Ägyptens Präsident schmäht Syriens Regierung

Mursi findet klare Worte beim Gipfel der Blockfreien in Teheran

Mohammed Mursi, Ägyptens Präsident und Syrien-Kritiker (picture alliance / dpa / Romain Beurrier)
Mohammed Mursi, Ägyptens Präsident und Syrien-Kritiker (picture alliance / dpa / Romain Beurrier)

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat die syrische Regierung als "Unterdrücker-Regime" bezeichnet und damit in Teheran für einen Eklat gesorgt. In einer Rede beim Gipfel der Blockfreien Staaten nannte Mursi die Unterstützung der Revolution eine moralische Pflicht und eine strategische Notwendigkeit.

Zugleich sagte Mursi: "Ägypten ist bereit, mit allen Seiten zusammenzuarbeiten, um das Blutvergießen zu beenden."

Eklat beim ersten Besuch seit über 30 Jahren

Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete, die syrische Delegation habe daraufhin den Saal verlassen. Mit seinen Äußerungen brüskierte Mursi auch Gastgeber Iran, der als enger Vertrauter Syriens gilt.

Mursis Aufenthalt in Teheran ist der erste Besuch eines ägyptischen Staatschefs seit langem - 1979 brach der Iran die diplomatischen Beziehungen ab, nachdem Ägypten dem gestürzten Schah Asyl gewährt hatte. Der Schah liegt in einem Mausoleum im Stadtzentrum von Kairo begraben.

Teheran: Einer der letzten Verbündeten des Assad-Regimes

Bei dem Treffen übergibt Mursi die Präsidentschaft Ägyptens für die Bewegung der Blockfreien Staaten an den Iran. Sie besteht aus 120 Staaten überwiegend aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Trotz Kritik aus den USA und Israel nimmt auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon an der Konferenz teil.

Teheran ist einer der letzten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, der einen im März 2011 begonnen Aufstand in seinem Land blutig niederschlagen lässt. Seither wurden nach Oppositionsangaben etwa 25.000 Menschen getötet, Hunderttausende Syrer sind auf der Flucht.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr