Altmaier empfiehlt Energieberatung gegen hohe Strompreise

Bundesumweltminister lehnt Stromrabatte für Arme ab

Strom frisst Geld - doch man kann einiges dagegen tun. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Strom frisst Geld - doch man kann einiges dagegen tun. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Der Strompreis hat sich in den vergangenen zwölf Jahren nahezu verdoppelt. Wegen der Energiewende wird befürchtet, dass Strom noch einmal spürbar teurer wird. Doch Bundesumweltminister Altmaier lehnt Rabatte für ärmere Haushalte aber ab. Sie sollten durch fachkundige Energieberatung Strom sparen.

"Verbraucher sollen ihre Stromrechnung auch künftig bezahlen können", verspricht Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) in der "Bild"-Zeitung. Er sieht mehr Potenzial darin, den Stromverbrauch zu reduzieren. "Wenn der Preis um drei Prozent steigt, bleibt die Rechnung die alte, wenn man gleichviel Strom einspart." Der Minister hatte bereits im Deutschlandfunk erklärt: "Strom darf kein Luxusgut werden".

Wie Verbraucher Strom einsparen können, sollte eine fachkundige Energieberatung für alle Bürger verdeutlichen. Diese werde innerhalb von sechs Monaten geschaffen, kündigte Altmaier an. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte kürzlich, auch die Wirtschaft müsse in die Pflicht genommen werden. Die Industrie erhalte zu viele Energie-Subventionen.

"Anstieg um 20 bis 25 Prozent bis 2020"

Strommasten reihen sich bei Silberstedt nahe Husum hintereinander. (AP)Ein langer Weg bis zur Energiewende (AP)Strompreise werden nach Angaben der Deutschen Energieagentur wegen der Energiewende in den kommenden acht Jahren kräftig anziehen. "Wir sagen einen energiewendebedingten Anstieg um 20 bis 25 Prozent bis zum Jahr 2020 voraus", sagte der Chef der Agentur, Stephan Kohler, der "Rheinischen Post". Hinzu kämen weitere Strompreiserhöhungen über die Energiemärkte. Sie seien "bedingt durch die steigende Nachfrage nach Öl, Gas und Kohle in anderen Weltregionen".

Schuld an möglichen höheren Stromkosten in der Zukunft sei nicht die Energiewende. Das hat das Leipziger Institut für Energie in einer Studie herausgefunden. Auftraggeber war der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne). Demnach steigen Strompreise von derzeit rund 25 auf 30 Cents bis 2020, also ähnlich stark wie es die Deutsche Energieagentur erwartet.

Altmaier: Energiewende ist endgültig

Baum als Fahrradständer: Peter Altmaier neuer Bundesumweltminister (dpa / Maurizio Gambarini)Fährt Rad: Bundesumweltminister Peter Altmaier, CDU (dpa / Maurizio Gambarini)Am Ziel der Energiewende will Bundesumweltminister Altmaier nicht rütteln. "Sie ist endgültig und sie hat ihren Preis. Aber ich will, dass er so niedrig ist, wie es irgend geht." Auch durch steigende Strompreise würde der Rückhalt für die Energiewende nicht bröckeln. Nach der Reaktorkatastrophe in Japan sei jeder für den Atomausstieg.

Die Schadensersatzforderung der Energiekonzerne in Milliardenhöhe und andere Gerichtsverfahren sieht Altmaier gelassen. "Auch mit ihnen rede ich, denn nur mit einem nationalen Konsens kriegen wir die Energiewende hin", sagte der Minister. Altmaier trat vor genau vier Wochen die Nachfolge des entlassenen Umweltministers Norbert Röttgen an.

Stromsparen im Alltag

Der Deutschlandfunk hatte eine vierköpfige Familie in Norddeutschland. Sie verbraucht nur halb soviel Energie wie der Durchschnitt. Meist sind es unscheinbare Maßnahmen:

  • Keine Batterien in Elektrogeräten, sondern Akkus

  • Energiespar- oder LED-Lampen

  • Stromfresser Kühlschrank: der Kauf eines neuen rentiert sich schneller als gedacht

Die Verbraucherzentralen werben für einen Wechsel des Stromanbieters, um Energiekosten zu senken. Das Verbraucherportal Verivox erklärt, wie man Stromfresser im Haushalt entlarvt.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:53 Uhr