Algerien: Bis zu 30 Geiseln vermisst

Terroristen haben sich anscheinend verschanzt

Auf der Erdgas-Anlage "In Amenas" haben algerische Terroristen Geiseln genommen. (picture alliance / dpa / Statoil Handout)
Auf der Erdgas-Anlage "In Amenas" haben algerische Terroristen Geiseln genommen. (picture alliance / dpa / Statoil Handout)

Die Geiselnahme in der algerischen Sahara geht weiter. Noch immer befinden sich Menschen in der Gewalt islamistischer Terroristen. Über ihre genaue Zahl herrscht Unklarheit. Mindestens zwölf Geiseln sind tot, teilte Algeriens Kommunikationsminister mit.

In manchen Quellen ist die Rede von sieben bis zehn Geiseln, die noch in der Gewalt der Kidnapper sind. Die algerische Regierung spricht von 30 Menschen, die festgehalten werden, zwölf toten Geiseln und 18 getöteten Entführern.

Auf dem Gelände der Gasförderanlage im Osten des Landes haben die militärischen Spezialkräfte die verbleibenden Terroristen umstellt. Das berichten Sicherheitskreise. Verhandlungen mit der Gruppe "Die mit dem Blut unterschreiben" lehnt die algerische Regierung ab. Die Terroristen fordern einen Gefangenenaustausch und den Abzug französischer Truppen aus dem Nachbarland Mali.

Der staatlichen algerischen Nachrichtenagentur APS zufolge sind die Islamisten mit Raketenwerfern und Maschinengewehren bewaffnet. Sie hatten am Mittwoch das Erdgasfeld In Amenas überfallen. Die Anlage wird gemeinsam von BP, der einheimischen Sonatrach und der norwegischen Statoil betrieben. Wenig später umstellte das algerische Militär den Komplex. Am Donnerstag drangen die Militärs in die Anlage ein. Sie konnten insgesamt rund 650 Menschen in Sicherheit bringen.

Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Geiselnahme scharf. US-Außenminister Leon Panetta sagte der BBC, für das Terrornetzwerk Al-Kaida, aus dessen Umfeld die Geiselnehmer kommen sollen, gäbe es keine Verstecke: "Al-Kaida muss wissen, dass sie keinen Unterschlupf bekommen, weder in Algerien oder Mali, noch anderswo. Wir werden ihnen keine Basis lassen, von der aus sie solche Terrorakte ausführen können." Die USA würden "alle nötigen Schritte" zum Schutz ihrer Bürger treffen, so Panetta.

Terroristen: Wir machen weiter

Unterdessen haben die islamistischen Geiselnehmer weitere Aktionen angekündigt. Die mauretanische Nachrichtenagentur ANI zitierte einen Sprecher der Gruppe mit den Worten, man plane weitere Operationen. Alle Algerier seien aufgerufen, Standorte ausländischer Unternehmen in dem Land zu meiden.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr