Atomenergie in Japan

Die wirtschaftliche Bedeutung der Kernkraft für das Land

Übersichtskarte Japan (picture alliance / dpa)
Übersichtskarte Japan (picture alliance / dpa)

Auch wenn das Trauma der Atombomben-Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki noch lange nachwirkt - Japan setzt in seiner Energieversorgung wie kaum ein anderes Land auf die Kernenergie.

Schon im Jahr 1954 startete das erste Forschungsprogramm - gerade einmal drei Jahre nachdem in den USA das erste Atomkraftwerks überhaupt in Betrieb gegangen war. 1966 ging in Japan der erste kommerzielle Reaktor in Betrieb.

Die Ölkrise der 70er-Jahre sorgte dann dafür, dass der Ausbau der Atomenergie nationale Priorität erhielt. Mit Erfolg: Inzwischen decken 54 Reaktoren fast ein Drittel des Strombedarfs des Inselstaates.

Japan hat kaum eigene Rohstoffe und will in der Energieversorgung unabhängig werden, dies ist der wichtigste Grund für den Ehrgeiz des Landes beim Aufbau der Atomindustrie. Inländische Konzerne wie Mitsubishi Heavy Industries, Toshiba und Hitachi sind dabei, sie kämpfen auch international um Aufträge. In den vergangenen Jahren lieferte der Klimaschutz ein zusätzliches Argument für die Kernenergie: Sie soll die Hauptlast bei der Reduktion des CO2-Ausstoßes tragen.

Neue Kraftwerke sind geplant, zwei sind derzeit im Bau: Bis Ende des Jahrzehnts soll die Atomkraft über 40 Prozent des Strombedarfs liefern. Und Japan ist derzeit das einzige Land weltweit, das auf den Schnellen Brüter setzt, einen Reaktor, der im Betrieb neues Brennmaterial und damit langfristig für Unabhängigkeit auch von Uranimporten sorgen soll. Andere Länder haben sich wegen technischer Probleme und Gefahren im Betrieb von dieser Technologie verabschiedet.

Erdbeben sind ein ständiges Thema für die Kernkraftwerke in Japan - und es gab schon eine ganze Reihe von Störfällen, die damit zusammenhingen. Beispielsweise vor vier Jahren, als ein Beben in Niigata für einen Transformatorbrand und eine Serie von 50 Defekten sorgte. Radioaktives Wasser lief ins Meer - und die Betreiber informierten die Öffentlichkeit nur scheibchenweise.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr