Äthiopien bombardiert Flughafen von Somalia

Kriegserklärung am Horn von Afrika

Ein islamistischer Rebell patrouilliert am Flughafen von Mogadischu. (AP)
Ein islamistischer Rebell patrouilliert am Flughafen von Mogadischu. (AP)

In Somalia hat sich die Lage nach dem Eingreifen Äthiopiens in den militärischen Konflikt weiter zugespitzt. Kampfflugzeuge warfen am Montagmorgen zwei Bomben auf den Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu ab, der erst vor Kurzem vom Rat der Islamischen Gerichte übernommen worden war.

Auch der 100 Kilometer weiter südlich gelegene Flughafen von Baledogle wurde bombardiert. Äthiopische Bodentruppen verdrängten zudem islamistische Milizionäre aus der Grenzstadt Belet Weyne.

Die Aufständischen hatten sich zuvor bereits mit Bodentruppen aus dem Nachbarland heftige Gefechte südlich von Baidoa, dem Sitz der somalischen Übergangsregierung, geliefert. Äthiopien hatte den islamistischen Milizen in Somalia daraufhin am späten Sonntagabend den Krieg erklärt. In einer im Fernsehen und Radio übertragenen Ansprache sagte der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi, das Parlament habe eine entsprechende Resolution zur Verteidigung der Souveränität Äthiopiens verabschiedet. Die Milizen drohten dagegen mit einem Heiligen Krieg.

Die Europäische Union verurteilte die Eskalation der Gewalt. Beide Seiten müssten ihre Angriffe einstellen, heißt es in einer in Brüssel veröffentlichten Stellungnahme. Zugleich warnte die EU vor einem Flächenbrand am Horn von Afrika.

Äthiopien hat eine der größten Armeen in der Region und hat in den vergangenen 45 Jahren schon zwei Kriege gegen Somalia geführt. Jetzt allerdings unterstützt das Land die international anerkannte somalische Übergangsregierung gegen die Islamisten. Diese wiederum erhalten Hilfe von Eritrea, dem Erzfeind Äthiopiens.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:20 Uhr