Art’s Birthday im SAVVY Berlin

17. Januar 2020, 21.00 Uhr

Am 17. Januar feiert die Kunst ihren 1.000.057. Geburtstag. Die jährliche Feier geht zurück auf den Fluxuskünstler Robert Filliou, der am 17. Januar 1963 den 1.000.000. Geburtstag der Kunst ausrief. ...

Zum Art’s Birthday präsentiert Deutschlandfunk Kultur in Kooperation mit dem ORF und SAVVY Berlin  eine Klangkunst-Performance des Kollektivs Heya und einen Auftritt der japanischen Klangkünstlerin Tomoko Sauvage. Die Künstlerinnen des feministischen Kollektivs Heya für elektronische Musik im Nahen Osten vernetzen sich live aus Berlin, Wien, Istanbul und Kairo, um sich von diesen Orten aus mit dem Sound von Protestbewegungen zu beschäftigen. Im zweiten Teil des Abends präsentiert Tomoko Sauvage eine Performance mit einem natürlichen Synthesizer aus Klangschalen.

Das Wort "Heya" bedeutet im Arabischen "sie", im Englischen ist es ein freundlicher Gruß. Das Projekt ist Teil der Doktorarbeit der Klangkünstlerin und Wissenschaftlerin Jilliene Sellner. Ziel des Projektes ist es, Frauen, die Klangkunst, experimentelle und elektronische Musik schaffen, untereinander und mit einem globalen Publikum zu vernetzen. In dem multilokalen Experiment geht es weniger um die Präsentation eines "schönen" klanglichen Werkes, sondern vielmehr um die Reflexion der Erfahrung eines vernetzten Zusammenspiels der Künstlerinnen. Fokus des Projektes sind die Städte Kairo, Teheran und Beirut mit ihren Protestbewegungen der letzten Jahre.

Tomoko Sauvage tritt im zweiten Teil des Abends auf. Mithilfe von Keramik-Klangschalen, Wasser und Unterwassermikrofonen hat sie einen "natürlichen Synthesizer" entwickelt. In ihrer Live-Performance erforscht die Klangkünstlerin die Interaktion mit ihrer Umgebung. Bei ihrer akustischen Erkundung von Raum und Medium werden Architektur, Temperatur, Feuchtigkeit und auch anwesende Gäste mit einbezogen.

Die Veranstaltung ist Teil des Art’s Birthday der EURORADIO Ars Acustica Group. Zum Art’s Birthday 2020 vernetzt EURORADIO per Satellit Konzerte und Performances in über 20 Städten weltweit.

Eine Aufzeichnung der Performance des Kollektivs "Heya" ist am 24. Januar 2020 um 00.05 Uhr im Deutschlandfunk Kultur zu hören, ein Mitschnitt des Auftritts Tomoko Sauvages wird am 31. Januar um 00.05 Uhr ausgestrahlt.

Art’s Birthday 2020
Untraining the Ear: Art’s Birthday Edition
Soundperformance von und mit Jiliene Sellner, Nour Sokhon, Yara Mekawai, Zeynep Ayşe Hatipoğlu und Tomoko Sauvage
Donnerstag, 17. Januar, 21.00 Uhr (Einlass 20.30 Uhr)
SAVVY, Plantagenstraße 31, 13347 Berlin
Eintritt gegen Spende 

Über die Künstlerinnen:

Jilliene Sellner ist eine kanadische Klangkünstlerin und Wissenschaftlerin. Derzeit lebt sie in Großbritannien. Sie arbeitet mit Field Recordings, Sound und Podcasts, komponiert Soundtracks für künstlerische Videoarbeiten und gibt Podcast-Unterricht in gemeinnützigen Organisationen. Sie studierte an der Simon Fraser University in Kanada und an der University for the Creative Arts in England. "Heya" ist Teil ihrer Doktorarbeit an der University of Sussex.

Nour Sokhon arbeitet an Klangperformances, Installationen und Bewegtbildern. Sie studierte Kunst an der American University in Dubai und der Glasgow School of Art. 2019 erhielt sie den Emerging Artist Prize des Sursock Museum. Sie ist Mitglied der Kollektive Tse Tse Fly Middle East und Glitch Artists und Teil des Duos NSTANT mit Stephanie Merchak.

Yara Mekawai lebt als Elektronikmusikerin und Klangkünstlerin in Kairo. Ihre Arbeiten sind inspiriert von Architekturtheorie, Urbanismus, Geschichte und Literatur. Dabei verwendet sie Sound also ein Werkzeug des Sehens. Derzeit arbeitet sie an dem Online-Radioprojekt Radio Submarine, in dem sie wöchentlich die Musikkultur eines weiteren afrikanischen Landes vorstellt.

Zeynep Ayşe Hatipoğlu ist Cellistin und Doktorandin am Centre for Advanced Studies in Music der Istanbul Technical University. Sie komponiert nicht-traditionelle Musik. Als Mitglied verschiedener Experimentalensembles hat sie Auftritte in ganz Europa.

Geboren und aufgewachsen in Yokohama, studierte Tomoko Sauvage zunächst Jazzklavier in New York, ehe sie 2003 nach Paris zog. Die Kompositionen von Alice Coltrane und Terry Riley weckten ihr Interesse an indischer Musik. Dabei entdeckte sie das Jalatharangam, ein traditionelles Instrument aus wassergefüllten Porzellanschalen. Fasziniert von der Einfachheit und Schönheit seiner Klänge, begann sie, das Instrument weiterzuentwickeln.

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Ein Mann ist von oben zu sehen, wie er an einem Tisch mit dem Computer und mehreren anderen digitalen Geräten wie Notebook, Smartphone, Smartwatch arbeitet.  (imago / Westend61)

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