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Aufarbeitung und Blick nach vorne

Runder Tisch zu Missbrauchsfällen beginnt

Nicht nur die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sollen Thema sein.  (Stock.XCHNG / Adrian Yee)
Nicht nur die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche sollen Thema sein. (Stock.XCHNG / Adrian Yee)

In Berlin nimmt am Vormittag der von der Bundesregierung eingesetzte Runde Tisch gegen Kindesmissbrauch seine Arbeit auf. Zu den mehr als 60 Teilnehmern zählen Juristen und Mediziner sowie Vertreter von Kirchen, Schulen, Familienverbänden und Opferberatungen. Sie wollen über Hilfen für die Opfer sprechen und Konzepte zur Vorbeugung entwickeln.

Die Leitung übernehmen Familienministerin Kristina Schröder, Bildungsministerin Annette Schavan und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Bis zum Jahresende soll ein Zwischenbericht vorgelegt werden.

Die Bundesregierung hatte die frühere Familienministerin Christine Bergmann zur Beauftragten für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in Schulen und kirchlichen Einrichtungen ernannt. Die SPD-Politikerin soll Ansprechpartnerin für die Opfer sein und Hilfsangebote erarbeiten.

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger sagte im Deutschlandradio Kultur:

"Dieser Runde Tisch hat zwei Beine, thematisch, Aufarbeitung, Zusammenarbeit mit dem Staat, Wiedergutmachung, Anerkennung der Leiden und Prävention, was muss an Strukturen insgesamt auch für andere Bereiche unserer Gesellschaft geändert werden. Und deshalb sitzen viele Vertreter gesellschaftlicher Gruppen an diesem Runden Tisch. Das wird ein großer Runder Tisch werden, auch Vertreter von Opfern, verschiedene Verbände, die sich mit Anliegen von Opfern befassen, und natürlich die unabhängige Beauftragte der Bundesregierung, Frau Bergmann."

Der Runde Tisch soll's richten. Heute setzt sich in Berlin die Delegation zusammen, die Misshandlungen in Schulen und Vereinen in Zukunft verhindern will. Miguel Abrantes Ostrowski ist Autor des Buches "Sacro Pop - Ein Schuljungen-Report" und sagt, dass der Druck der Medien auf die Kirche absolut notwendig sei.

Die aktuelle Diskussion über Missbrauchsfälle rückt auch den Sport wieder in den Fokus der Diskussion - als Problemzone. Am "Runden Tisch gegen Kindesmissbrauch" nimmt daher auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sport-Bundes, Thomas Bach, teil.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr