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Twitter Spaces – Ein neuer digitaler Ort für Partizipation

Von Charlotte Voss, Audience Development in der Abteilung Multimedia-Online, Deutschlandradio

Ein Smartphone mit dem Startscreen der Twitter-App liegt auf einem rustikalen Holztisch, daneben steht ein Kaffeeglas (unsplash/Nathan Dumlao)
(unsplash/Nathan Dumlao)

Seit vergangenem Herbst testet Deutschlandfunk Twitter Spaces. Mit diesem Format kann man auf der Social-Media-Plattform Twitter live mit Userinnen und Usern ins Gespräch kommen. Ein Forum mit viel Potenzial für echte Interaktion mit unserer Hörerschaft.

Was ist Twitter Spaces?
Twitter Spaces ermöglicht es uns, mit unseren Nutzerinnen und Nutzern niedrigschwellig ins Gespräch zu kommen. Ein "Space" ist ein Live-Audio-Chatroom, dem jeder zuhören kann. Wer möchte, kann ganz einfach in der Twitter-App die virtuelle Hand heben und selbst live eine Frage stellen – quasi wie bei einer Call-In-Sendung bei Twitter. Dass Twitter diese Funktion anbietet, kommt uns entgegen. Wir konnten dort über die Jahre eine Community aufbauen: Mehr als 280.000 Menschen folgen dem Twitter-Account von Deutschlandfunk (@DLF) – überwiegend eine jüngere Zielgruppe als im linearen Programm.

Was machen wir bei Twitter Spaces?
Den ersten Twitter Space hat der Deutschlandfunk im vergangenen Herbst im Vorfeld der Bundestagswahl veranstaltet. Die Korrespondentinnen und Korrespondenten aus dem Hauptstadtstudio Berlin beantworteten damals Fragen zum TV-Triell der Kanzlerkandidaten. Der erste Versuch war gleich ein Treffer: Mehr als 1.000 Menschen verfolgten die Diskussion. Auf diesen Erfolg konnten wir aufbauen. Im Februar veranstalteten wir mit den Osteuropa- und Außenpolitik-Expertinnen und -Experten von Deutschlandfunk einen Space zur aktuellen Lage in der Ukraine und Russland. In der Spitze hörten mehr als 1.800 Menschen zu – der bisher am meisten frequentierte Space. Die Nutzerinnen und Nutzer stellten ihre Fragen live den Korrespondentinnen und Korrespondenten. Fast zwei Stunden konnten wir dem Publikum so eine Einordnung zur aktuellen politischen Lage bieten und direkt auf sein Informationsbedürfnis eingehen. Gleichzeitig bekamen wir von den Usern Anregungen und neue Denkanstöße für unsere Berichterstattung.
Auch neben der großen Politik gibt es Themen, die in Twitter Spaces gut mit der Hörerschaft unserer Programme diskutiert werden können. So veranstaltete die Deutschlandfunk-Sportredaktion Spaces zum Thema "Frauen in der Sportberichterstattung" und zu den Olympischen Winterspielen in Peking.
Mit dem Format können wir auch unsere Arbeit transparenter machen: In einem weiteren Twitter Space hat sich das Team der "Informationen am Morgen" gemeinsam mit Deutschlandfunk-Chefredakteurin Birgit Wentzien den Fragen der Userinnen und User gestellt: Wie werden die Themen und Interviewpartner der Sendung ausgewählt? Wie bereitet man sich als Moderator darauf vor? Auch damit konnten wir gezielt auf das Interesse der User eingehen: Denn insbesondere die Interviews werden bei Twitter stets viel diskutiert.

Was haben wir gelernt und wie geht es weiter?
Dialog ist wertvoll – für uns und für unser Publikum. Mit Formaten wie Twitter Spaces können wir viel voneinander lernen. Wir können dort auch diejenigen erreichen, die uns nicht hören, und dabei neue Stimmen hörbar machen: Es ist ein neuer digitaler Ort für Partizipation. Die nächsten Spaces sind schon in Planung. Sie sind herzlich eingeladen, auf Twitter.com/DLF zuzuhören und mitzudiskutieren!

Letzte Änderung: 05.04.2022 10:14 Uhr