaben etwa 1900 NPD-Anhänger versammelten. Redner kündigten an, den Marsch der Rechtsextremen verhindern zu wollen. Um Ausschreitungen zu verhindern, sind rund 6000 Polizisten im Einsatz.

Gestern Abend hatten rund 25.000 Menschen mit einer Lichterkette quer durch die Hauptstadt ein Zeichen gegen Krieg, Rassismus und Intoleranz gesetzt.

"NPD und DVU sind keine reale Gefahr für die Demokratie"


Der SPD-Ehrenvorsitzende Hans-Jochen Vogel sieht in den Parteien NPD und DVU keine reale Gefahr für die Demokratie in Deutschland. Allerdings seien sie vor dem besonderen geschichtlichen Hintergrund ein schlimmes Ärgernis, sagte Vogel. Von Parteienverboten halte er nichts. Dies könne dazu führen, dass die Aktivitäten schwerer kontrollierbar weitergingen.
Interview der Woche mit Hans-Jochen Vogel

IG-Metall-Chef Peters fordert Verbot rechtsextremer Parteien


Neonazi-Aufmärsche oder die Auftritte der NPD im sächsischen Landtag seien Anlass genug, um zu handeln, sagte Peters bei einer Veranstaltung zum Kriegsende im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. Chauvinistische Überheblichkeit und die Verhetzung von Teilen der Bevölkerung schafften auch heute wieder ein Klima der Angst. Der Bezirks-Vorsitzende in Niedersachsen, Meine, erinnerte daran, dass neben jüdischen Mitbürgern Gewerkschafter zu den ersten Opfern des nationalsozialistischen Regimes gehörten. Eine Konsequenz aus dieser Erfahrung sei die Forderung nach einer demokratischen Teilhabe der Arbeitnehmer.

Innenminister Schily fordert mehr Zivilcourage gegen Rechte


Bundesinnenminister Otto Schily hat zum 60. Jahrestag des Kriegsendes zu mehr Zivilcourage gegen Rechtsextremismus aufgerufen. Er finde es ermutigend, dass viele junge Menschen gegen die Rechten protestierten, sagte Schily der "Bild am Sonntag". Es sei eine Schande, dass es eine Partei wie die NPD gebe, die mit nationalsozialistischem Gedankengut und Nazi-Symbolen auftrete.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:10 Uhr